Jugendgruppen-Jahr 2011

Vögel am Dreiländereck, 30. Januar

Klirrende Kälte war angesagt – genau das richtige Wetter um auf Entenjagd zu gehen! Natürlich ist dies nicht exakt wörtlich zu verstehen. Wir hatten uns aber zum Ziel gesetzt jeden einzelnen Wasservogel am Dreiländereck genau anzuschauen und zu zählen. Eventuell gibt es ja auch den einen oder anderen Überraschungsgast unter den zahlreichen Wintergästen. Zuerst knüpften wir uns die Möwen vor. Ruhig in Reih und Glied auf einem Geländer sitzend, konnten wir nach beringten Individuen Ausschau halten. Und tatsächlich, der eine Vogel war auch beringt! Vorsichtig beginnen wir die Buchstaben zu lesen, bis ‚schwup’ der ganze Schwarm auffliegt. So ein Ärger, genau ein Buchstabe hätte noch gefehlt um den Ring vollständig abzulesen! Die nächste Etappe war der Rheinhafen. Ein gemischter Schwarm an Enten wartete darauf ausgezählt zu werden. Keine einfache Aufgabe, denn ein Teil des Schwarmes verschwand immer wieder hinter einem Schiff. Danach überquerten wir die Grenze nach Deutschland und positionierten uns auf der neuen Fussgängerbrücke. Hier hat man den perfekten Überblick und wir entdeckten Moorente und Kleine Bergente. Ein richtig guter Abschluss der Exkursion.

 

Kannenfeldpark, 3. April

Ab 7h durchstreiften wir den Park. Die hochmotivierten „Jugendgrüppeler“ begannen die Exkursion mit Wetten, wie viele Vögel die Tagesliste enthalten werde – und wir alle lagen am Ende mit unseren Prognosen deutlich darunter! Es begann mit Arten, die man v.a. akustisch bestimmen musste. Rotkehlchen, Gartenbaumläufer, verschiedene Meisen, Grün- und Buchfink - für die meisten bereits ein Kinderspiel! Bald darauf begegneten wir dann aber Gimpel, Kernbeisser und einem Sommergoldhähnchen, welches sich uns prächtig präsentierte! Während gegen Mittag schon einige andere Kinder den Sandkasten besetzten (die Jugendgruppenmitglieder schien das kalt zu lassen...), hielten wir nach ziehenden Greifvögeln Ausschau. Und tatsächlich: Mäusebussard, Rot- und Schwarzmilan, Sperber und sogar ein Habicht liessen sich blicken. Zu guter Letzt entdeckten wir noch ein Gartenrotschwanzmännchen. Eine erstaunliche Vielfalt mitten in der Stadt!

 

Allschwiler-Wald, 15. Mai

Voller Vorfreude auf Mittelspecht, Gartenrotschwanz, Pirol und Co. Machten wir uns auf den Weg in den Allschwiler Wald. Bevor wir mit dem Beobachten loslegten, gab es jedoch etwas ganz Spezielles: Die Jungen eines Gartenrotschwanz-Pärchens waren gerade 6 Tage alt geworden – das ist der Zeitpunkt bei welchem diese für ein Forschungsprojekt der OGB beringt und vermessen werden. Und wir waren hautnah dabei! Bei der anschliessenden eigentlichen Exkursion entpuppte sich bereits der erste Greifvogel als weiteres Highlight: Ein Wespenbussard! Kurz darauf entdeckten wir bereits die nächste spannende Art: ein Kuckuckweibchen der rotbraunen Morphe! Es folgten die erwarteten, aber nicht weniger spannenden Arten wie Mittelspechte, Trauerschnäpper und Pirole.

 

BirdRace, 3./4. September

Kurzfristig wurde aus nur einem Team der Jugendgruppe der Ornithologischen Gesellschaft

Basel zwei Teams gemacht - Bebbi Babbler 1 und 2 entstand. Während die Bebbi Babbler 1 Teilnehmer zum ersten Mal Bird-Race Luft schnupperten, waren dasZiel von den Bebbi Babblers 2 klar: 100 oder mehr Arten! Doch mit welcher Route? Nach langen Diskussionen entschieden wir uns dafür, dass wir am Hohgant übernachten und anschliessend an den Klingnauer Stausee fahren werden. Am Freitag machten wir uns von Basel Richtung Habkern auf den Weg. Dort angekommen wanderten wir so lange wie es ging dem Hohgant entgegen. Ab 22 Uhr stieg die Spannung, hinter welcher Art wird das erste Kreuzchen sein? Doch die Nacht blieb ruhig und wir mussten uns vorerst mit Zeltaufbau und Sternen zufriedengeben. Früh am Morgen ging die Stille weiter. Mit Taschenlampen machten wir uns wieder auf den Weg. Doch um sechs kam dann endlich die Erlösung: Zuerst warnte eine Ringdrossel, dann fing der Sperlingskauz an zu singen und die Birkhühner meldeten sich auch. Zum ersten Sperlingskauz kam noch ein zweiter, unser Highlight des Bird Races. Später am Morgen konnten wir auch noch den Birkhahn schön sehen und scheuchten 

zwei Weibchen auf, die direkt neben dem Weg sassen. Gleichzeitig ergänzten wir die Liste mit Trauerschnäpper, Fitis, Fichtenkreuzschnabel, Zitronenzeisig und typischen Bergvögeln. Kaum waren wir auf dem Hohgant, mussten wir schon wieder runtersteigen, um den Bus nicht zu verpassen, nicht aber ohne vorher Alpenbraunelle, Steinschmätzer, Alpendohle und Rohrweihe gesehen zu haben. Den Bus erwischten wir verschwitzt. Aber den Anschlussbus verpassten wir um ein Haar, weil bei der letzten Gelegenheit endlich noch ein Steinadler auftauchte. Den Klingnauer Stausee erreichten wir dann nur zu dritt, Frederik musste uns Richtung Paris verlassen. Das hinderte uns aber nicht weiter: Das Ziel waren die rund 60 Arten, die uns noch auf die 100 fehlten. Dann lief es wie am Schnürchen: Arten wie Fischadler, Löffler, Tüpfelsumpfhuhn, Weissstorch, Wanderfalke und Sichelstrandläufer brachten uns schnell einmal auf 99. Und dann kam die hundertste Art, im Entengewirr wurde eine Kolbenente entdeckt. Noch mal fünf Arten später stiegen wir müde, aber zufrieden in den Zug nach Basel. Lehrreiche und schöne 24 Stunden lagen hinter uns.

 

Das zweite Team, die Bebbi Babbler 1 trafen sich nicht bereits am Fraitag abend, sondern früh am Samstag Morgen am Bahnhof Basel SBB. Nach einer kurzen Suche nach Haussperling und Stadttaube im Dunkeln begaben wir uns auf den Zug in Richtung Rheinfelden. Auf

dem Weg zum Gwild machten wir einen Abstecher durch den noch finsteren Wald, welcher uns

auch prompt den erhofften Waldkauz bescherte. Beim Gwild selbst wurde dann aus unserer Artenzusammenstellung zum ersten Mal eine wirkliche Liste: diverse Entenarten, Limikolen und Singvögel kamen nach und nach hinzu. Motiviert machten wir uns anschliessend auf den Weg zum Klingnauer Stausee wo wir dank viel Zeit knapp über 80 Arten, inklusive dem berühmten Löffler und einem Purpurreiher entdeckten. Da jedoch nach wie vor Zeit vorhanden war, beschlossen wir am frühen Abend einen Abstecher nach Aesch BL zu machen, wo wir schlussendlich noch die erhofften Arten Schwarzkehlchen, Goldammer und Saatkrähe fanden. Im schwindenden Licht zählten wir noch einmal alle beobachteten Arten und kamen auf die Zahl 88 – angesichts der Tatsache, dass wir uns auf die Nordwestschweiz beschränkt hatten, und dass zwei von uns das erste Mal an einem Bird Race teilgenommen haben, eine für uns erfreuliche Bilanz dieses prächtigen Tages!

 

Bourgfelden, Flughafengelände, 18. September

Das Wetter an diesem Septembertag war trüb, kühl und nass. Für die Jugendgruppe ist das aber kein Hinderungsgrund – ganz im Gegenteil: bei schlechtem Wetter müssen die Zugvögel rasten und wir sehen mehr von ihnen. Die schönen Buschgruppen und wertvollen Hecken bei Bourgfelden waren ein weiteres Versprechen für einen spannenden Beobachtungstag. Zu Beginn mussten wir bei Regen und Wind allerdings geduldig sein, bis sich die ersten Singvögel aus den Büschen trauten. Zwei Heckenbraunellen waren eine gute Bestimmungsübung. Eine Rohrweihe, die über die Wiesen und Hausdächer davonflog sorgte für Aufregung. Kurz darauf liess der Regen etwas nach. Innert kurzer Zeit entdeckten wir einen Fitis und zwei Klappergrasmücken, die wir nach einem Blick ins Buch bestimmen konnten. Baumpieper und Schafstelzen waren ebenfalls unterwegs und liessen sich anhand ihrer Rufe bestimmen. Unsere Hoffnung auf einen guten Tag bestätigten sich also. Dies konnten wir erst recht sagen, als Samuel später noch einen Kiebitz und einen Fischadler entdeckte! Als wir nach Basel zurück kamen, waren wir bereits ziemlich nass. Aber uns war wieder einmal klar geworden: wer als Jungornithologin oder Jungornithologe tolle Arten sehen will, muss halt auch bei Regenwetter raus...

 

Ulmethöhe, 23. Oktober

Gleich zu Beginn unseres Aufstiegs von Lauwil aus gab es ein erstes Highlight: Ein Grauspecht-Männchen liess sich von uns nicht stören und suchte während mehreren Minuten an einem Telefonmast nach Nahrung. Auf der Beringungsstation blieben dann die erhofften ziehenden Vogelscharen aus, dafür konnten wir den Beringern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und die Gefiederdetails einer gefangene Singdrossel und eines Hausrotschwanzes aus nächster Nähe studieren. Am Nachmittag machten wir uns dann auch den Rückweg – und während dem Abstieg entdeckten wir sogar noch eine ziehende Kornweihe.

 

Altrhein Augst-Wyhlen, 13. November

Der Altrhein ist immer wieder für eine Überraschung gut. So machten wir uns topmotiviert auf den Weg und entdeckten schon bald eine Brandgans und eine Moorente unter den zahlreichen Enten. Schon etwas schwieriger war dann die Suche nach einem weit entfernten Löffelenten-Weibchen. Einfach zu finden waren hingehen die beiden Mittelspechte in den Ästen über uns. So kam schlussendlich eine schöne Artenliste zusammen und wir bemerkten die Kälte gar nicht mehr....

 

 

Seetaucherstrecke & Ermatinger Becken, 11. Dezember

Eine Exkursion an den Bodensee gehört schon fast so fest zum Jugendgruppenprogramm wie der Nebel in den Thurgau. Heute jedoch war vieles anders: bei guten Sichtverhältnissen und angenehmen Wetter begannen wir die Exkursion im Hafen von Romanshorn. Ein gemischter Schwarm an Enten ruhte sich im Schutz des Hafens aus. Auch vier Bergenten hatten sich darunter gemischt. Da die ganze Bande jedoch am schlafen war und ihre Köpfe tief im Gefieder versteckt hatte, brauchte es einiges an Geduld um die Bergenten unter den vielen Reiher- und Tafelenten überhaupt zu entdecken. Ganz anders ging es draussen auf dem See zu und her. Dort entdeckten wir einen Schwarm von mindestens 40 Schwarzhalstauchern, die aufgeregt am Fischen waren. Doch dann war es auch schon höchste Zeit in den Zug nach Kesswil zu sitzen. Dort angekommen machte die Seetaucherstrecke ihrem Namen alle Ehre. Wir entdeckten zahlreiche Prachttaucher und einzelne Rothalstaucher. Richtig beeindruckt waren wir aber von einer fiesen Steppenmöwe, die Jagd auf Enten machte: Die Möwe hatte sich ein Opfer ausgesucht und immer wenn dieses auftauchte griff sie es sofort an. Das Opfer, eine Tafelente, flüchtete immer wieder tauchend vor der aggressiven Möwe, bis sie schliesslich völlig erschöpft eine leichte Beute der Möwe wurde. Am Nachmittag stand noch ein Abstecher ins Ermatinger-Becken auf dem Programm, bevor wir uns erschöpft auf den Heimweg nach Basel machten. Selten war eine Zugfahrt so ruhig wie nach dieser anstrengenden Exkursion!

 

Jugendgruppenmitglieder: Amparo, Dominic, Jaro, Katharina, Nicolas, Raphael, Samuel, Stefan H., Stefan G., Sylvain und Valentin,

 

Leiter: Tobias, Frederik, Raffael und Nicolas