Bebbi Babbler Blog 2016-17

Hier findet ihr die Berichte der Exkursionen aus dem laufenden Jahr und vieles weiteres rund um die Jugendgruppe und Vögel. Ältere Beiträge finden sich in der linken Seitenleiste.

So

21

Mai

2017

Auf der Suche nach dem Gartenrotschwanz

Heute trafen wir uns um 8:30 in Allschwil. Wir waren 10 Teilnehmer, davon 3 Leiter, Nicolas, Stefan und Valentin.

Unser Ziel heute war es, möglichst viele Gartenrotschwanznester ausfindig zu machen.

Auf dem Weg zu den Gartenrotschwanz-Lebensräumen fanden wir bereits erste spannende Arten wie Grauschnäpper,

Sommergoldhähnchen und einige Girlitze. Schon kurz danach entdeckten wir ein Gartenrotschwanz-Weibchen und kurz darauf auch ein Männchen.

Wir konnten beobachten, wie sie Futter für die Jungen im Schnabel transportierten, also suchten wir das

Nest, welches sich ja in der nahen Umgebung befinden musste. Da sich die Vögel aber leider in einem abgesperrtem,

nicht allzu einfach einsehbaren Garten befanden, blieb die Nestsuche erfolglos. Etwas weiter

fanden wir einen Wespenbussard, welcher über dem Gebiet kreiste und einen männlichen Neuntöter. Wir suchten leider vergebens nach Gartenrotschwänzen in einem Obstgarten, der einer

Teilnehmerin gehört, doch schon wenige Schritte weiter war ein neuer Gartenrotschwanz zu hören. Wir fanden den Nistkasten

und fanden 5 kleine Junge darin. Nicolas stieg mit der Leiter hinauf und holte die Jungen runter, um sie

zu beringen. Gewicht, Datum und die Ringnummer wurden notiert und dann konnten die kleinen Vögelchen wieder in ihr

Heim zurück. Während wir weitere Gartenrotschwanz-Nistkästen suchten, konnten wir Mittelspecht, Habicht und ein Wintergoldhähnchen

sehen und letzteres hören. An einem kleinen Teich sang ein Teichrohrsänger und wir fanden auch noch

einen Seefrosch. Einige von uns konnten einen Pirol singen hören, doch leider war er nicht zu sehen und auch sehr

leise. Mittlerweile hatten wir wieder einen neuen besetzten Nistkasten eines Gartenrotschwanzes gefunden.

Es hatte 6 kleine Junge drin, welche aber noch zu klein waren, um beringt zu werden. Nun war es auch schon wieder

Zeit umzukehren. Die heutige Halbtagsexkursion war super verlaufen und wir konnten neben den vielen

tollen Gartenrotschwänzen auch einige Arten beobachten, welche man nicht immer antrifft, bspw. Neuntöter,

Wespenbussard oder Mittelspecht.

5 Kommentare

Mi

03

Mai

2017

GEO-Tag der Artenvielfalt

Am 17 Juni findet der GEO-Tag der Artenvielfalt statt - natürlich mit den Bebbi Babbler! Unser Alpensegler hat sogar Platz auf dem offziellen Flyer der Merian Gärten zu diesem Anlass gefunden! Wir hoffen an dieser Exkursion viele Gesichter begrüssen zu dürfen.

Der gesamte Flyer und weitere Infos zum Tag der Artenvielfalt finden sich übrigens auf der Website der Merian Gärten unter folgendem Link: http://www.meriangaerten.ch/de/erleben/events/tag-der-natur.html

6 Kommentare

Mo

01

Mai

2017

Raritätensuche Tessin 28.04.-01.05

Die Magadinoebene im Tessin ist insbesondere im Frühling wahrlich ein Hotspot für seltene Vögel. Die besondere topographische Lage und geeigneten Lebensräume veranlassen sehr viele Zugvögeln hier einen Halt einzulegen. Arten die in der Schweiz ansonsten nur sehr spärlich zu sehen sind, treten regelmässig in hoher Dichte auf. Zudem werden auch fast alljährlich echte Raritäten gefunden. Für dieses Wochenende wurde eine Raritätensuche durch den CHClub300 organisiert. Ziel: Möglichst viele Ornithologen aus der ganzen Schweiz sollten möglichst alle Ecken der Ebene aufsuchen, um möglichst viele Vogelarten zu finden. Dabei erhoffte man sich die einte oder andere Seltenheit zu entdecken. Soviel zur Einführung.

 

28.4.

 

Am Freitag stiegen vier Bebbi Babbler in den Zug. Die Aussichten waren nicht schlecht. In der Woche davor hatte es viel geregnet, was zu einem massiven Zugstau mit Spornpieper, Steppenweihe, Doppelschnepfe und Rötelschwalbe geführt hatte.

 

Direkt neben dem Bahnhof von Tenero entdeckten wir bereits erste Gartenrotschwänze, Braunkehlchen, Steinschmätzer und Trauerschnäpper, die nach dem Zugstau in der ganzen Ebene in kosmischen Zahlen vorkamen (Im Blog berichteten wir von einer Exkursion ins Leimental mit unglaublichen 64 Steinschmätzern. Hier waren laut ornitho.ch am 26. April bis zu 250 Individuen in einem einzigen Quadratkilometer anzutreffen! Auch wir haben am Samstag irgendwann aufgehört zu zählen). Schwer beladen radelten wir bis zum Campingplatz am See. Nach dem Aufstellen der Zelte stand noch eine spontane Nachtexkursion auf dem Programm. Unterhalb einer Brücke zeigte sich prompt ein adulter Nachtreiher aus kurzer Distanz. Im Hide in der Bolla Rossa lauschten wird in die Nacht hinein. Aus der Ferne ertönte der monotone Ruf der Zwergohreule. Erfolg!

 

29.4.

 

Nach einer kurzen Nacht standen wir bald wieder auf den Beinen. Kurz vor Sonnenaufgang standen wir am Bahnhof von Sant Antonino, bereit für die Raritätensuche. Sogleich begannen wir jede Hecke und jeden Acker gründlich zu kontrollieren. Bereits die erste Hecke brachte uns mehrere Feldschwirle, Braunkehlchen, Gartenrotschwänze, Nachtigall, Trauerschnäpper ein. Dann ging alles mehr oder weniger Schlag auf Schlag. Zwei kreisende Rotfussfalken eröffneten das Spektakel. Waldlaubsänger, Wendehälse, überall Schafstelzen, Steinschmätzer, Braunkehlchen. Etwas weiter landete ein Brachpieper direkt vor uns neben den Weg. Inzwischen sassen elf Rotfussfalken nebeneinander auf Pfosten. Der Ruf eines Rotkehlpiepers ertönte, Rohrweihen, Steinadler kreisten, ein Fischadler zog hoch über uns weg, ein Ortolan zeigte sich. Erstaunlicherweise entdeckten wir auch eine späte weibchenfarbige Kornweihe. Für richtige Aufregung sorgte die nächste Weihe. Zuerst war sie nur von hinten zu sehen. Steppenweihe oder Wiesenweihe kamen in Frage. Nach einer kurzen Nachsuche flog sie plötzlich wenige Meter neben uns vorbei. Nachdem wir sie gut von der Seite gesehen hatten und unsere Fotos zur Sicherheit begutachtet hatten stand fest: Steppenweihe im 2. Kalenderjahr! Etwas später schraubte sie sich in die Höhe und verschwand. Was für eine Beobachtung! Mit einem Schlangenadler und einer männlichen Wiesenweihe ging es im ähnlichen Stil weiter – zwischendurch Klapper-, Dorngrasmücken, Neuntöter und Baumfalken. Inzwischen hatten wir alle europäischen Weihen an einem Tag – und das in der Schweiz! Ein roter Punkt in einer Wiese erregte unsere Aufmerksamkeit. Ein kurzer Blick durch das Fernrohr zeigte, dass es sich um nichts anderes handelte als den Kopf eines Rotkehlpiepers. Der morgendliche Auftakt hätte wohl kaum besser laufen können!

 

Es war Zeit für ein Picknick. Am kleinen See Laghetto di Gudo gönnten wir uns ein vielfältiges gesundes Picknick (Cola, Chips, Schokomousse J ) ohne dabei Zwergdommel, Nachtreiher, Drosselrohrsänger etc. zu verpassen. Mit den Velos fuhren wir die Ebene in Richtung Lago Maggiore ab. Mit ins Gepäck nahmen wir einen männlichen Halsbandschnäpper und einen Rotkopfwürger. Beim Zeltplatz entdeckte Samuel in einem kleinen Schafstelzentrupp ein Individuum mit Merkmalen der Unterart flavissima in ihrem typischen Lebensraum, englischer Rasen.

 

Vor der Pizza wurde noch ein kurzer Abstecher in die Bolla Rossa unternommen. Wie selbstverständlich hüpfte ein Blaukehlchen neben dem überschwemmten Weg herum. Sozusagen die Kirsche auf der Sahnetorte. Ein Schilfrohrsänger sang direkt neben dem Hide, Zwergmöwen sassen weit aussen auf dem See. Nach einer kurzen Velofahrt erreichten wir die Pizzeria, wo wir uns nach diesem völlig verrückten Tag zurücklehnten und unsere Pizzen geniessten, während wir uns mit den übrigen Ornithologen austauschten. Etwas zu spät krochen wir in unsere Schlafsäcke.

 

30.4

 

Bei Sonnenaufgang standen wir wieder im Hide in der Bolla Rossa. Am Schilfrand zeigte sich bald ein erstes Kleines Sumpfhuhn. Etwas später ein zweites… und ein drittes! Drei Raubseeschwalben jagten auf dem See. Ein Stelzenläufer flog direkt vor uns vorbei. Von Ornithologen im Maggiadelta erhielten wir die Meldung, dass ein Rallenreiher in unsere Richtung flog. Wenige Minuten später erblickten wir ihn über den See fliegend. Dunkler Wasserläufer, Kampfläufer, Rotschenkel, Tüpfelsumpfhuhn und Zwergdommel versüssten uns den Morgen zusätzlich. Auch heute wieder ein Auftakt wie aus dem Bilderbuch!

 

 

Den Nachmittag widmeten wir wieder den Feldern in der Ebene. Aufgrund des schönen Wetters waren viele rastende Zugvögel weggezogen und es war etwas „ruhiger“(bezogen auf das Tessin in den letzten Tagen). Sprich: Rotfussfalke, Wachtel, eine wahrscheinliche Trauerbachstelze und ein zweiter Rotkopfwürger relativieren diese Aussage. Am Laghetto di Gudo zeigte sich abermals ein Stelzenläufer. Abgerundet wurde dies durch die Beobachtung zweier Ortolane in einem Acker.

 

 

Den Abend verbrachten wir an der Ticinomündung. Unter den hunderten Schwalben suchten wir vergebens nach einer Rötelschwalbe… Im Schein der Fantalampe assen wir schliesslich unser Picknick am See und liessen so den Tag ausklingen - wieder ein Tag den wir so schnell nicht vergessen werden.

 

1.5.

 

Auch am Montag standen wir wieder frühmorgens im Beobachtungshäuschen in der Bolla Rossa. Ein Kleines Sumpfhuhn zeigte sich auf wenige Meter. In den umliegenden Feldern trafen wir auf Arten wie Pirol, Dorngrasmücken und Turteltaube, die Kälte und Nässe erschwerte aber die Beobachtungsumstände. Auf einem Acker zeigten sich noch drei Grünschenkel, ein Dunkler Wasserläufer im Prachtkleid, Ortolan und Heringsmöwen. Nach diesen Beobachtungen kehrten wir zurück in unser Basislager, bauten die Zelte ab und verabschiedeten uns zufrieden vom schönen Tessin.

 

Wir hatten Glück! Es hätte wohl kaum besser laufen können. Die enorme Zahl an Seltenheiten aber auch die Massen an mässig häufigen Arten haben dieses Wochenende zu einem Wahnsinnserlebnis gemacht. Zumindest für mich der Höhepunkt meiner bisherigen Ornilaufbahn in der Schweiz! Wir freuen uns auf nächstes Jahr…

 

Von Sylvain

 

6 Kommentare

So

02

Apr

2017

Einsteigerexkursion Sternenfeldbiotop

Um 9:00 trafen wir uns an der Tramhaltstelle Breite. Sechs motivierte Mädchen und Jungs waren da und Jaro und ich als Leiter. Unser heutiges Ziel war es, möglichst viele (und schöne) Arten zu beobachten und zu finden. Als erstes liefen wir auf der grossbasler Seite Rhein aufwärts, wo wir schon einige Arten wie z.B. Höckerschwäne, Gänsesäger, Star, Bachstelzen, Amsel, Buchfink und den sehr schön gefärbten Distelfinken sehen konnten. Auch ein Paar Nilgänse mit Jungen konnten wir beobachten.

 

Als wir zum Stausee ankamen, gingen wir rechts vom Stausee ins Sternenfeldbiotop, wo wir eine Znünipause am Teichrand machten und de schönen Gesängen der Mönchsgrasmücken, Zilpzalps und Fitis zuhören konnten. Andere Arten, die wir hier sahen waren die Misteldrossel, einen Grünfink, Elster, einige Hausrotschwänze, einen Weissstorch und noch einiges mehr.

 

Über die Schleusen führte unser Weg auf die Insel, wo Jaro sofort 7 Löffelenten sah. Weitere Arten im Stausee waren Haubentaucher, Stockenten, Teich- und Blässhuhn und Gänsesäger. Dann schauten wir noch auf der anderen Seite der Insel, wo wir ein Männchen der Mandarinente bewundern konnten. Hinter uns hörten wir immer wieder „QUIT“, was war das? Ein Buntspecht. Den sahen wir dann auch recht gut auf dem Baum.

 

Als wir auf die Uhr schauten, merkten wir, dass wir uns schon auf den Rückweg machen müssen. Auf dem Rückweg kamen dann noch Arten wie der Kleiber, Schwarz- und Rotmilan dazu.

 

46 Arten in drei Stunden in Basel! Eine gute Leistung.

von Dominic

 

Hier die Artenliste:

 

1.       Kohlmeise

2.       Blaumeise

3.       Sumpfmeise

4.       Zilpzalp

5.       Fitis

6.       Mönchsgrasmücke

7.       Hausrotschwanz

8.       Girlitz

9.       Amsel

10.     Star

11.     Rauchschwalbe

12.     Rabenkrähe

13.     Saatkrähe

14.     Haussperling

15.     Grünfink

16.     Buchfink

 

 

17.       Distelfink

18.       Rotkehlchen

19.       Ringeltaube

20.       Strassentaube

21.       Bachstelze

22.       Gebirgsstelze

23.       Mittelmeermöwe

24.       Stockente

25.       Löffelente

26.       Kernbeisser

27.       Misteldrossel

28.       Kormoran

29.       Gänsesäger

30.       Haubentaucher

31.       Teichhuhn

32.       Blässhuhn

33.       Türkentaube

34.       Zaunkönig

35.       Weissstorch

36.       Höckerschwan

37.       Nilgans

38.       Mandarinente

39.       Buntspecht

40.       Grünspecht

41.       Rotmilan

42.       Schwarzmilan

43.       Sommergoldhähnchen

44.       Gartenbaumläufer

45.       Kleiber

46.       Elster

 


5 Kommentare

Fr

27

Jan

2017

Eulenexkursion

Gegen Abend ging es los: die Eulenexkursion konnte beginnen! Würden wir dieses Mal mehr Erfolg haben als andere Jahre? Wer weiss… Hoffnungsvoll stiegen wir ins Tram Richtung Rodersdorf. Am Zielort angekommen mussten wir unsere Sinne schärfen. Angespanntes Zuhören war angesagt. Anfangs war es nur der Autolärm der uns zu Ohren kam. Wann würde wohl ein erstes Mal das Buhen des Uhus ertönen? Es war nämlich genau diese mystische und seltene Art, die wir uns erhofften. Das stille Warten wurde plötzlich durch einen schauerlichen Gesang unterbrochen. Die Teilnehmer versetzte das nicht in Angst, sondern vielmehr in Freude. Denn sofort war klar, dass es sich um einen singenden Waldkauz handelte. Obwohl der Uhu an diesem Abend auch nach weiterem Warten nicht zu hören war, konnten wir zufrieden zurück ins Tram. Auf dem Weg konnten Samuel und ich noch ein Reh im Taschenlampenlicht entdecken.

 

 

Die Exkursion war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht beendet. Einige Stationen weiter stiegen wir wieder aus. In einer Tannenplantage suchten wir weiter nach der Waldohreule. Leider ohne Erfolg. Stattdessen liess sich ein Fuchs schön blicken. Nach einem kleinen Spaziergang liessen wir den Lichtkegel unserer Lampen über einen kleinen Fluss schweifen – und prompt flog ein schnepfenartiger Vogel auf! Obwohl wir die Art nicht sicher bestimmen konnten, erfreuten wir uns ab dieser interessanten Entdeckung und machten uns auf den Heimweg.

 

9 Kommentare

Di

17

Jan

2017

Crazy Winter Twitch

 

Jeden Winter tauchen Ende Herbst / Anfang Winter an den nordeuropäischen Küsten besondere, seltene und immer wieder auch extrem seltene Vögel auf.  Ein Teil dieser Irrgäste stammt Asien. Sie sind auf dem Weg in ihre Winterquartiere in die falsche Richtung gezogen und so schlussendlich statt in Südostasien in Nordeuropa angekommen.

 

Zu den häufigeren solchen Irrgästen (ok, klingt etwas nach einem WiderspruchJ) zählen zum Beispiel Tienschan- und Goldhähnchenlaubsänger, Sporn- und Waldpieper oder Nonnensteinschmätzer. Daneben gibt es aber auch immer wieder echte Superseltenheiten zu bestaunen. Und manchmal, ja manchmal kommt es sogar zu regelrechten Einflügen von Arten, welche davor jahrelang kaum je in einmal Europa gesichtet wurden. Soviel zum Hintergrund – nun wird’s konkret: Nachdem die Bergbraunelle Prunella montanella bis und mit 2015 insgesamt nur knapp über 30 mal in Europa (ohne Russland) nachgewiesen werden konnte, tauchten dieses Jahr also plötzlich über 200 Vögel in Europa auf! In etlichen Ländern wurde die Art zum allerersten mal überhaupt nachgewiesen. Eine detaillierte Übersicht zu diesem Wahnsinnsereignis findet sich hier:

https://www.dutchbirding.nl/wpbirding/1318/unprecedented_influx_of_siberian_accentors_in_europe_-_a_monthly_summary

 

Nun handelt es sich bei der Bergbraunelle nicht einfach nur um einen seltenen Vogel und die in Sibirien beidseitig des Urals brütende Art kommt auch nicht nur aus einem spannenden Gebiet – sie ist auch noch richtig hübsch! Ok ok, wenn Du mehr auf sowas, sowas oder das da stehst, siehst Du das eventuell auch etwas anders.... Aber hey – dann kannst Du auch einfach in den nächstbesten Zoo :-). Wieder zurück zur Braunelle: Obwohl super selten, ist sie in allen besseren Vogelbestimmungsbüchern Europas abgebildet. Sprich: Die Art ist einem bekannt und bei jedem Durchblättern des Bestimmungsbuches denkt man, dass man diesen Vogel schon sehr gerne einmal sehen würde. Doch ohne eine grössere Reise ostwärts machen zu müssen, war das bisher alles andere als realistisch. Dieses Jahr aber.....

 

Extrem spontan (2 Stunden vor dem Flug) beschlossen wir (Peter Zeller* und ich) am 6. Januar unser Glück in Norddänemark zu suchen. Hier hielt sich seit längerem eine Bergbraunelle im Hafengelände von Hirtshals auf. Neben diesem Highlight erhofften wir uns auf unserem Kurztrip noch ein paar weitere nordische Besonderheiten. Unter anderem war im benachbarten Südschweden ein Rotkehlstrandläufer anwesend (noch sehr viel seltener als die Bergbraunelle, allerdings gerade im Winterkleid eine bestimmungstechnisch extrem harte Nuss...).

 

Nachdem wir also im letzten Moment die Flüge und ein Mietauto gebucht hatten, ging es ab zum Flughafen (schlechtes Gewissen betreffend ökologischem Fussabdruck und kritische Gedanken betreffend unserer Zurechnungsfähigkeit inklusive) und wir hoben in Richtung Kopenhagen ab.

 

Bekanntlich ist es im Winter in Skandinavien meistens dunkel – die Suche nach der Berbraunelle konnte dem entsprechend erst am nächsten Tag starten. Im Hafengelände angekommen, waren wir (wenig verwunderlich) nicht die einzigen Birder: Zusammen mit Schweden, Deutschen, Holländern und Österreichern machten wir uns in der Morgendämmerung auf die Suche nach dem Vogel. Da vor Ort ein paar Sanddornbüsche vielversprechend aussahen, konzentrierten wir uns (mittlerweile rund 20 Personen) auf diese Stellen. Nach rund einer Stunde hatten wir zwar ein paar Rotkehlchen, Amseln und diverse Finken darin entdecken können, von einer Braunelle fehlte jedoch jede Spur. Als daher ein paar weitere Ornis sehr gezielt eine Ecke des brach liegenden Areals mit alten Palletten aufsuchten, hofften wir auf ortskundige Dänen. Wir wurden nicht enttäuscht: Sekunden später war der Vogel auf einem Brett sitzend entdeckt!!! Tatsächlich – ein Wahnsinnsvogel! Im Laufe der nächsten Stunde konnten wir die Bergbraunelle aus nächster Nähe bewundern,  teilweise hüpfte sie in weniger als 3 Meter Entfernung vor uns am Boden herum. Die Reise hatte sich schon mal ganz eindeutig gelohnt!

 

Schliesslich verabschiedeten wir uns vom Vogel und den noch anwesenden Ornis. Weiter ging es mit der Raritätensuche! Ein Trupp Birkenzeisige in einem Nachbarort war das nächste Ziel: Der Trupp war zwar schnell gefunden – das Schwierigste folgte aber danach: Unter den rund 200 Birkenzeisigen galt es, den einen Polarbirkenzeisig zu finden! Nicht ganz einfach, vor allem, wenn der Trupp ständig von einer Erle zur nächsten fliegt...Schlussendlich entdeckte Peter den gesuchten Vogel. Und bevor er wieder verschwand, konnte auch ich noch einen kurzen Blick auf ihn werfen. Höchste Zeit auch – denn wir wollten noch am selben Tag mit der Fähre nach Schweden.

 

Nach schönen Beobachtungen während der Überfahrt von zwei Skuas, vier Dreizehenmöwen, vielen Basstölpeln und rund 40 Lummen (alle die nahe genug waren, erwiesen sich als Trottellummen) kamen wir so am Abend in Göteborg an.

 

Am nächsten Tag folgte eine erfolglose Suche nach dem Rotkehlstrandläufer (er ward seither nicht mehr gesehen...), ein erfolgreicher Twitch einer seit längerem anwesenden Dunkelente und zum Abschluss, gleich neben dem Flughafen, eine super Beobachtung einer jagenden Sperbereule!

 

Und dann? Ja, dann ging es schon wieder zurück in die Schweiz und der crazy-Kurztrip nach Skandinavien war Geschichte. Die Erinnerungen werden aber natürlich noch lange bleiben.

 

Von Nicolas

 

* ja klar, wir lachen gerne über die Natrixler – aber eigentlich mögen wir sie richtig gut ;-)

 

5 Kommentare

Sa

10

Dez

2016

Abschlussabend in Rodersdorf

Heute war es wieder so weit. Der traditionelle Abschlussabend mit dem berühmt-berüchtigten Quiz stand bevor. Mit dem Trämli gings ab nach Rodersdorf. Die Rucksäcke wurden schnell bei Nicolas verstaut, bevor es zu einem wilden Fussballspiel kam. Nach vielen Steilpässen, Fouls, mehr oder weniger legendären Toren und hochunterhaltsamen Szenen, besannen wir uns und wurden erinnert, dass wir im Grunde eine ornithologische Jugendgruppe sind :-) So wechselten wir zu einer ernsteren aber umso spannenderen Angelegenheit, nämlich dem Erstellen des Programms für das nächste Jahr. Klar steht fest: Auch 2017 wird ein vielseitiges Jahr für die Jugendgruppe; viele spannende Exkursionen stehen bevor! Schon bald dürfte das endgültige Programm auf der Website auftauchen.

 

Nun stand dem Bestimmungsquiz nichts mehr im Weg. Mit Anspannung und Vorfreude wurden die Bestimmungsbücher gezückt und das hektische Blättern fing an. 25 Bilder hatte Nicolas vorbereitet, die es zu bestimmen galt. Ein bunter Mix aus häufigen und selteneren Arten, allesamt knifflig. Italiensperling, Trauerschnäpper, Rosenstar, Wüstensteinschmätzer… Am Ende stand fest: Es wird ein Stechen geben (Zwei Personen hatten die gleiche Punktzahl erreicht, somit würde es nach dem Nachtessen eine zweite Runde geben). Um die Spannung aufrechtzuerhalten wurden jedoch noch keine Namen verkündet, sondern leckere Spaghetti an verschiedenen Saucen gegessen.

 

Mit 17 Punkten waren Samuel und ich auf dem gleichen Stand. Zehn weitere Bilder mussten also bestimmt werden, um den (oder bei einem weiteren Gleichstand die) Sieger zu bestimmen. Natürlich konnten aber alle anderen ebenfalls miträtseln und so ging es in die zweite Runde. Ich konnte einen Punkt Vorsprung holen und wurde mit einer Klausmütze belohnt. Auch dieses Jahr waren wieder alle auf einem extrem hohen Niveau!! Nun konnten wir noch Glace mit Schokolade und Schlagsahne geniessen und schon wieder war ein Abschlussabend vorüber. Wir freuen uns aufs nächste Jahr und hoffen bei den Exkursionen einige neue Gesichter kennenlernen zu dürfen!

 Von Sylvain

 

0 Kommentare

So

23

Okt

2016

Rheininsel

Um acht Uhr früh trafen sich sechs Bebbi Babblers mit dem heutigen Leiter Tobias vor der Dreiländerbrücke am Rhein. Eine kurze Velofahrt führte uns zum Märkter Stau, wo wir den Stausee nach Enten und anderen Wasservögel absuchten. Erwähnenswert waren hier vor allem einige Pfeifenten und ein Trupp Kernbeisser der rufend über unsere Köpfe zog. Unser eigentliches Exkursionsgebiet war aber die neulich renaturierte Rheininsel und so überquerten wir den Staudamm, wo wir einige Bergpieper beobachten konnten, die mit der kalten Jahreszeiten hier erscheinen. Von einem Hügel aus, hatten wir einen guten Überblick über die Rheininsel und ihre weitläufigen strukturreichen Lebensräume. Mit Fernrohr machten sich die einen daran, die vielen Wasserflächen abzusuchen, während andere nach ziehenden Kleinvögeln Ausschau hielten. Während immer wieder die Rufe durchziehender Feldlerchen erklangen, konnten wir neben den vielen Ringeltauben auch eine Gruppe der selteneren Hohltaube ausfindig machen. Löffelenten, Krickenten ein jagender Turmfalke, viele durchziehende Kleinvögel wie Wiesenpieper und eine grosse Ansammlung eleganter Silberreiher erfreuten uns ebenfalls. Später kamen auf einer grösseren Wasserfläche neben etlichen Pfeifenten ebenfalls die winzigen Zwergtaucher dazu. Bekassinen liessen zwar noch auf sich warten, allerdings konnten wir einen Waldwasserläufer entdecken, der sehr gut versteckt und fast regungslos zwischen Wasserpflanzen verharrte. Im Restaurant am Ende der Rheininsel spendierte uns Tobi eine warme Schokolade. Obwohl es für uns Bebbi Babblers natürlich auch gut ohne gegangen wäre, waren wir dann doch sehr erfreut als wir im Warmen eine kurze Pause einlegten. :-) Nachdem Samuel noch kurz das ganze Vogelbuch durchblättert hatte und alle Vogelarten erwähnte, die er schon gesehen hat, was ja inzwischen auch nicht mehr nur eine Handvoll ist, konnten wir uns wieder auf den Weg machen und fuhren zügig zu einem Hide, um dort unser Mittag zu geniessen. Eisvogel, Graugänse und Wasserrallen konnten hier noch gesehen werden. Es stach jedoch immer ein dezenter Geruch heraus, der vielleicht auf Jaros hausgemachten Extra-Knoblauch Salat zurückzuführen war. Geruch hin oder her mussten wir bald weiter, machten Halt beim grossen Turm in der Petite-Camargue Alsacienne, und besuchten schlussendlich noch eine letzte Beobachtungshütte. Hier konnten wir fünf Bekassinen sehr schön bewundern, ein ornithologisches Highlight dieser Exkursion. Nutria, Bisamratte und Eichhörnchen zeigten sich. Mit diesen Eindrücken fing die Rückfahrt an. Obwohl wohl bei den Arten noch etwas mehr möglich gewesen wäre, war es doch wieder eine gelungene Exkursion – mit viel Spass, Action und schönen Beobachtungen in einem sehr spannenden Gebiet!

von Sylvain

 

0 Kommentare

Di

20

Sep

2016

Goldregenpfeifer in Hégenheim

 Die Kiesgrube und die umliegenden Äcker und Flächen in Hégenheim sind fast immer einen Besuch wert und ein Hotspot in der Region Basel. Das vor allem, weil hier jederzeit mit Überraschungen gerechnet werden kann. Diesen Frühling hat Dominic dort eine Kurzzehenlerche entdeckt (Blogbericht). Weiter wurden schon zweimal Triele gesichtet und es existieren Nachweise von Rotkopfwürger, Mornellregenpfeifer, Goldregenpfeifer und Brachpieper.

 

So sollte auch heute wieder einer dieser Tage sein. Nachdem ich bereits eine Weile die Steinschmätzer auf den Feldern gezählte hatte, hörte ich plötzlich einen seltsamen Ruf. Sofort sah ich einen grösseren Vogel tief über den Feldweg fliegen. Sofort war mir klar, dass es sich aufgrund der Form um einen Regenpfeifer handeln musste. Ich verfolgte den Vogel mit dem Feldstecher und konnte eine goldige Oberseite erkennen. Glücklicherweise sah ich den Vogel hinter der Kiesgrube landen und ich begab mich dorthin. Auf einem grossen Acker wurde ich nach kurzer hektischer Suche schnell fündig. Der Goldregenpfeifer suchte aktiv nach Nahrung und liess sich, obgleich etwas weit, gut beobachten. Ich informierte andere Ornithologen, die den Vogel abends am gleichen Ort auch noch sehen konnten. Laut Ornitho ist dies der zweite Nachweis für die Kiesgrube. Was wird wohl als nächstes kommen?

von Sylvain

0 Kommentare

So

04

Sep

2016

Bird Race 2016 - ein voller Erfolg!

Auch beim diesjährigen Birdrace waren zwei Bebbi Babbler Teams am Start: Einerseits das Jugendgruppen-Team mit Samuel, Jaro und Milan, anderseits das Leiterteam bestehend aus Valentin, Stefan, Frederik und mir. Während die Jugen ihre bewährte Seelandroute widerholten, wagten wir endlich das jahrelang thematisierte Vollprogramm Leuk (inkl. Waldbrandfläche und alpine Flächen) & Seeland!

 

Nach 24 äusserst spannenden Stunden gabs die super Ergebnisse:

 

Samuel, Jaro und Milan haben mit 124 Arten den alten Jugendgruppenrekord von 117 Arten regelrecht pulverisiert und gleichzeitig den 5. Rang unter allen Teams erobert!

 

Wir schafften mit 127 Arten einen neuen Bebbi Babbler Rekord und erreichten damit den Bronzerang! Mal schauen was mit dieser Route in Zukunft noch alles möglich ist...

 

Die ganze Rangliste findet sich hier:

http://www.birdlife.ch/de/content/bird-race-0

 

Mehr Details zu den Erlebnissen der beiden Teams kommen in Kürze!

von Nicolas

0 Kommentare

So

21

Aug

2016

Heuschrecken-Exkursion

Heute trafen wir uns vor dem Jumbo in Allschwil. Unser Ziel waren heute weniger die Vögel, sondern die Heuschrecken. 

Wir liefen als erstes zu einem kleinen Naturschutzgebiet in Allschwil, wo wir ca. 2 Stunden alle Lebewesen sammelten, die wir finden und fangen konnten. Darunter konnten wir auch Geburtshelferkröten, eine Erdkröte, eine Mauereidechse, eine Wespenspinne, Langflüglige Schwertschrecken, westliche Beissschrecken, eine Schiefkopfschrecke und viele weitere Heuschrecken-Arten bewundern.

Nachdem wir dieses Gebiet gut abgesucht haben, gingen wir in ein anderes Gebiet, wo wir neu für unsere Liste noch eine Feldgrille und Lauchschrecken fanden. Als Schmetterlinge konnten wir noch einen Waldbrettspiel und ein Grosses Ochsenauge sehen.  Als wir Zmittag essen wollten, entdeckte uns Samuel einen Fischadler!

Nach dem Zmittag war ich motiviert ein bisschen Greifvögel zu beobachten, während sich die anderen noch kurz austobten und siehe da, es hat sich gelohnt, denn ich konnte zwei ziehende Schwarzstörche beobachten, doch leider flogen sie zu schnell und die anderen konnten sie nicht sehen. Kurze Zeit später konnte ich mit Jaro noch eine Turteltaube beobachten.

Nach einer Weile gingen wir zum Wasserturm von Allschwil und nach einer kurzen und erfrischenden Wasserschlacht stiegen wir auf den Turm. Vom Turm aus hatten wir eine Aussicht über ganz Basel und innerhalb von ca. 2 Stunden konnten wir 18 durchziehende Schwarzmilane, 51 durchziehende Wespenbussarde,einen durchziehenden Sperber, 6 durchziehende Baumfalken und noch vieles mehr beobachten.

Unser letzter Abschnitt der Exkursion widmete sich wieder den Heuschrecken. Wir liefen wieder in ein Biotop, wo wir mehrere Langfühler-Dornschrecken und eine seltene Grüne Strandschrecke bewundern konnten.

Es war wieder einmal eine gelungene Exkursion!

von Dominic

 

0 Kommentare

Mo

01

Aug

2016

Schafstelzen: Bald geht es wieder los!

Schon in weniger als einem Monat werden die ersten Schafstelzen-Durchzügler wieder in der Schweiz rasten! Wir warten gespannt und werden erneut versuchen, so viele Beobachtungen wie möglich zu machen.

 

Im letzten Frühling haben wir uns schon einmal etwas "aufgewärmt". Im kleinen Rahmen haben wir geschaut, wie häufig die verschiedenen Unterarten im Frühling sind. Das Ergebnis: Von 44 Männchen konnten wir 41 einer Unterart zuweisen. Am häufigsten waren flava-Vögel (31), gefolgt von thunbergi (7) und cinereocapilla (3).  Vögel mit klassischen Merkmalen von cinereocapilla scheinen im Frühling als "Overshoots" also auch nördlich des Jura nicht allzu selten zu sein....

 

Dominic Eichhorn, Simon Hohl, Nicolas Martinez

0 Kommentare

Mi

20

Jul

2016

Rotschwanz Mischsänger und Hybriden: Update

Die im 2015 beobachteten Vögel in Wenslingen und Ziefen sind leider nicht zurück gekehrt. Wir konnten also diesen spannenden Fällen keine weiteren Details mehr hinzufügen. In Laufen entdeckten aber Theo Walser und Josef Borer einen Mischsänger, den ich in den folgenden Wochen mehrfach beobachten und hören konnte. Zudem haben wir auf dem Internet weitere Hybrid-Beobachtungen aus dem Ausland entdeckt. Es wird also in den nächsten Monaten noch mehr dazukommen:-)

 

Bis dahin schon einmal ein paar Ton- und Bildaufnahmen des Laufener Mischsängers:

Tonaufnahme & Sonogramm:

http://www.xeno-canto.org/328197

 

von Nicolas

 

0 Kommentare

So

17

Jul

2016

Alpensegler: Junge beringen

Nachdem wir beim ersten Besuch unserer Alpenseglerkolonie vom 20. Juni noch keine Nestlinge beringen konnten, gelang dies einen Monat später. Grund für diese Verspätung war wohl der nass-kalte Frühling. Mit insgesamt 21 beinahe flüggen Jungvögeln war das aber dennoch ein gutes Jahr für unsere Kolonie. Neben der Beringung der Nestlinge bekamen wir auch einige Altvögel in die Hände. Einige von ihnen spuckten ihren Futterballen aus, den wir in Alkohol konservierten und einem Entomologen übergeben werden. Wir sind gespannt darauf zu erfahren, was unsere Alpensegler alles aus der Luft holen.

von Frederik

0 Kommentare

Mo

04

Jul

2016

Lachmöwen-Report

Der Bericht für das erste Jahr unseres Lachmöwen-Projektes ist jetzt online.
Wir konnten 91 Ringe ablesen, von 41 Individuen aus 10 Ländern! Es ist beeindruckend, aus welchen Richtungen die Möwen kommen!

 

Mehr zu den Hintergründen des Projektes hier.

 

Als kleiner Teaser aus unseren Daten:

Basel ist schön! Das finden auch die Möwen…
Der Beweis liegt in den Ringdaten: Einer der Vögel hat den ersten Winter in Strasbourg verbracht, der zweite in Zürich – Wo sind sie im nächsten Jahr gewesen? Genau! Z’Basel 

am mim Rhy! J

Lachmöwen-Report 2016.pdf
Adobe Acrobat Dokument 520.4 KB
0 Kommentare

Mo

20

Jun

2016

Jugendgruppe: Alpenseglerkolonie

Für den ersten Besuch dieses Jahr in der Alpenseglerkolonie machten wir uns nicht sehr grosse Hoffnungen: Das Wetter war schlecht, der Frühling verspätet. Vor ein paar Jahren hatten wir unter ähnlichen Umständen genau ein Nest. Die Alpensegler werden für Vögel relativ alt und können es sich darum leisten, auch mal eine Brutsaison ausfallen zu lassen. 

 

Dann gerade hinter der Tür zur Kolonie ein brütender Altvogel! Das machte Hoffnung, und zumindest teilweise wurden die erfüllt: mindestens 6 Nester mit Jungen, und einige andere mit Eiern. Die Jungen waren alle zu klein, um sie zu beringen, aber wir konnten immerhin einige Altvögel fangen, darunter auch ein paar Wiederfänge.  
Zum Glück nehmen es die Alpensegler ziemlich easy mit dem Beringen, und bleiben meist ruhig. Meist sogar ruhiger als die Jugendgrüppler, die sich mit den scharfen Krallen der Alpensegler herumschlagen müssen, wahrscheinlich eine Art Revanche ;)

Sobald wir die Alpensegler zu ihrem Nest zurückbringen (brütende Altvögel stören wir aber nicht), kehren sie sofort zum "Business as usual" zurück. 

Wie immer haben wir in der engen und staubigen Kolonie in den Nestern die Lausfliegen gezählt, zum Teil waren es über 20 Blutsauger.

 

Die meisten Alpensegler, die in die Kolonie zurückkehren, haben Futter für die Jungen dabei. Dieses wird als grosser Ballen, aus noch lebender Insekten, wieder hochgewürgt und verfüttert. Beim Fangen kann es vorkommen, dass die Elterntiere den Ballen verfrüht hochwürgen. Während wir in der Vergangenheit versucht haben den Ballen den Jungen von Hand zu verfüttern, dies klappt meist ganz gut, beschäftigten wir uns dieses Mal ein bisschen genauer mit dieser Alpenseglernahrung: Zu einem grossen Teil bestand sie aus Schwebefliegen, mit einigen kleinen Wespen und sogar einem Distelfalter. Sehr interessant! Vielleicht ergibt sich daraus sogar ein Projekt in der Zukunft.

von Valentin

Fr

27

Mai

2016

Jugendgruppe: Amphibien in der Herzogenmatt

Heute hatten wir einmal nicht Vögel, sondern Amphibien im Visier. Mit rekordverdächtigen 10 Personen fuhren mit dem Tram Richtung Allschwil und liefen dann
in die Herzogenmatt. Auf dem Weg versuchte wir noch, einen Waldkauz zu finden, der aber nicht da zu sein schien. Sobald wir am guten Ort angekommen waren, hörten wir schon von überall Laubfrösche, Seefrösche und Geburtshelferkröten. Über den Weg hüpfte ein Laubfrosch Männchen, das wir fangen und von Nahem bestaunen konnten. Im Teich nebendran fingen wir ein erstes Kammmolch Männchen, welches wir  ebenfalls in einem Behälter von Nahem anschauten.
Auf dem Weg zu anderen Teichen fanden wir noch eine letztjährige Erdkröte und im Hintergrund sangen Maulwurfsgrillen. Danach konnten wir Kammmolch, Fadenmolch, Bergmolch (alle im direkten Vergleich), Seefrosch, einen grossen Wasserkäfer, Wasserskorpione und  kleine Fische herausfischen und einer Libelle beim Schlüpfen zusehen. Nicolas erklärte uns u.a. die Bestimmung von See-/Teich-/und Wasserfröschen und von Amphibienlarven.
Bei kleinen Teichen im Wald, hofften wir, Gelbbauchunken zu finden, die wir aber leider nicht fanden. Dafür wurden wir mit einer ''neuen Tagesart'', dem Grasfrosch, belohnt. Auf einer geteerten Strasse fanden wir nochmals eine Erdkröte und die erste Geburtshelferkröte. Etwas weiter unten, für mich das Highlight des Tages (der Nacht), konnten wir zwei Geburtshelferkröten bei der Eiübergabe beobachten. Wenn wir das Licht dämmten oder ausschalteten, machten sie weiter mit der Übergabe. Am Schluss lief das Männchen mit den Eiern davon.
Auf dem Heimweg sahen wir noch einen ziemlich schönen Waldkauz und mitten auf der Strasse einen Igel.
Wir hatten nun in ca. 2-3 Stunden fast alle in der Region vorkommenden Amphibienarten gesehen und sogar alle von Nahem betrachten können! Nur die Gelbbauchunke blieb aus...
Wieder einmal eine sehr gelungene und lehrreiche BEBBI BABBLER Exkursion (wie immer:-)).

von Samuel

0 Kommentare

Di

24

Mai

2016

Kurzzehenlerche in der Kiesgrube Hégenheim

Wie fast jeden Tag zückte ich heute nach der Schule mein Fahrrad um Vögel beobachten zu gehen. Heute beschlossen ich und Sylvain zuerst zur Kiesgrube in der Nähe von Hegenheim und danach zur Petite-Camargue Alsacienne zu fahren. In der Kiesgrube fanden wir sofort eine Dorngrasmücke und ein paar Uferschwalben. Gerade als wir gehen wollten sah ich einen kleinen Vogel von der Schweizer Seite auf uns zufliegen. Er landete auf dem Weg und ein kurzer Blick im Feldstecher reichte aus, um einen Glücksschock zu bekommen: Mir war sofort klar, dass es sich um eine Kurzzehenlerche handeln musste!!!

 

Die Kurzzehenlerche ist bei uns ein seltener Durchzügler. Laut Faune-Alsace  gibt es aus der Region Haut-Rhin bisher erst einen Nachweis. In Basel-Stadt und Basel-Land wurde die Art sogar noch gar nie gesehen! Wir informierten sofort andere Ornithologen aus der Region und fotografierten den Vogel. Er  war nicht sehr scheu und man kam auf ca. 10m Nähe an an ihn heran. Als die Kurzzehenlerche dann in ein grösseres Feld flog, konnten wir sie nicht mehr finden und gingen schliesslich weiter.

von Dominic

1 Kommentare

So

22

Mai

2016

Einsteigerexkursion: Allschwiler Wald

Heute war es soweit: Die erste stattfindende Einsteigerexkursion erlaubte es drei hochmotivierten Neulingen zum ersten Mal in unserer Jugendgruppe „Ornithologenluft“ zu schnuppern! Ebenfalls dabei war Fabrice, der schon vorher an einigen Exkursionen teilgenommen hatte. Sobald machten wir uns also auf den Weg in der Allschwilerwald und lauschten konzentriert den ersten Vogelgesängen. Zuerst galt es im ganzen Stimmengewirr Orientierung zu finden – ganz schön schwierig! Dennoch wurden bald die häufigsten Arten wie Buchfink, Amsel und Mönchsgrasmücke bestimmt. Über den Baumwipfeln zeigten sich einige Mauersegler und ein Mäusebussard kreiste einige Male tief über unsere Köpfe. Aus einem Gebüsch ertönte plötzlich eine seltsame Vogelstimme: Tatsächlich sang ein Teichrohrsänger aus einem dichten Gestrüpp! Dieser Zugvogel rastete auf seinem langen Weg in den Norden, um sich zu erholen. Die neuen Jugendgrüppler konnten im Fernrohr einen winzigen laut singenden Zaunkönig bewundern, einer der kleinsten Vögel Europas. Auch ein Rotkehlchen zeigte sich kooperativ und sang anhaltend und völlig frei auf einem Ast. Im Hintergrund hörte man plötzlich einige flötende Töne. Ein Pirol sang hoch oben in den Baumkronen! Der farbenprächtige Vogel blieb leider versteckt und wir machten uns auf, eine Lichtung zu suchen. Dort angekommen konnten wir einem wunderbaren Gartenrotschwanz beim Singen zuschauen. Auf einem Baum kletterte dann das Highlight des Tages: ein Kleinspecht! Die Jugendgrüppler lernten eifrig neue Vogelstimmen kennen; Girlitz, Sommergoldhähnchen, Kohlmeise. Auch Greifvögel kreisten im Himmel, darunter Rot- und Schwarzmilan. Ein schwarzer Vogel mit gelbem Schnabel sorgte für etwas Verwirrung. Eine Amsel? – Nein, ein Star. Wir lernten anhand welcher Merkmale diese Arten auseinanderzuhalten sind. Unter lauter Beobachtungen vergassen wir, wie schnell die Zeit voranschritt. Auf dem Rückweg konnten wir noch zwei sitzende Rauchschwalben bewundern. Die Zeit war schnell vergangen, ein gutes Zeichen! Wir hoffen die Teilnehmer bald wieder an einer Exkursion begrüssen zu dürfen!

von Sylvain

0 Kommentare

Mo

16

Mai

2016

Rotfussfalken in Laufen

An diesem Morgen ging ich für meine Maturaarbeit in Laufen Schwarzkehlchen kartieren. Angesichts der Tatsache, dass ich bereits einen singenden Orpheusspötter gefunden hatte, war das frühe Aufstehen schon vergessen und die Motivation hoch. Der Rundgang war bereits fast fertig, als ich einen fliegenden Falken mit meinem Feldstecher kontrollierte. Ich staunte nicht schlecht, als ich realisierte, dass es sich tatsächlich um einen männlichen Rotfussfalken handelte! Zu meiner Überraschung setzte er sich auch gleich auf eine Telefonleitung über dem Feld neben mir. Sofort schoss ich einige Belegfotos, da diese Art in der Region nur sehr selten vorkommt. Ich konnte beobachten wie der blaugefärbte Falke wiederholt nach Regenwürmern im Feld jagte und sie dann auf der Leitung verspeiste ohne mich gross zu beachten. Ich informierte die Ornithologen in der Region und beendete meinen Rundgang. Anschliessend kam ich zurück und konnte in am gleichen Ort wunderbar beobachten, da Samuel inzwischen auch mit seinem Fernrohr angekommen war. Plötzlich machte mich Samuel auf einen Falken aufmerksam, der von einem Turmfalke verfolgt angeflogen kam. Ein kurzer Blick reichte und es war klar. Rotfussfalke Weibchen! Er landete für einige Sekunden, verschwand jedoch schnell wieder. Erst etwas später entdeckten wir ihn auf der Spitze eines Baums und konnten Fotos schiessen bevor er wieder wegflog. Was für ein Tag!

 Beim Männchen handelt es sich um einen Vogel im ersten Sommer. Im Gegensatz zu einem adulten Vogel weist er eine starke Bänderung des Schwanzes auf. Unterhalb des Halses zeigt er einen leicht orangen Fleck. Unter anderem bestehen die Handschwingen und Armschwingen noch aus juvenile Federn.

von Sylvain

 

0 Kommentare

Sa

14

Mai

2016

Jugendgruppe: Pfingstlager Wallis

Am Samstag trafen wir uns früh mit viel Gepäck am Bahnhof. Wir hatten eine lange Zugfahrt nach Leuk. Als wir ankamen, machten wir uns bereit für eine Wanderung. Wir wanderten bergauf und suchten nach Vögeln. Als wir in einem abgebrannten Wald waren, sahen wir ein Steinhuhn am Singen. Man sah es sehr gut auf einem verkohlten Baumstamm. Kurz hörten wir auch einen Steinrötel und sahen eine Ringdrossel. Wir wanderten weiter mit einer wunderschöner Aussicht. Am späteren Nachmittag waren wir wieder im Tal und teilten uns in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe suchte den Zeltplatz mit dem Auto, die andere ging zu Fuss und beobachtet noch Vögel (unter anderem unser 7. Steinhuhn unseres Tages!). Auch konntren wir zusammen noch wunderschöne Rotfussfalken beobachten. Spät am Abend gingen wir auf Ziegenmelker-und Zwergohreulensuche. Leider hatten wir keinen Erfolg, aber wir sahen immerhin noch Rehe. Zurück zum Zeltplatz, assen wir Nachtessen und gingen später Schlafen.

von Nicolas

Am Sonntagmorgen standen wir alle um ca. 6.30 auf und machten uns auf die Weissbartgrasmücken-Suche. Wir fanden leider keine Weissbartgrasmücke, dafür sahen wir Orpheusspöter, Klappergrasmücke 2 Feldschwirle und Co. Nach dem Frühstück machten wir uns auf zur Alten Rhone und dem Leukerfeld. Schon auf den Weg konnten wir Fischadler und Rohrweihe entdecken. Bei der Alten Rhone angekommen, sahen wir schon unser erstes Highlight: Einen Rallenreiher. Weiter vorne bei den Kiesinseln erwartete uns noch eine Überraschung, ein Bruchwasserläufer, eine gute Art für Leuk. Neben vielen Bienenfressern konnten wir auch noch einen Rotschenkel beobachten.

Am Nachmittag trennten wir uns um möglichst viele Felder absuchen zu können. Die erste Gruppe bestehend aus Valentin, Jaro, Fabrice und Milan gingen mit dem Auto um entfernterene Felder abzusuchen. Die andere Gruppe bestehend aus Sylvain, Dominic, Nicolas und Stefan waren für die näheren Felder zuständig. Schon bei den ersten Feldern hatte eine Gruppe Erfolg: Ein Brachpieper, eine typische Art für Leuk. Die andere Gruppe fand zwar keine Seltenheit, dafür zwei Ortolane und nochmals zwei Feldschwirle. Zum Mittagessen fuhren wir nach Gampel. Nach dem guten Mittagessen gingen wir noch ein wenig im Rebberg birden. Doch Valentin und Stefan hatten eine Überraschung für uns, nämlich war in diesem Gebiet eine Weissbartgrasmücke stationär. Trotz langem warten, wollte sich die Weissbartgrasmücke nicht zeigen. Wir sahen zwar immer wieder Grasmücken zwischen den Büschen hin und her fliegen, doch wir konnten keine sicher als Weissbartgrasmücke bestimmen. Und dann musste leider auch Sylvain schon nach Hause. Nachdem Sylvain gegangen war, gingen wir noch mit Laura (der Chefin von Valentin) Schlangen suchen. Und wir hatten Glück, schon beim ersten Blech fanden wir eine Aspisviper, die alle schön sehen konnten. Dann fuhren wir alle nach Sion zur Valentins WG, um unser Gepäck abzuladen. Zum Abschluss des Tages gingen wir noch Zwergohreulen suchen, diesmal mit Erfolg. Wir hörten mind. 2 Stück. Leider waren die Zwergohreulen weit weg und nicht alle hörten sie. Aber trotzdem war der Tag ein grosser Erfolg :)

von Milan

Am Montag wurden wir um 7:00Uhr von unseren Leitern aufgeweckt. Wir assen Zmorge und packten unsere Rucksäcke. Voller Motivation und mit Hoffnungen auf eine Erweiterung der Artenliste stiegen wir in zwei Autos ein und wir fuhren Richtung Chamoson. Wir hielten an einem Ort, wo Valentin wusste, dass dort Wildkaninchen leben. Und tatsächlich konnten wir eines sehen. Wir hörten auch einen Wendehals und wir suchten einen vielversprechenden Acker ab, wo wir nicht viel mehr als Haussperlinge und Feldlerchen finden konnten. Unser nächstes Ziel war der Marais d’Ardon. Dort konnten wir unsere Artenliste mit zwei neuen Arten vergrössern (mit dem Zwergtaucher und der Nebelkrähe). Einen Wendehals, ca.16 Steinböcke und einen Feldhasen konnten wir auch beobachten.

Wir wollten gerade mit dem Picknick beginnen, doch wir mussten sofort weiter, weil Valentin einen Anruf bekommen hat. Niemand wusste genau was los war, ausser Valentin und Stefan. Wir fuhren durch die Reben, bis Valentin neben einem Auto der Vogelwarte parkierte. Da sahen wir auch schon eine Mitarbeiterin der Vogelwarte mit einem Wiedehopf in der Hand. So konnten wir sehen, wie die Wiedehopfe gemessen werden und uns wurde erklärt, wie sie beringt werden und vieles mehr. Es war sehr spannend. Dann führte uns die Frau in ein Gartenhäuschen, wo uns sofort ein unangenehmer Geruch in die Nase kam. Kein Wunder, denn in diesem Haus war ein Wiedehopfnest mit jungen Wiedehopfe drin. Wir konnten die jungen Wiedehopfe betrachten und gingen dann wieder raus.

Nach der ganze Wiedehopfsache zeigte uns Valentin, was er im Zivildienst macht. Er telemetriert Heidelerche. Er zeigte uns, wie das geht und so konnten wir auch schön eine Heidelerche betrachten. Stefan entdeckte noch zwei sitzende Steinadler auf einer Bergkante.

Wir fuhren nach Chamoson in einen Steinbruch. Wir mussten nicht lange warten, bis wir die Blaumerle singen hören konnten. Ein bisschen später zeigte sie sich auch im Steinbruch. Den Uhu konnten wir noch nicht finden, dafür flog uns ein Bartgeier über dem Kopf und ein bisschen später kam auch noch der Schlangenadler und der Wanderfalke. Als Jaro, Fabrice und ich nach Schlangen suchten, hörten wir plötzlich den Uhu rufen. Leider mussten wir schon wieder nach Sion zurück und von dort in den Zug Richtung Basel. Es war ein sehr tolles und erfolgreiches Pfingstlager. Insgesamt konnten wir 125 Vogelarten in 3 Tage beobachten!

von Dominic

0 Kommentare

Sa

23

Apr

2016

Jugendgruppe: Züriseetag

Wir trafen uns um 7:00 am Bahnhof SBB. Milan, der wieder einmal zu spät kam, konnten wir noch auf der Rolltreppe abfangen, bevor wir Richtung Nuoler Ried losfuhren. Im Zug zeigte uns Nicolas die Fotos von Marokko, unter denen sich auch ein Foto von einem BABBLER fand! In Nuolen angekommen suchten wir die ersten Felder und das Seeufer ab. Es regnete ein wenig, dass perfekte Wetter für eine Rötelschwalbe. Nichts gefunden gingen wir weiter und........ 4 Rotkehlpieper zeigten  sich uns. Auf dem nächsten Feld fanden wir 3 Kurzzehenlerchen, die sogar unserem Leiter Nicolas Freude bereiteten! Es waren seine ersten Schweizer Kurzzehenlerchen und da wir ja BEBBI BABBLER sind, gehörte eine Schafstelzenkontrolle dazu. Prompt entdeckte Jaro eine mögliche gelbköpfige Schafstelze (M.f.flavissima/lutea). Da es sich nicht um ein ganz typisches ausgefärbtes Männchen handelte, schickten wir die Bilder nachträglich noch an zwei Spezialisten, die unsere Bestimmung vorerst bestätigten.

 

Weiter ging die Reise nach Jona, einem guten Ort für Limikolen. Auf der Hinfahrt sahen wir aus dem Zug bei Rapperswil 2 Eiderenten. In Jona angekommen, bemerkten wir, dass nicht viel los war. Plötzlich aber klingelt Nicolas Handy. Für einmal eine nette Tat eines NATRIXLERS: Dennis und Simon haben eine Zitronenstelze in Schmerikon entdeckt!!! Sofort zurück zur Zugstation, in den Zug, wieder hinaus und per Sprint zur Aabachmündung. Und da sass sie!!!! Nachdem wir viele Fotos gemacht haben und die Stelze ausführlich bewundert haben, suchten wir noch den See ab. Fluss- und Trauerseeschwalben liessen sich gut ansehen, hinter uns sang noch ein Rohrschwirl. Nach diesen tollen Beobachtungen konnten wir glücklich nach Hause gehen.

von Jaro

 

Die Zitronenstelze. Bild: Jaro.

Die wahrscheinliche flavissima/lutea Schafstelze (unter Vorbehalt der Annahme durch die SAK). Bild: Jaro.

 

1 Kommentare

Di

19

Apr

2016

Rotkopfwürger Rodersdorf

Als ich am 19. April meine übliche Runde durch Rodersdorf drehte, staunte ich nicht schlech: Exponiert auf einem Ast eines Apfelbaums sass da tatsächlich ein Rotkopfwürger-Männchen!

 

Der Vogel liess sich während der folgenden halben Stunde prächtig beobachten. Er unternahm immer wieder Jagdflüge, um auf dem benachbarten Acker Käfer und andere Insekten zu fangen. Die meiste Zeit hielt er sich knapp ausserhalb der Schweiz in Liebenswiller F auf, beim Herumfliegen überquerte er aber auch Schweizer Gebiet. 

 

Der Rotkopfwürger konnte am Abend und an den beiden Folgetagen noch mehrfach von verschiedenen Beobachtern bewundert werden. Und: Für wohl kurze Zeit gesellte sich sogar noch ein Weibchen dazu! (Beobachtung von Silvia & Rolf Delfs am 21. April Nachmittags)

 

Bei Nachsuchen am 22., 23. und 24. April konnte jedoch kein Rotkopfwürger mehr festgestellt werden – er oder sie sind also wohl weitergezogen...

 

Der Wärme liebende Rotkopfwürger braucht ein gutes Angebot an Grossinsekten. Seine Hauptverbreitung liegt daher im Mittelmeerraum. Eine weltweite Verbreitungskarte findet sich hier http://www.birdlife.org/datazone/speciesfactsheet.php?id=5548

 

Trotzdem besiedelte er einst in der Schweiz weite Teile des Mittellandes, des Wallis und des Tessins und bewohnte hauptsächlich die damals verbreiteten, extensiv genutzten Streuobstwiesen. In der Zeit zwischen 1972 und 1976 konnte der Rotkopfwürger noch in 15 Kantonen als Brutvogel nachgewiesen werden und 1977–1979 schätzte man seinen Bestand in der Schweiz auf 110 Brutpaare. Schon damals konzentrierte sich die Verbreitung aber auf die Obstbaugebiete der Kantone Baselland und Aargau. Mehr als die Hälfte der Reviere waren hier zu finden. Das Verschwinden und die intensivere Nutzung der verbleibenden Obstgärten haben, wohl zusammen mit klimatischen Ursachen zum vollständigen Verschwinden des attraktiv gefärbten Rotkopfwürgers als Brutvogel beigetragen: Die letzte Brut des Rotkopfwürgers in der Schweiz konnte im Jahr 2009 festgestellt werden.

 

Seither werden alljährlich einzelne Rotkopfwürger auf dem Durchzug beobachtet, Bruthinweise gab es aber nicht mehr.

 

Im Deutschland kommt der Rotkopfwürger als Brutvogel noch ganz vereinzelt, aber ebenfalls nicht mehr alljährlich vor. In Frankreich ist die Art als Brutvogel gebietsweise noch relativ verbreitet. Im angrenzenden Elsass sidn Bruten in der Zwischenzeit aber ebenfalls eine Ausnahme (siehe Karten unten).

 

von Nicolas

0 Kommentare

So

13

Mär

2016

Jugendgruppe: Märkt mit zwei Highlights und winterlichen Wetterkapriolen

Wieder einmal Märkt. Mein persönlicher Ort im Winter, um einmal abzuschalten vom (Lern-)Stress. Gemütlich hinfahren, auf mein Lieblingsbänckchen sitzen, ein bisschen Enten anschauen, den Tag zu Ende gehen sehen und dabei nichts Spezielles sehen, Ganz so friedlich wird es dieses mal nicht, die Jugengruppe dabei...

Immerhin werden wir noch Steinkäuze suchen gehen.

 

Mit den Velos treffen wir uns bei der Dreiländerbrücke, und inmitten des Wochenenende-Shopping-Wahnsinns beginnen wir zu birden. Das einzige Resultat: Die altbekannte Lachmöwe Praha ES 2331, die wir schon den ganzen Winter hier beobachten. 

Doch mitten auf der Brücke, entdecken wir zwei verdächtig grosse Silhoutten hoch über dem Rhein: 2 Kraniche! Sie folgen dem Rhein, ein gigantischer, kanalisierter Wegweiser gen Norden. 

Märkter Stau. Es ist ruhig, die Enten schwimmen, die Abendsonne scheint. Fast ein bisschen langweilig, wäre da nicht die Jugendgruppe: Der Eine will mein Fernrohr, der nächste fragt schon zum x-ten Mal nach meiner Artenliste dieses Jahr, der Letzte, schon so "voller Energie", will einen Energydrink kippen, aber keiner ist am Birden! Das geht so nicht! Zusammen mit Stefan, dem anderen Leiter heute, stellen wir Disziplin und Ordnung wieder her.

Bald nach dem Austoben sind wir auf dem Weg Richtung Steinkauz. Wir beobachten einen Feldhasen und verschiedenste Vögel wie Hausrotschwanz, Feldlerchen und Rostgänse. Die Rostgänse werden von einem Hund auf dem Feld herumgejagt, das Herrchen steht dabei hilflos pfeifend auf dem Weg und verschwinded so schnell wie möglich, als das Lieblings-Hundi sich gewillt zurückzukommen.
Leider sehen wir aber auch ein Regenband, dass sich unaufhaltsam nähert. Es werden Befürchtungen an einen erneuten Flop wach: Vor zwei Jahren haben wir im Elsass nach Steinkäuzen gesucht: Es hat geregnet, war nass und kalt, wir haben nichts gesehen und zu allem Übel uns auch noch ziemlich verfahren...
Auch der zunehmend aufkommenden Wind macht keinen Mut. So finden wir im Gebiet erstmal keine Anzeichen von Steinkäuzen. Bald hören wir auch noch Donner. Noch ein letztes mal durch vielversprechendes Gebiet, da ist es! Das hohes Kreischen, das die Anwesenheit eines Steinkauzes verrät. Momente nachher, wir kehren zu unseren Velos zurück, fängt ein heftiger Graupelschauer an. Doppelt Glück gehabt!

Wieder einmal fragen wir uns, wie lange es noch geht, bevor der Steinkauz den Sprung zurück über die Grenze macht, ist dieses Gebiet doch nicht weit weg von der Schweiz und schon gar nicht unbedingt von besserer Qualität.

 

Kranich und Steinkauz, wohl die perfekte Anfangs-März-Ausbeute in unserer Region. Auch wenn nicht wirklich erholsam ist, mit der Jugendgruppe wird es einem nie langweilig!

0 Kommentare

Fr

19

Feb

2016

Zwergschnepfe in Ettingen

Da wir am letztjährigen Birdrace Jugendsieger wurden, erhielt jedes Teammitglied einen Transagutschein. Damit konnten wir uns starke Taschenlampen kaufen, mit denen wir in der kalten Jahreszeit bereits viele Nachtexkursionen unternahmen. An jenem Abend sollte jedoch noch eine grosse Überraschung bevorstehen! Unser Ziel war es Waldohreulen in Witterswil zu finden. Prompt am bekannten Ort angekommen, hörten wir ein verdächtiges Buhen. Es war klar, dass es sich um den unauffälligen Gesang der Waldohreule handelte. Wenig später gelangen uns auch schöne Beobachtungen dieser Eulenart. Glücklich machten wir uns auf den Heimweg. Wir entschieden uns zur Tramhaltestelle in Ettingen zu laufen, um noch einige Felder und Bäume nach Säugetieren oder Vögel  abzusuchen. Am Rand von Ettingen befanden sich mehrere Brachflächen (Bauland), die teilweise überschwemmt waren. Halb ironisch machten sich Samuel und Jaro auf die Suche nach einer Zwergschnepfe: Dieser extrem heimliche Vogel fliegt kaum weg, auch wenn man nur wenige Meter oder gar Zentimeter neben ihm vorbeilauft. Dazu kommt, dass er sehr gut getarnt ist und sich nicht bewegt, sondern so fest zu Boden drückt wie möglich. Praktisch heisst das: Die Zwergschnepfe ist quasi unauffindbar. In der Region ist sie zusätzlich selten und wird kaum jemals gesichtet. Es geht nicht eine Minute und Samuel und Jaro rufen: „Zwergschnepfe!“ Ich renne durch den nassen Schlamm zu ihnen und traue meinen Augen kaum als ich sehe, dass sich tatsächlich ein winziger Vogel wenige Meter vor uns im nassen Gras duckt! Da die Schnepfe nicht wegfliegt machen wir Fotos und können sie wunderbar beobachten. Unglaublich!!

von Sylvain

 

0 Kommentare

Mo

01

Feb

2016

Programm 2016 inklusive Schnupperanlässe online!

Das Programm für das Jahr 2016 ist ab sofort online! Zudem haben wir dieses jahr mehrere Anlässe für Neueinsteiger organisiert. Wir würden uns freuen, viele neue Gesichter kennen zu lernen!

0 Kommentare