Jugendgruppen-Jahr 2012

Uhusuche, 14.01.2012

Mit Zug und Bus machten wir uns auf in die Vorläufer des Juras. Nach einem Fussmarsch standen wir vor einer vielversprechenden Felswand. Die Jugendgrüppler fingen an zu ahnen, welcher Vogel das Ziel des Abends ist: Die grösste der einheimischen Eulen, der Uhu.
Mit dem Einbrechen der Dämmerung hörten wir zuerst nur einen Schwarzspecht. Ein bisschen dann ein lang gezogenes, heulendes "huuuu". Ein Waldkauz singt aus dem nahen Wäldchen. Wenig später ein  "UU-hu" aus der Felswand. Ein männlicher Uhu! Fieberhaft versuchten wir ihn zu finden und schlussendlich gelang dies auch. Dann fing auch noch das Weibchen an zu singen und die beiden lieferten uns ein Duett. Auch flogen sie vor der Felswand umher und einmal konnten wir die Silhouette einer der beiden Eulen vor dem Nachthimmel wunderschön sehen. 
Mit einem kleinen Fussmarsch und weiteren Walkäuzen beendeten wir diesen tollen Abend. 

Pfingstlager Tessin, 26-28.5.2012

Der erste Zug ins Tessin war das Ziel an diesem Samstagmorgen. Das Pfingstlager stand an und die Vorfreude unter den Jugendgrüpplern war riesig. Die Magadinoebene im Frühling, Fahlsegler in Locarno und eine Hühnersuche in den Bergen sorgten für glänzende Augen. Angekommen in Giubiasco, machten wir uns sogleich ans Beobachten. Ein Neuntöter, ein paar Rabenkrähen x Nebelkrähen und ein Schwarm Stare schienen noch nicht so wirklich zu begeistern und schon bald wollten ein paar weiter. Tobi hingegen schaute sich weiter um, drehte sich plötzlich zu uns und sagte, er habe einen Rosenstar. Das nahmen wir ihm zuerst nicht ab, aber als die Grösseren von uns den rosa Farbtupfer aus dem Osten auch im Fernrohr sehen konnte, war die Sache klar. Doch beim Herunterstellen des Fernrohrs für unseren kleineren Teilnehmer flog er plötzlich irgendwo auf den Boden. Nach einigen hektischen Minuten und Standortwechsel konnten wir den Vogel dann wieder finden, und jeder konnte ihn sich ansehen. Ein Rosenstar, kein schlechter Start…
Weitere Highlights in der Magadinoebene waren ein Steinkauz und eine Wachtel, die vor uns über den Weg flog. In der Laghetto di Gudo zeigte sich eine Zwergdommel und auch ein kapitaler Hirsch erfrischte sich mit ein paar Schlucken Wasser.
Noch war der Tag nicht um, wir fuhren in die Berge, um dort im Garten von Martin und Chantal zu zelten (bei dieser Gelegenheit: allerherzlichen Dank, Martin und Chantal!!!). Auf der Fahrt stoppten wir in einem Steinbruch. Schon bald beehrten uns Felsenschwalben und eine Blaumerle.
Nach einigen Schwierigkeiten beim Zeltaufbau und Spaghetti war der erste Tag auch schon um und wir legten uns schlafen.
Doch die Nacht war kurz, am nächsten Morgen ging es früh in die Berge: Hühner waren das Ziel. Mehr oder weniger geräuschlos fingen wir an loszulaufen. Und tatsächlich wurden wir belohnt: Aus dem dichten Unterholz pfiff ein Haselhuhn! Als sich der Nebel verzog, liessen sich auch Birkhühner blicken, neben anderem wie Steinschmätzer und Klappergrasmücken.
Am Montag, unserem letzten Tag, fuhren wir wieder Richtung Tal. Ein eifrig singender Orpheusspötter an der Maggia konnte uns in seine Bahn ziehen.
Später am Tag besuchten wir in Locarno die bekannte Fahlsegler-Kolonie. Die Bedingungen waren gut, immer wieder flogen Segler tief durch die Strassen und wir konnten die Unterschiede zwischen Fahl-und Mauersegler genau studieren.
Und dann war es auch schon zu Ende, dieses Pfingstlager, ein paar Hühner, Segler und Stare später, und wir stiegen in den Zug Richtung Basel. 

 

Pfingstlager 2012: Rosenstar im Tessin!

Gleich zu Beginn unseres Pfingstlagers entdeckte Tobi in einem Starenschwarm einen adulten Rosenstar! Die Beobachtung entspricht dem 24. Schweizer Nachweis seit 1992.

Rosenstar bei Giubiasco TI. 26. Mai 2012 (Bild: Nicolas).
Rosenstar bei Giubiasco TI. 26. Mai 2012 (Bild: Nicolas).

Bird Race, 31.08-01.09.12
Wir entschieden uns wie schon im Vorjahr für zwei Teams. Die Bebbi Babblers 2 starteten schon am Freitagabend mit einer nächlichen Eulensuche, während die Bebbi Babbler 1 sich eine ruhige Nacht gönnten. Dies wurde natürlich mit zwei Arten bestraft, die von den Bebbi Babbler 2 dann auch ins Ziel gebracht werden konnten. 
 Das sehr junge Team Bebbi Babbler 2 machte sich am Freitagabend rund um Allschwil auf die Suche nach den ersten Arten. Hier begleitete uns auch noch Dominic, der jüngere Bruder von Sylvain, um ein bisschen Bird-Race-Luft zu schnuppern. Schon bald hörte es auf zu regnen und Punkt 9 konnten wir unsere erste Art notieren: ein Weissstorch an seinem Schlafplatz auf einem Bauernhaus. Später liefen wir einen Waldrand entlang, als sich plötzlich ein Schatten aus einem Baum löste und in den Wald flog, und tatsächlich beäugte uns ein Waldkauz aus dem Geäst.

Nach einer kurzen, aber erholsamen Nacht machten wir uns in Richtung Klingnauer Stausee auf. Dort lancierten wir einen freundschaftlichen Wettkampf mit dem anderen Team der Jugendgruppe der OGB, den Bebbi Babblern 1.

Währen der Regen schon bald aufhörte, wurde unsere Liste immer länger. Fast alle Enten, inklusive Moor-, Spiess-und Pfeifente sowie eine Heringsmöwe, beringt in Frankfurt  am Main, waren positiv, der hohe Wasserstand und die daraus resultierende Limikolen-Flaute eher negativ. Die grösste Sensation war zwar nicht speziell zählbar, aber trotzdem wahnsinnig: Unter den Mehlschwalben hatte es ein komplett albinotisches Exemplar, das zum Teil auf sehr kurze Distanz an uns vorbeiflog! Eine Klappergrasmücke, die von den anderen gesehen wurde, mussten wir hart erarbeiten, sie wollte einfach nicht mehr aus diesem Gebüsch herauskommen.

Dann beehrte uns auch noch der Fischadler und auch wir machten uns auf den Weg in wärmere Gebiete: In Leuk hofften wir auf 100 Arten zu kommen. Im Zug musste das andere Team mit Schrecken feststellen das es die Wasserralle überhört hat, somit konnten wir unseren Vorsprung vom Freitagsabend auf drei Arten ausbauen.

Angekommen in Leuk beflügelten uns Sonnenschein und einige neue Arten wie Zippammer. Die Art Nummer 95 war ein anderes Highlight, ein Bartgeier kreiste über unseren Köpfen. Dann ging es schnell: Wendehals als Nummer 99 und dann ein Pirol am Dorfrand von Leuk brachten uns auf die 100! Nachher übersahen wir einen Wanderfalken, aber dank einigen Arten um die Teiche kamen wir trotzdem auf ein gutes Schlussresultat von 104 Arten.