Bebbi Babbler Blog 2016-19

Hier findet ihr die Berichte der Exkursionen aus dem laufenden Jahr und vieles weiteres rund um die Jugendgruppe und Vögel. Ältere Beiträge finden sich in der linken Seitenleiste.

So

21

Jul

2019

Alles was sie als Gartenrotschwanz Männchen wissen müssen!

Unsere Mitglieder Valentin Moser und Nicolas Martinez haben zusammen mit Reto Spaar und Kim Meichtry-Stier einen wissenschaftliche Arbeit veröffentlicht im Journal Bird Study. 

 

Valentin hat in seiner Maturarbeit Reviere von verpaarten und unverpaarten Gartenrotschwanz-Männchen verglichen. Nach viel zusätzlicher Arbeit (Auswerten, zusätzliche Daten sammeln usw.) konnte die Arbeit nun in einer englischsprachigen Forschungszeitschrift veröffentlicht werden:

 

Der Gartenrotschwanz Phoenicurus phoenicurus ist lokal gefährdet durch abnehmende Lebensraumqualität, speziell wenn dieser Langstreckenzieher im Brutgebiet auf Hochstammobstgärten angewiesen ist. Wir haben die Habitateigenschaften zwischen Revieren von verpaarten und unverpaarten Männchen in Hochstammobstgärten untersucht. Die Reviere von verpaarten Männchen wiesen mehr Nestmöglichkeiten und einen höheren Anteil an lückiger Vegetation auf. Diese beiden wichtigen Parameter sind bei Habitat-Aufwertungsmassnahmen zugunsten des Gartenrotschwanzes zu berücksichtigen.  

 

Also, falls sie ein verzweifeltes Gartenrotschwanz-Männchen kennen, dessen Revier aufgewertet werden soll, kann man ihn mit diesen Massnahmen unterstützen:

 

-lückiger Boden schaffen: Da wird das zukünftige Päärchen zusammen Jagdausflüge unternehmen können, um die Kinderschar zu füttern!

 

-Nestmöglichkeiten (= geeignete Nistkästen) bereitstellen: Am Besten gleich Mehrere aufhängen, damit ein Weibchen auch das Beste für die zukünftige Familie findet! 

 

Den englischen Originalartikel findet ihr hier: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00063657.2019.1637397

Do

30

Mai

2019

Auffahrtslager

Tag 1: Am Donnerstag um 7:00 fahren wir mit dem Zug ins Rhonental. Als wir um ca. 9:00 gerade aus dem Bus in Brentiong aussteigen, sehen wir einen Steinrötel. Wir laufen in die Waldbrandfläche, und sehen mehrere Zippammern, Gartenrötel und eine Klappergrasmücke. Die Sonne brennt und es ist warm, aber alle sind gut gelaunt und motiviert. Auf dem Weg hörten wir mehrere Berglaubsänger. Als wir eine Pause machen sehen wir weit oben einen Gänsegeier kreisen. Die Freude ist gross! Wenig später gleitet ein meiestätischer Bartgeier über uns. Auch mehrere Steinadler fliegen über uns. Weiter oben sehen wir noch einen Baumpieper. Als Nachtessen gibt es Couscous : - ) Als wir nach dem Essen auf einem Hügel liegen und es langsam dämmert, hören wir es plötzlich: ,,errrrrrrörrrrrrrörrrrrrerrr» Und da fliegt uns der Ziegenmelker über den Kopf. Ein unvergessliches Erlebnis!

 

Tag 2: Um 5:30 geht es weiter. Beim hinunterlaufen sehen wir u.a. Wiedehopf, Zaunammer, Neuntöter, Berglaubsänger und Gartenrotschwänze. Bei der Hohen Brücke entdecken wir Felsenschwalben und Alpendohlen. Nach dem Znüni gehen wir durch die Felsensteppe, die Sonne kennt keine Gnade. Vor allem die Jüngeren sind froh als wir endlich das Föhrenwäldchen erreichen und eine Mittagspause machen. Nach einer gemütlichen Mittagspause laufen wir zu den Bienenfressern. Unterwegs hören wir noch einen Drosselrohrsänger, Sumpfrohrsänger und aus der Wiese singt eine Wachtel. Bei den Bienenfressern essen wir Znacht.

 

Tag 3: Am Morgen gehen wir noch mal ein Stück in die Höhe und beim Morgenessen sehen wir einen Orpheusspötter. Wir wandern nach Leuk zum Bahnhof und mieten dort Velos. Mit dem Velo geht es  durch den Pfynwald wo wir Waldlaubsänger und Grauschnäpper finden. Nachher fahren wir in die  Felsensteppe, wo wir noch einmal Bienenfresser und einen Wiedehopf sehen. Das Lager war super und hat sehr viel Spass gemacht!

Bericht und Bilder von Michel

So

31

Mär

2019

Augster Stausee

Um 8:30 gingen wir mit dem Zug nach Kaiseraugst. Dort stiegen wir aus und sahen bzw. hörten die ersten Arten. Türkentaube, Ringeltaube und einige Haussperlinge. Plötzlich flog auch meine erste Rauchschwalbe in diesem Jahr über unsere Köpfe. An der Ergolzmündung angekommen erwartete uns schon eine Überraschung. Eine Knäkente schwamm nahe am Ufer. Zum Teil versteckte sie sich, aber wenn sie sich zeigte, dann sehr gut! Während dem wir einer Mönchsgrasmücke beim Singen zuhörten, flog plötzlich eine Rohrweihe über uns. Nach einer guten Weile an der Ergolzmündung liefen wir über das Kraftwerk nach Deutschland. Von dort aus kontrollierten wir das Gewässer und siehe da! Eine Schwarzkopfmöwe. Das war ziemlich cool, da wir diese nicht unbedingt erwartet haben. Wir wollten natürlich näher an sie heran und liefen ein bisschen Rheinaufwärts. In einem Hide konnten wir sie noch einmal gut sehen. Wir beschlossen auch gleich unser Picknick zu verspeisen. In diesem Moment wurden wir von zwei Eichhörnchen beobachtet. Wir suchten vom Hide aus noch die Schilfränder ab, was sich ziemlich lohnte. 7 Bekassinen, 3 Waldwasserläufer und ein Flussregenpfeifer spazierten gemütlich am Schilfrand umher. Leider war es aber schon Zeit langsam zurück zu kehren. Wir liefen alles zurück und kamen mit dem Bus von Kaiseraugst nach Basel.

 

Sa

02

Mär

2019

Eulenexkursion

Heute sind wir mit dem Tram nach Oberwil gefahren. Wir wussten noch nicht genau, was uns dort erwarten wird! Zuerst liefen wir zur Ziegelei. Dort suchten wir die Tümpel ab. Es hat sich gelohnt, denn neben einem Tümpel spazierte eine stolze Bekassine:) Natürlich war das nicht genug für uns, auch wenn einige Leute völlig aus dem Häuschen wegen der Bekassine waren. Wir wollten schliesslich noch mehr sehen. Mit dieser Einstellung liefen wir in den Wald. Es wurde langsam dunkel. Plötzlich hörten wir etwas:“ HUuuUUUuUuuu“. Es war ein Waldkauz. Natürlich suchten wir ihn mit Taschenlampen. Wir konnten ihn schliesslich auch wegfliegen sehen. Wie ein Geist flog er über uns. Ein paar Waldkäuze später liefen wir zu einer Scheune. Was konnte uns dort erwarten? Nichts. Somit gingen wir zurück in den Wald. Noch einmal ein paar Waldkäuze später liefen wir noch einmal zur Scheune. Und da flog unsere erhoffte Art aus der Scheune heraus. Fast schon blendend weiss flog die Schleiereule im Lichte der Taschenlampe über die dunklen Felder. So konnten wir voll und ganz zufrieden sein. Wieder einmal eine gelungene Bebbi Babbler Exkursion hätte ich gesagt.

 

Sa

08

Dez

2018

Lachmöwe

Um 9 Uhr trafen wir uns am Bahnhof, vor dem Suterbegg wie immer. Wir fuhren mit dem Tram bis zum Dreiländereck, wo wir mit Brot die ersten Lachmöwen anlocken konnten. Bereits beim ersten „Spot" konnten wir ein Individuum mit Metallring feststellen. Jaro machte von allen Seiten Fotos des Ringes. Beim Abgleich mit älteren Daten bemerkten wir, dass es sich um ein Individuum aus Estland (Estonia) handelte, welches wir bereits letzten Winter hier als Jungvogel beobachten konnten. Cool! Beringte Vögel aus Estland werden längst nicht so häufig abgelesen, wie zB Vögel aus Polen oder Tschechien.
Nebenbei konnten wir einige Sturmmöwen, Mittelmeermöwen, Gebirgsstelzen und Gänsesäger beobachten. An der Wiese bei Kleinhüningen hatte es wie immer ebenfalls sehr viele Möwen. Das Füttern von Brot an diesem Ort brachte uns gleich eine Lachmöwe aus Litauen (diesjährig) und eine aus Deutschland ein (Hamburg, ein wiederkehrender Vogel, der schon letztes Jahr da war). Vorne am Rhein konnten wir dann mit etwas Geduld auch noch eine Möwe aus der Slowakei ablesen (auch das ein Wiederkehrer). Währenddessen erreichte mich die Meldung eines Dunklen Sturmtauchers, der soeben am Sempachersee entdeckt wurde und wohl vom Sturm in die Schweiz geweht wurde. Nach einem kurzen Telefon an die jeweiligen Eltern der jungen Teilnehmer machten wir uns also auf den Weg zum Sempachersee und brachen die Ringsuche ab. Die Chancen standen zwar eher schlecht, da der Sturmtaucher bereits seit einiger Zeit laut anderen Beobachtern nicht mir auffindbar war, aber wie man doch so schön sagt: wer nicht wagt der nicht gewinnt. Angekommen am Sempachersee machten wir uns also auf die Suche und scannten den See von oben bis unten mit unseren Fernrohren. Der Dunkle Sturmtaucher blieb zwar aus, dafür wurden wir aber mit Schwarzkopfmöwe, Wanderfalke und gleich mehreren Sperbern belohnt. Erschöpft nach einem langen Tag fuhren wir zurück nach Basel und im grossen und ganzen war es doch ein Supertag mit tollen Arten und tollen Ringen.

So

25

Nov

2018

Bodensee

Heute fuhren wir als erstes nach Arbon, in die Steinacher Bucht. Gerade am See angekommen fiel uns ein riesiger Ententrupp auf, der direkt vor uns im Wasser war. Es war ein Kommen und Gehen, manchmal hunderte von Vögeln in der Luft und weitaus mehr im Wasser. Sofort machten wir uns ans Durchsuchen des Schwarmes und schon bald wurden wir fündig: 3 Bergenten hatten sich zwischen vielen Reiher- und Tafelenten versteckt. Auch Pfeif-, Krick- Schnatter- und Löffelenten zeigten sich. Nach und nach kamen viele weitere Arten auf unsere Tagesliste, wie zB die (in der Schweiz)eher seltene  Silbermöwe, zwei Singschwäne, Bergpieper, um die 150 Alpenstrandläufer (!) und sehr viele Bekassinen. Beim Durchsuchen der Lachmöwen konnten wir einen beringten Vogel aus Polen ablesen. Weiter gings Richtung Romanshorn. Hier hatte es ebenfalls einige Enten und Möwen und auch hier konnten wir Lachmöwenringe ablesen: Deutschland, Tschechien und Schweiz. Etwas weiter draussen auf dem See konnten wir Pracht- und Schwarzhalstaucher finden. Als letzte Station des Tages fuhren wir noch zum Ermatinger Becken. Hier waren viele Singschwäne (unter anderem 1 beringtes Ind aus Lettland und 1 aus Deutschland), Rohrweihe, Brandgänse, Spiessenten, eine Steppenmöwe und 2 Austernfischer (ziemlich selten!) zu sehen. Auf dem Rückweg zur Zugstation kamen dann auch noch Turmfalke und Sperber auf die Liste. Ja, der Bodensee hat immer irgendetwas Gutes zu bieten, sei es nur schon die grossen Individuenzahlen bei gewissen Vogelarten. 

So

23

Sep

2018

Zürichsee-Tag

 

Der Startpunkt des heutigen Zürichsee-Tag war Jona. Dort besuchten wir eine kleine Beringungsstation, wo wir Vögel wie Rotkehlchen, Teichrohrsänger, Mönchsgrasmücke und – das Beste zuletzt - Gelbbrauenlaubsänger von nächster Nähe betrachten konnten. In den Riedwiese konnten neben den Netzen noch Braunkehlchen und Schafstelzen entdeckt werden. Direkt am Seeufer setzten wir unsere Suche fort: Sandregenpfeifer, Schwarzhalstaucher, Zwergmöwe,… Während dem Weg in Richtung Rapperswil konnten wir zwei vorbeiziehende Rohrweihen beobachten. In Rapperswil angekommen, begaben wir uns auf den Seedamm. Dort gelangen uns schöne Beobachtungen von Zwergtauchern, Eiderenten und Trauerseeschwalben. Nach einem sonnigen Tag mit vielen schönen Beobachtungen traten wir den Rückweg an.

Fr

24

Aug

2018

Nachwuchs bei den Alpenseglern und der Jugendgruppe ;-)

Heute waren wir mit einem ganz jungen Bebbi Babbler Team zum letzten Mal im 2018 in der Alpensegler-Kolonie. Wir haben die letzten Jungen beringt. Die jüngsten beiden Jungen sind rund 30 Tage alt und werden erst mitte September ausfliegen. Alle anderen Jungvögel, die wir angetroffen haben sind flügge. Zudem haben wir alle Nester neu nummeriert. 

Mo

23

Jul

2018

Alpensegler: Kontrolle und eine kleine Analyse

Heute haben wir die zweite Kontrolle in „unserer“ Alpenseglerkolonie durchgeführt und die Jungen beringt, die im Juni noch zu klein waren. Nach wie vor hat es aber auch brütende Adultvögel und ein Junges ist erst vor wenigen Tagen geschlüpft! Sprich: die letzten Alpensegler werden voraussichtlich erst Ende August oder im September ausfliegen! Auf jeden Fall werden wir nochmals eine Kontrolle einplanen.Bei der Gelegenheit haben wir auch noch gleich etwas in den alten Daten (seit 1971!!!) gewühlt und geschaut, wohin in Basel geborene Alpensegler zum Brüten hingehen (wenn sie nicht zurück nach Basel kommen) und - umgekehrt - aus welchen Kolonien wir bei uns schon Vögel wiedergefunden haben. Am meisten „Wechsel“ gibt es zwischen Basel und den Kolonien aus Solothurn und Biel. Aber auch aus vielen anderen Schweizer Kolonien konnten schon Vögel bei uns in Basel festgestellt werden (und einer aus Freiburg im Breisgau). Wichtig: Dabei handelt es sich nicht immer um Brutvögel - viele Nachweise (die in Klammern auf dem Plan) stammen aus den herbstlichen Schlafplatzzählungen: Dann besuchen anscheinend im grösseren Stile Alpensegler aus anderen Kolonien das schöne Basel ;-)
von Milan und Nicolas

Bild 1: ein Alpensegler-Nest mit 5 Eiern auf einer Papiertüte….Die Eier werden nach wie vor bebrütet. Es handelt sich dabei laut Literatur um ein sehr grosses Gelege für die Art.

Bild 2: Flügger Alpensegler-Jungvogel neben einem Nest mit einem (tauben) Ei und einem wenige Tage alten Jungen —> grosse Altersunterschiede für einen Langstreckenzieher, der nur eine Jahresbrut macht…

Bild 3: Herkunft von in Basel kontrolierten, anderswo beringten Alpenseglern. Die Zahlen ohne Klammern beziehen sich auf Brutvögel, die Zahlen in Klammern stammen aus den Kontrollen im Herbst.

Bild 4: In Basel beringte Alpensegler, die in anderen Kolonien wiedergefangen wurden. 

So

06

Mai

2018

Bergfinken im Frühling

von Nicolas Martinez

Als ich am 2. Mai in Therwil BL nach Gartenrotschwanz-Nestern suchte, flog vor mir plötzlich ein Bergfinkenweibchen auf. Definitiv eine späte Beobachtung! Eine kurze Recherche auf ornitho.ch zeigte, dass Meldungen nach April selten, aber nicht ganz sooo selten sind:

Wenig verwunderlich eigentlich, denn in den Brutgebieten schaut es zur Zeit noch so aus:

Da wir bei unserer Bebbi Babbler Reise in Marokko bereits staunten, als wir Ende März in Oukaimeden neben africana-Buchfinken ein Bergfinken-Männchen entdeckten, habe ich weiter die Bergfinken-Meldungen auf observation.org etwas genauer unter die Lupe genommen. Es zeigte sich, dass der Winter 2017-18 in Südeuropa allgemein sehr gut für Bergfinken war: So gelangen u.a. auch Nachweise auf mehreren Kanarischen Inseln und im direkten Vergleich mit den vorangegangenen Wintern gab es 27-18 sowohl in Marokko, Portugal und Spanien deutlich mehr Nachweise (ähnlich verhält es sich übrigens auch beim Kernbeisser). Gut möglich also, dass der Bergfink aus Therwil deutlich weiter südlich überwinterte....

Übersichten der Winter

Bergfink und africana-Buchfink in Oukaimeden, 27.3.2018

So

12

Nov

2017

Mystery Rotschwanz

„Was hältst du von diesem Rotschwanz?“ Das war der knappe Inhalt eines Mails von Georges Preiswerk, welches ich am letzten Sonntag erhielt. Dazu ein Bild eines von ihm am 10.11. zwischen Riehen und Basel entdeckten Rotschwanzes. Viele Details waren nicht zu sehen, aber eines war sofort klar: ein 0815-Hausrotschwanz ist das nicht!  Die Flanken und auch der Bauch waren beim weibchenfarbigen Vogel orangerot, die Brust ebenfalls rötlich angehaucht, der Rücken wirkte dunkel braungrau.

 

Diese Merkmale, zusammen mit dem späten Datum, weckten natürlich wilde Überlegungen:

- Gartenrotschwänze sollten jetzt eigentlich in Afrika sein!

- Von Rotschwanzhybriden stammen die letzten Nachweise aus Mitteleuropa aus Mitte Oktober!

- November ist der Monat, in dem an den nordeuropäischen Küsten in den letzten Jahren vermehrt östliche Hausrotschwänze (rotbäuchige Unterart phoenicuroides) aufgetaucht sind!

 

Nichts wie los also!  Zusammen mit Dominic Bürgi (und nach einer guten halben Stunde suchen) entdecken wir den Vogel am Sonntag-Nachmittag wieder. Der erste Eindruck ist der eines dunklen Gartenrotschwanz-Weibchens. Das Wetter (Wind, Regen) und das Licht sind allerdings mehr als suboptimal, der Vogel ziemlich scheu. Je nach Licht und Position wirkt der Vogel extrem dunkel. Zu dunkel für einen Gartenrotschwanz? Mit ein paar schlechten Belegaufnahmen in der Kamera fliehen wir etwas später vor einer heranbrausenden Gewitterfront. Zu Hause und mit Hilfe der Fotos am Bildschirm verdichtet sich das Bild eines Gartenrotschwanzes: Der Vogel hat einen deutlichen Augenring, deutlich rotbraune Schirmfederränder, eine orangebeige Unterseite, eine kontrastierende helle Kehle und eine warmbraune Oberseite, zudem scheinen die Abstände zwischen den Handschwingen recht regelmässig zu sein (beim Hausrotschwanz ist der Abstand zwischen der 6. und 7. Handschwinge deutlich am grössten).

 

Je nach Foto wirkt die Brust aber dennoch relativ dunkel und ohne Rottöne, und auch der Rücken wirkt je nach Licht kälter und dunkler. Zudem haben wir den 

Vogel nicht rufen gehört. Um letzte Zweifel zu beseitigen (und um einen Hybriden ausschliessen zu können), kehre ich also am nächsten Mittag wieder zurück. Erneut  brauche ich rund eine halbe Stunde, bis ich den Vogel finde. Der Grund: Er wechselt immer wieder seinen Standort und pendelt zwischen einer Hecke, einer Lindenallee und den verschiedenen Blumenfeldern. Mit den vor Ort anwesenden Hausrotschwänzen interagiert er kaum. Das Licht ist heute sehr viel besser und schnell ist klar, dass es sich wirklich um einen Gartenrotschwanz handelt. Diesmal gelingen auch anständige Fotos, Rufe höre ich (und Samuel Büttler, der kurz noch vorbeikommt) jedoch auch diesmal keine.

 

Vorausgesetzt, der Vogel wird von der SAK angenommen, handelt es sich um einen der spätesten Gartenrotschwänze, die je in der Schweiz beobachtet worden sind: Seit 1992 gibt es erst zwei angenommene November-Dezember-Nachweise:

1. 1995: Breganzona TI, 20.12., Weibchen sterbend gefunden, Foto, Beleg in Privatsammlung, Lugano (A. Cereda).

2. 2009: Ruswil LU, 10.–11.11., Männchen ad. (G. Knüsel).

(http://www.vogelwarte.ch/de/projekte/monitoring/sak/)

Zudem laut ornitho.ch noch zwei aktuelle Beobachtungen: ein Männchen vom 1.11.17 aus dem Tessin (mit eindeutigem Foto) und ein weiterer Vogel vom 10.11.17 in Genf.

 

Wieder einmal hat Georges also eine super Entdeckung gemacht – herzlichen Dank an dieser Stelle dafür und für das Weitermelden!

 

Von Nicolas

 

Bild 1: Das Gartenrotschwanz-Weibchen (links) und ein weibchenfarbiger Hausrotschwanz vom selben Ort (sprich: gleiche Uhrzeit, gleiches Wetter, gleiche Kamera) -> die Färbungsunterschiede sind offensichtlich.

Bild 2: Wer es ganz genau wissen will (und auch einen Hybriden ausschliessen möchte) J

Bild 3: In einem der Blumenfelder...

Bild 4: Je nach Licht schaut der Vogel komplett anders aus! Bekannt ist das „Colour morphing“ bei Zilpzalpen (siehe z. B. hier: http://birdingfrontiers.com/2013/01/01/siberian-chiffchaff-and-common-chiffchaff-part-1/), bei Rotschwänzen ist uns das bisher noch nicht aufgefallen. Wahrscheinlich liegt es aber auch einfach daran, dass wir selten Gartenrotschwänze im Novemberlicht sehen;-)

 

 

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Mi

18

Okt

2017

Im Museum

Am Mittwoch waren wir wieder mal bei Raffael Winkler im Museum. Rasant ging es in den 5. Stock - des Kellers natürlich! Hier liegen 1000sende von konservierten Tieren. Zuerst schauten wir uns die Alkoholsammlung an. Ziemlich gruselig zum Teil, aber super spannend! Raffael erklärte uns viele spannende Sachen rund um die Sammlungsstücke.

Speziell faszinierten die Missbildungen: So hatte es ein Hühnchen mit 4 Beinen und eine Katze mit drei Augen. Nachher schaueten wir kurz ein paar Säugetiere an, unter Anderem lernten wir das einzige Säugetier kennen, das Eier legt und einen Schnabel hat: Das Schnabeltier aus Australien. 

 

Nach diesem kurzen Einstieg schauten wir endlich die Vögel an!
Und jedesmal ist die Vielfalt, die Farben und Formen erstaunlich. Mit Raffael reisten wir einmal um die Welt: Der Leiervogel aus Australien, Pinguine aus der Antarktis (und dem Zolli...) Papageien aus Südamerika und vieles mehr. Es hat viel Spass gemacht!  

Ein grosses Dankeschön auch an Raffael Winkler für die einzigartige Privatführung :)

 

So

04

Jun

2017

Pfingstlager

Das diesjährige Pfingstlager starteten wir in Habkern, oberhalb von Interlaken. Die 'Schwenndiallmi' war unser erstes Ziel: Schwer beladen, kämpften wir uns zur Alp hinauf, wo wir gleich das Lager für die Nacht aufstellten. Als dies erledigt war, begaben wir uns auf die Vogelsuche. Arten wie Zitronenzeisig, Ringdrossel und Steinbock liessen sich blicken. Während der Suche nach dem Spatzenkauz fing es an zu gewittern und regnen - Abbruch. Zurück im Lager liessen wir die Flammen lodern und kochten Spaghetti und grillierten Würste. Was haben wir gelernt? Wenn rohe Spaghetti über den Pfannenrand schauen, fangen sie schnell an zu brennen. Die Wetterlage verbesserte sich nicht, wir und unsere Kleider waren nass. Also suchten wir, bei der nahe gelegenen Alp, einen Stall für die Nacht auf. Kuhmist anstatt Nässe - diesen Kompromiss gingen wir ein. Am frühen Morgen: immer noch starker Regen. Um 9:00 Uhr sah es draussen freundlicher (schwacher Regen) aus, also gingen wir los Richtung Hohgant. Eigentlich hätten wir an diesem Tag mit dem Ranger des Gebietes abgemacht, dieser hat sich jedoch leider krankheitsbedingt abgemeldet. Einige Birkhähne präsentierten sich uns, Alpensalamander 'krochen' herum und Gämsen rannten über die Bergwiesen. Der letzte Teil des Aufstieges sah nicht vielversprechend aus: Neben dem anhaltenden Regen kam nun auch noch der Nebel dazu. War die Silhouette, welche durch den Nebel flog ein Mauerläufer? Wir gingen weiter... Und wurden belohnt! Kaum sind wir auf dem Hohgant angekommen, entdeckten wir auch schon ein Alpenschneehuhnpaar. Nach einer längeren Beobachtung der Vögel machten wir eine Mittagspause - die Sonne drückte den Nebel ein wenig auf die Seite und liess ihren Standort erkennen und ihre Wärme spüren. Gestärkt traten wir den Rückweg an. Die Euphorie der Schneehuhnentdeckung hielt noch eine Weile an: Die Sonne liess sich für 1-2 Stunden blicken, und ja, es war ein Mauerläufer. Der Vogel war sehr aktiv und flog einige Male umher. Die aussergewöhnliche Moorlandschaft des Gebietes durften wir während unserem Rückweg zum Lager bewundern. Leider hat der Regen wieder eingesetzt und auch dieses Mal brachen wir die Eulensuche ab. Während Einige das Risotto kochten, bauten die Anderen die Zelte ab. Auch die zweite Nacht verbrachten wir im Stall. Schon früh am Morgen hiess es aufstehen und packen. Nach dieser kurzen Nacht trotteten die Bebbi Babbler das Tal hinunter. Immer noch Regen, nasse Schuhe, Müdigkeit... Soll noch eine kleine Beobachtungstour angehängt werden? Nein. So beendeten wir das das regnerische Pfingstlager mit tollen Beobachtungen und der ein oder anderen neuen Erfahrung.

So

21

Mai

2017

Auf der Suche nach dem Gartenrotschwanz

Heute trafen wir uns um 8:30 in Allschwil. Wir waren 10 Teilnehmer, davon 3 Leiter, Nicolas, Stefan und Valentin.

Unser Ziel heute war es, möglichst viele Gartenrotschwanznester ausfindig zu machen.

Auf dem Weg zu den Gartenrotschwanz-Lebensräumen fanden wir bereits erste spannende Arten wie Grauschnäpper,

Sommergoldhähnchen und einige Girlitze. Schon kurz danach entdeckten wir ein Gartenrotschwanz-Weibchen und kurz darauf auch ein Männchen.

Wir konnten beobachten, wie sie Futter für die Jungen im Schnabel transportierten, also suchten wir das

Nest, welches sich ja in der nahen Umgebung befinden musste. Da sich die Vögel aber leider in einem abgesperrtem,

nicht allzu einfach einsehbaren Garten befanden, blieb die Nestsuche erfolglos. Etwas weiter

fanden wir einen Wespenbussard, welcher über dem Gebiet kreiste und einen männlichen Neuntöter. Wir suchten leider vergebens nach Gartenrotschwänzen in einem Obstgarten, der einer

Teilnehmerin gehört, doch schon wenige Schritte weiter war ein neuer Gartenrotschwanz zu hören. Wir fanden den Nistkasten

und fanden 5 kleine Junge darin. Nicolas stieg mit der Leiter hinauf und holte die Jungen runter, um sie

zu beringen. Gewicht, Datum und die Ringnummer wurden notiert und dann konnten die kleinen Vögelchen wieder in ihr

Heim zurück. Während wir weitere Gartenrotschwanz-Nistkästen suchten, konnten wir Mittelspecht, Habicht und ein Wintergoldhähnchen

sehen und letzteres hören. An einem kleinen Teich sang ein Teichrohrsänger und wir fanden auch noch

einen Seefrosch. Einige von uns konnten einen Pirol singen hören, doch leider war er nicht zu sehen und auch sehr

leise. Mittlerweile hatten wir wieder einen neuen besetzten Nistkasten eines Gartenrotschwanzes gefunden.

Es hatte 6 kleine Junge drin, welche aber noch zu klein waren, um beringt zu werden. Nun war es auch schon wieder

Zeit umzukehren. Die heutige Halbtagsexkursion war super verlaufen und wir konnten neben den vielen

tollen Gartenrotschwänzen auch einige Arten beobachten, welche man nicht immer antrifft, bspw. Neuntöter,

Wespenbussard oder Mittelspecht.

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Mi

03

Mai

2017

GEO-Tag der Artenvielfalt

Am 17 Juni findet der GEO-Tag der Artenvielfalt statt - natürlich mit den Bebbi Babbler! Unser Alpensegler hat sogar Platz auf dem offziellen Flyer der Merian Gärten zu diesem Anlass gefunden! Wir hoffen an dieser Exkursion viele Gesichter begrüssen zu dürfen.

Der gesamte Flyer und weitere Infos zum Tag der Artenvielfalt finden sich übrigens auf der Website der Merian Gärten unter folgendem Link: http://www.meriangaerten.ch/de/erleben/events/tag-der-natur.html

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Mo

01

Mai

2017

Raritätensuche Tessin 28.04.-01.05

Die Magadinoebene im Tessin ist insbesondere im Frühling wahrlich ein Hotspot für seltene Vögel. Die besondere topographische Lage und geeigneten Lebensräume veranlassen sehr viele Zugvögeln hier einen Halt einzulegen. Arten die in der Schweiz ansonsten nur sehr spärlich zu sehen sind, treten regelmässig in hoher Dichte auf. Zudem werden auch fast alljährlich echte Raritäten gefunden. Für dieses Wochenende wurde eine Raritätensuche durch den CHClub300 organisiert. Ziel: Möglichst viele Ornithologen aus der ganzen Schweiz sollten möglichst alle Ecken der Ebene aufsuchen, um möglichst viele Vogelarten zu finden. Dabei erhoffte man sich die einte oder andere Seltenheit zu entdecken. Soviel zur Einführung.

 

28.4.

 

Am Freitag stiegen vier Bebbi Babbler in den Zug. Die Aussichten waren nicht schlecht. In der Woche davor hatte es viel geregnet, was zu einem massiven Zugstau mit Spornpieper, Steppenweihe, Doppelschnepfe und Rötelschwalbe geführt hatte.

 

Direkt neben dem Bahnhof von Tenero entdeckten wir bereits erste Gartenrotschwänze, Braunkehlchen, Steinschmätzer und Trauerschnäpper, die nach dem Zugstau in der ganzen Ebene in kosmischen Zahlen vorkamen (Im Blog berichteten wir von einer Exkursion ins Leimental mit unglaublichen 64 Steinschmätzern. Hier waren laut ornitho.ch am 26. April bis zu 250 Individuen in einem einzigen Quadratkilometer anzutreffen! Auch wir haben am Samstag irgendwann aufgehört zu zählen). Schwer beladen radelten wir bis zum Campingplatz am See. Nach dem Aufstellen der Zelte stand noch eine spontane Nachtexkursion auf dem Programm. Unterhalb einer Brücke zeigte sich prompt ein adulter Nachtreiher aus kurzer Distanz. Im Hide in der Bolla Rossa lauschten wird in die Nacht hinein. Aus der Ferne ertönte der monotone Ruf der Zwergohreule. Erfolg!

 

29.4.

 

Nach einer kurzen Nacht standen wir bald wieder auf den Beinen. Kurz vor Sonnenaufgang standen wir am Bahnhof von Sant Antonino, bereit für die Raritätensuche. Sogleich begannen wir jede Hecke und jeden Acker gründlich zu kontrollieren. Bereits die erste Hecke brachte uns mehrere Feldschwirle, Braunkehlchen, Gartenrotschwänze, Nachtigall, Trauerschnäpper ein. Dann ging alles mehr oder weniger Schlag auf Schlag. Zwei kreisende Rotfussfalken eröffneten das Spektakel. Waldlaubsänger, Wendehälse, überall Schafstelzen, Steinschmätzer, Braunkehlchen. Etwas weiter landete ein Brachpieper direkt vor uns neben den Weg. Inzwischen sassen elf Rotfussfalken nebeneinander auf Pfosten. Der Ruf eines Rotkehlpiepers ertönte, Rohrweihen, Steinadler kreisten, ein Fischadler zog hoch über uns weg, ein Ortolan zeigte sich. Erstaunlicherweise entdeckten wir auch eine späte weibchenfarbige Kornweihe. Für richtige Aufregung sorgte die nächste Weihe. Zuerst war sie nur von hinten zu sehen. Steppenweihe oder Wiesenweihe kamen in Frage. Nach einer kurzen Nachsuche flog sie plötzlich wenige Meter neben uns vorbei. Nachdem wir sie gut von der Seite gesehen hatten und unsere Fotos zur Sicherheit begutachtet hatten stand fest: Steppenweihe im 2. Kalenderjahr! Etwas später schraubte sie sich in die Höhe und verschwand. Was für eine Beobachtung! Mit einem Schlangenadler und einer männlichen Wiesenweihe ging es im ähnlichen Stil weiter – zwischendurch Klapper-, Dorngrasmücken, Neuntöter und Baumfalken. Inzwischen hatten wir alle europäischen Weihen an einem Tag – und das in der Schweiz! Ein roter Punkt in einer Wiese erregte unsere Aufmerksamkeit. Ein kurzer Blick durch das Fernrohr zeigte, dass es sich um nichts anderes handelte als den Kopf eines Rotkehlpiepers. Der morgendliche Auftakt hätte wohl kaum besser laufen können!

 

Es war Zeit für ein Picknick. Am kleinen See Laghetto di Gudo gönnten wir uns ein vielfältiges gesundes Picknick (Cola, Chips, Schokomousse J ) ohne dabei Zwergdommel, Nachtreiher, Drosselrohrsänger etc. zu verpassen. Mit den Velos fuhren wir die Ebene in Richtung Lago Maggiore ab. Mit ins Gepäck nahmen wir einen männlichen Halsbandschnäpper und einen Rotkopfwürger. Beim Zeltplatz entdeckte Samuel in einem kleinen Schafstelzentrupp ein Individuum mit Merkmalen der Unterart flavissima in ihrem typischen Lebensraum, englischer Rasen.

 

Vor der Pizza wurde noch ein kurzer Abstecher in die Bolla Rossa unternommen. Wie selbstverständlich hüpfte ein Blaukehlchen neben dem überschwemmten Weg herum. Sozusagen die Kirsche auf der Sahnetorte. Ein Schilfrohrsänger sang direkt neben dem Hide, Zwergmöwen sassen weit aussen auf dem See. Nach einer kurzen Velofahrt erreichten wir die Pizzeria, wo wir uns nach diesem völlig verrückten Tag zurücklehnten und unsere Pizzen geniessten, während wir uns mit den übrigen Ornithologen austauschten. Etwas zu spät krochen wir in unsere Schlafsäcke.

 

30.4

 

Bei Sonnenaufgang standen wir wieder im Hide in der Bolla Rossa. Am Schilfrand zeigte sich bald ein erstes Kleines Sumpfhuhn. Etwas später ein zweites… und ein drittes! Drei Raubseeschwalben jagten auf dem See. Ein Stelzenläufer flog direkt vor uns vorbei. Von Ornithologen im Maggiadelta erhielten wir die Meldung, dass ein Rallenreiher in unsere Richtung flog. Wenige Minuten später erblickten wir ihn über den See fliegend. Dunkler Wasserläufer, Kampfläufer, Rotschenkel, Tüpfelsumpfhuhn und Zwergdommel versüssten uns den Morgen zusätzlich. Auch heute wieder ein Auftakt wie aus dem Bilderbuch!

 

 

Den Nachmittag widmeten wir wieder den Feldern in der Ebene. Aufgrund des schönen Wetters waren viele rastende Zugvögel weggezogen und es war etwas „ruhiger“(bezogen auf das Tessin in den letzten Tagen). Sprich: Rotfussfalke, Wachtel, eine wahrscheinliche Trauerbachstelze und ein zweiter Rotkopfwürger relativieren diese Aussage. Am Laghetto di Gudo zeigte sich abermals ein Stelzenläufer. Abgerundet wurde dies durch die Beobachtung zweier Ortolane in einem Acker.

 

 

Den Abend verbrachten wir an der Ticinomündung. Unter den hunderten Schwalben suchten wir vergebens nach einer Rötelschwalbe… Im Schein der Fantalampe assen wir schliesslich unser Picknick am See und liessen so den Tag ausklingen - wieder ein Tag den wir so schnell nicht vergessen werden.

 

1.5.

 

Auch am Montag standen wir wieder frühmorgens im Beobachtungshäuschen in der Bolla Rossa. Ein Kleines Sumpfhuhn zeigte sich auf wenige Meter. In den umliegenden Feldern trafen wir auf Arten wie Pirol, Dorngrasmücken und Turteltaube, die Kälte und Nässe erschwerte aber die Beobachtungsumstände. Auf einem Acker zeigten sich noch drei Grünschenkel, ein Dunkler Wasserläufer im Prachtkleid, Ortolan und Heringsmöwen. Nach diesen Beobachtungen kehrten wir zurück in unser Basislager, bauten die Zelte ab und verabschiedeten uns zufrieden vom schönen Tessin.

 

Wir hatten Glück! Es hätte wohl kaum besser laufen können. Die enorme Zahl an Seltenheiten aber auch die Massen an mässig häufigen Arten haben dieses Wochenende zu einem Wahnsinnserlebnis gemacht. Zumindest für mich der Höhepunkt meiner bisherigen Ornilaufbahn in der Schweiz! Wir freuen uns auf nächstes Jahr…

 

Von Sylvain

 

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So

02

Apr

2017

Einsteigerexkursion Sternenfeldbiotop

Um 9:00 trafen wir uns an der Tramhaltstelle Breite. Sechs motivierte Mädchen und Jungs waren da und Jaro und ich als Leiter. Unser heutiges Ziel war es, möglichst viele (und schöne) Arten zu beobachten und zu finden. Als erstes liefen wir auf der grossbasler Seite Rhein aufwärts, wo wir schon einige Arten wie z.B. Höckerschwäne, Gänsesäger, Star, Bachstelzen, Amsel, Buchfink und den sehr schön gefärbten Distelfinken sehen konnten. Auch ein Paar Nilgänse mit Jungen konnten wir beobachten.

 

Als wir zum Stausee ankamen, gingen wir rechts vom Stausee ins Sternenfeldbiotop, wo wir eine Znünipause am Teichrand machten und de schönen Gesängen der Mönchsgrasmücken, Zilpzalps und Fitis zuhören konnten. Andere Arten, die wir hier sahen waren die Misteldrossel, einen Grünfink, Elster, einige Hausrotschwänze, einen Weissstorch und noch einiges mehr.

 

Über die Schleusen führte unser Weg auf die Insel, wo Jaro sofort 7 Löffelenten sah. Weitere Arten im Stausee waren Haubentaucher, Stockenten, Teich- und Blässhuhn und Gänsesäger. Dann schauten wir noch auf der anderen Seite der Insel, wo wir ein Männchen der Mandarinente bewundern konnten. Hinter uns hörten wir immer wieder „QUIT“, was war das? Ein Buntspecht. Den sahen wir dann auch recht gut auf dem Baum.

 

Als wir auf die Uhr schauten, merkten wir, dass wir uns schon auf den Rückweg machen müssen. Auf dem Rückweg kamen dann noch Arten wie der Kleiber, Schwarz- und Rotmilan dazu.

 

46 Arten in drei Stunden in Basel! Eine gute Leistung.

von Dominic

 

Hier die Artenliste:

 

1.       Kohlmeise

2.       Blaumeise

3.       Sumpfmeise

4.       Zilpzalp

5.       Fitis

6.       Mönchsgrasmücke

7.       Hausrotschwanz

8.       Girlitz

9.       Amsel

10.     Star

11.     Rauchschwalbe

12.     Rabenkrähe

13.     Saatkrähe

14.     Haussperling

15.     Grünfink

16.     Buchfink

 

 

17.       Distelfink

18.       Rotkehlchen

19.       Ringeltaube

20.       Strassentaube

21.       Bachstelze

22.       Gebirgsstelze

23.       Mittelmeermöwe

24.       Stockente

25.       Löffelente

26.       Kernbeisser

27.       Misteldrossel

28.       Kormoran

29.       Gänsesäger

30.       Haubentaucher

31.       Teichhuhn

32.       Blässhuhn

33.       Türkentaube

34.       Zaunkönig

35.       Weissstorch

36.       Höckerschwan

37.       Nilgans

38.       Mandarinente

39.       Buntspecht

40.       Grünspecht

41.       Rotmilan

42.       Schwarzmilan

43.       Sommergoldhähnchen

44.       Gartenbaumläufer

45.       Kleiber

46.       Elster

 


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Fr

27

Jan

2017

Eulenexkursion

Gegen Abend ging es los: die Eulenexkursion konnte beginnen! Würden wir dieses Mal mehr Erfolg haben als andere Jahre? Wer weiss… Hoffnungsvoll stiegen wir ins Tram Richtung Rodersdorf. Am Zielort angekommen mussten wir unsere Sinne schärfen. Angespanntes Zuhören war angesagt. Anfangs war es nur der Autolärm der uns zu Ohren kam. Wann würde wohl ein erstes Mal das Buhen des Uhus ertönen? Es war nämlich genau diese mystische und seltene Art, die wir uns erhofften. Das stille Warten wurde plötzlich durch einen schauerlichen Gesang unterbrochen. Die Teilnehmer versetzte das nicht in Angst, sondern vielmehr in Freude. Denn sofort war klar, dass es sich um einen singenden Waldkauz handelte. Obwohl der Uhu an diesem Abend auch nach weiterem Warten nicht zu hören war, konnten wir zufrieden zurück ins Tram. Auf dem Weg konnten Samuel und ich noch ein Reh im Taschenlampenlicht entdecken.

 

 

Die Exkursion war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht beendet. Einige Stationen weiter stiegen wir wieder aus. In einer Tannenplantage suchten wir weiter nach der Waldohreule. Leider ohne Erfolg. Stattdessen liess sich ein Fuchs schön blicken. Nach einem kleinen Spaziergang liessen wir den Lichtkegel unserer Lampen über einen kleinen Fluss schweifen – und prompt flog ein schnepfenartiger Vogel auf! Obwohl wir die Art nicht sicher bestimmen konnten, erfreuten wir uns ab dieser interessanten Entdeckung und machten uns auf den Heimweg.

 

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Di

17

Jan

2017

Crazy Winter Twitch

 

Jeden Winter tauchen Ende Herbst / Anfang Winter an den nordeuropäischen Küsten besondere, seltene und immer wieder auch extrem seltene Vögel auf.  Ein Teil dieser Irrgäste stammt Asien. Sie sind auf dem Weg in ihre Winterquartiere in die falsche Richtung gezogen und so schlussendlich statt in Südostasien in Nordeuropa angekommen.

 

Zu den häufigeren solchen Irrgästen (ok, klingt etwas nach einem WiderspruchJ) zählen zum Beispiel Tienschan- und Goldhähnchenlaubsänger, Sporn- und Waldpieper oder Nonnensteinschmätzer. Daneben gibt es aber auch immer wieder echte Superseltenheiten zu bestaunen. Und manchmal, ja manchmal kommt es sogar zu regelrechten Einflügen von Arten, welche davor jahrelang kaum je in einmal Europa gesichtet wurden. Soviel zum Hintergrund – nun wird’s konkret: Nachdem die Bergbraunelle Prunella montanella bis und mit 2015 insgesamt nur knapp über 30 mal in Europa (ohne Russland) nachgewiesen werden konnte, tauchten dieses Jahr also plötzlich über 200 Vögel in Europa auf! In etlichen Ländern wurde die Art zum allerersten mal überhaupt nachgewiesen. Eine detaillierte Übersicht zu diesem Wahnsinnsereignis findet sich hier:

https://www.dutchbirding.nl/wpbirding/1318/unprecedented_influx_of_siberian_accentors_in_europe_-_a_monthly_summary

 

Nun handelt es sich bei der Bergbraunelle nicht einfach nur um einen seltenen Vogel und die in Sibirien beidseitig des Urals brütende Art kommt auch nicht nur aus einem spannenden Gebiet – sie ist auch noch richtig hübsch! Ok ok, wenn Du mehr auf sowas, sowas oder das da stehst, siehst Du das eventuell auch etwas anders.... Aber hey – dann kannst Du auch einfach in den nächstbesten Zoo :-). Wieder zurück zur Braunelle: Obwohl super selten, ist sie in allen besseren Vogelbestimmungsbüchern Europas abgebildet. Sprich: Die Art ist einem bekannt und bei jedem Durchblättern des Bestimmungsbuches denkt man, dass man diesen Vogel schon sehr gerne einmal sehen würde. Doch ohne eine grössere Reise ostwärts machen zu müssen, war das bisher alles andere als realistisch. Dieses Jahr aber.....

 

Extrem spontan (2 Stunden vor dem Flug) beschlossen wir (Peter Zeller* und ich) am 6. Januar unser Glück in Norddänemark zu suchen. Hier hielt sich seit längerem eine Bergbraunelle im Hafengelände von Hirtshals auf. Neben diesem Highlight erhofften wir uns auf unserem Kurztrip noch ein paar weitere nordische Besonderheiten. Unter anderem war im benachbarten Südschweden ein Rotkehlstrandläufer anwesend (noch sehr viel seltener als die Bergbraunelle, allerdings gerade im Winterkleid eine bestimmungstechnisch extrem harte Nuss...).

 

Nachdem wir also im letzten Moment die Flüge und ein Mietauto gebucht hatten, ging es ab zum Flughafen (schlechtes Gewissen betreffend ökologischem Fussabdruck und kritische Gedanken betreffend unserer Zurechnungsfähigkeit inklusive) und wir hoben in Richtung Kopenhagen ab.

 

Bekanntlich ist es im Winter in Skandinavien meistens dunkel – die Suche nach der Berbraunelle konnte dem entsprechend erst am nächsten Tag starten. Im Hafengelände angekommen, waren wir (wenig verwunderlich) nicht die einzigen Birder: Zusammen mit Schweden, Deutschen, Holländern und Österreichern machten wir uns in der Morgendämmerung auf die Suche nach dem Vogel. Da vor Ort ein paar Sanddornbüsche vielversprechend aussahen, konzentrierten wir uns (mittlerweile rund 20 Personen) auf diese Stellen. Nach rund einer Stunde hatten wir zwar ein paar Rotkehlchen, Amseln und diverse Finken darin entdecken können, von einer Braunelle fehlte jedoch jede Spur. Als daher ein paar weitere Ornis sehr gezielt eine Ecke des brach liegenden Areals mit alten Palletten aufsuchten, hofften wir auf ortskundige Dänen. Wir wurden nicht enttäuscht: Sekunden später war der Vogel auf einem Brett sitzend entdeckt!!! Tatsächlich – ein Wahnsinnsvogel! Im Laufe der nächsten Stunde konnten wir die Bergbraunelle aus nächster Nähe bewundern,  teilweise hüpfte sie in weniger als 3 Meter Entfernung vor uns am Boden herum. Die Reise hatte sich schon mal ganz eindeutig gelohnt!

 

Schliesslich verabschiedeten wir uns vom Vogel und den noch anwesenden Ornis. Weiter ging es mit der Raritätensuche! Ein Trupp Birkenzeisige in einem Nachbarort war das nächste Ziel: Der Trupp war zwar schnell gefunden – das Schwierigste folgte aber danach: Unter den rund 200 Birkenzeisigen galt es, den einen Polarbirkenzeisig zu finden! Nicht ganz einfach, vor allem, wenn der Trupp ständig von einer Erle zur nächsten fliegt...Schlussendlich entdeckte Peter den gesuchten Vogel. Und bevor er wieder verschwand, konnte auch ich noch einen kurzen Blick auf ihn werfen. Höchste Zeit auch – denn wir wollten noch am selben Tag mit der Fähre nach Schweden.

 

Nach schönen Beobachtungen während der Überfahrt von zwei Skuas, vier Dreizehenmöwen, vielen Basstölpeln und rund 40 Lummen (alle die nahe genug waren, erwiesen sich als Trottellummen) kamen wir so am Abend in Göteborg an.

 

Am nächsten Tag folgte eine erfolglose Suche nach dem Rotkehlstrandläufer (er ward seither nicht mehr gesehen...), ein erfolgreicher Twitch einer seit längerem anwesenden Dunkelente und zum Abschluss, gleich neben dem Flughafen, eine super Beobachtung einer jagenden Sperbereule!

 

Und dann? Ja, dann ging es schon wieder zurück in die Schweiz und der crazy-Kurztrip nach Skandinavien war Geschichte. Die Erinnerungen werden aber natürlich noch lange bleiben.

 

Von Nicolas

 

* ja klar, wir lachen gerne über die Natrixler – aber eigentlich mögen wir sie richtig gut ;-)

 

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Sa

10

Dez

2016

Abschlussabend in Rodersdorf

Heute war es wieder so weit. Der traditionelle Abschlussabend mit dem berühmt-berüchtigten Quiz stand bevor. Mit dem Trämli gings ab nach Rodersdorf. Die Rucksäcke wurden schnell bei Nicolas verstaut, bevor es zu einem wilden Fussballspiel kam. Nach vielen Steilpässen, Fouls, mehr oder weniger legendären Toren und hochunterhaltsamen Szenen, besannen wir uns und wurden erinnert, dass wir im Grunde eine ornithologische Jugendgruppe sind :-) So wechselten wir zu einer ernsteren aber umso spannenderen Angelegenheit, nämlich dem Erstellen des Programms für das nächste Jahr. Klar steht fest: Auch 2017 wird ein vielseitiges Jahr für die Jugendgruppe; viele spannende Exkursionen stehen bevor! Schon bald dürfte das endgültige Programm auf der Website auftauchen.

 

Nun stand dem Bestimmungsquiz nichts mehr im Weg. Mit Anspannung und Vorfreude wurden die Bestimmungsbücher gezückt und das hektische Blättern fing an. 25 Bilder hatte Nicolas vorbereitet, die es zu bestimmen galt. Ein bunter Mix aus häufigen und selteneren Arten, allesamt knifflig. Italiensperling, Trauerschnäpper, Rosenstar, Wüstensteinschmätzer… Am Ende stand fest: Es wird ein Stechen geben (Zwei Personen hatten die gleiche Punktzahl erreicht, somit würde es nach dem Nachtessen eine zweite Runde geben). Um die Spannung aufrechtzuerhalten wurden jedoch noch keine Namen verkündet, sondern leckere Spaghetti an verschiedenen Saucen gegessen.

 

Mit 17 Punkten waren Samuel und ich auf dem gleichen Stand. Zehn weitere Bilder mussten also bestimmt werden, um den (oder bei einem weiteren Gleichstand die) Sieger zu bestimmen. Natürlich konnten aber alle anderen ebenfalls miträtseln und so ging es in die zweite Runde. Ich konnte einen Punkt Vorsprung holen und wurde mit einer Klausmütze belohnt. Auch dieses Jahr waren wieder alle auf einem extrem hohen Niveau!! Nun konnten wir noch Glace mit Schokolade und Schlagsahne geniessen und schon wieder war ein Abschlussabend vorüber. Wir freuen uns aufs nächste Jahr und hoffen bei den Exkursionen einige neue Gesichter kennenlernen zu dürfen!

 Von Sylvain

 

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So

23

Okt

2016

Rheininsel

Um acht Uhr früh trafen sich sechs Bebbi Babblers mit dem heutigen Leiter Tobias vor der Dreiländerbrücke am Rhein. Eine kurze Velofahrt führte uns zum Märkter Stau, wo wir den Stausee nach Enten und anderen Wasservögel absuchten. Erwähnenswert waren hier vor allem einige Pfeifenten und ein Trupp Kernbeisser der rufend über unsere Köpfe zog. Unser eigentliches Exkursionsgebiet war aber die neulich renaturierte Rheininsel und so überquerten wir den Staudamm, wo wir einige Bergpieper beobachten konnten, die mit der kalten Jahreszeiten hier erscheinen. Von einem Hügel aus, hatten wir einen guten Überblick über die Rheininsel und ihre weitläufigen strukturreichen Lebensräume. Mit Fernrohr machten sich die einen daran, die vielen Wasserflächen abzusuchen, während andere nach ziehenden Kleinvögeln Ausschau hielten. Während immer wieder die Rufe durchziehender Feldlerchen erklangen, konnten wir neben den vielen Ringeltauben auch eine Gruppe der selteneren Hohltaube ausfindig machen. Löffelenten, Krickenten ein jagender Turmfalke, viele durchziehende Kleinvögel wie Wiesenpieper und eine grosse Ansammlung eleganter Silberreiher erfreuten uns ebenfalls. Später kamen auf einer grösseren Wasserfläche neben etlichen Pfeifenten ebenfalls die winzigen Zwergtaucher dazu. Bekassinen liessen zwar noch auf sich warten, allerdings konnten wir einen Waldwasserläufer entdecken, der sehr gut versteckt und fast regungslos zwischen Wasserpflanzen verharrte. Im Restaurant am Ende der Rheininsel spendierte uns Tobi eine warme Schokolade. Obwohl es für uns Bebbi Babblers natürlich auch gut ohne gegangen wäre, waren wir dann doch sehr erfreut als wir im Warmen eine kurze Pause einlegten. :-) Nachdem Samuel noch kurz das ganze Vogelbuch durchblättert hatte und alle Vogelarten erwähnte, die er schon gesehen hat, was ja inzwischen auch nicht mehr nur eine Handvoll ist, konnten wir uns wieder auf den Weg machen und fuhren zügig zu einem Hide, um dort unser Mittag zu geniessen. Eisvogel, Graugänse und Wasserrallen konnten hier noch gesehen werden. Es stach jedoch immer ein dezenter Geruch heraus, der vielleicht auf Jaros hausgemachten Extra-Knoblauch Salat zurückzuführen war. Geruch hin oder her mussten wir bald weiter, machten Halt beim grossen Turm in der Petite-Camargue Alsacienne, und besuchten schlussendlich noch eine letzte Beobachtungshütte. Hier konnten wir fünf Bekassinen sehr schön bewundern, ein ornithologisches Highlight dieser Exkursion. Nutria, Bisamratte und Eichhörnchen zeigten sich. Mit diesen Eindrücken fing die Rückfahrt an. Obwohl wohl bei den Arten noch etwas mehr möglich gewesen wäre, war es doch wieder eine gelungene Exkursion – mit viel Spass, Action und schönen Beobachtungen in einem sehr spannenden Gebiet!

von Sylvain

 

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Di

20

Sep

2016

Goldregenpfeifer in Hégenheim

 Die Kiesgrube und die umliegenden Äcker und Flächen in Hégenheim sind fast immer einen Besuch wert und ein Hotspot in der Region Basel. Das vor allem, weil hier jederzeit mit Überraschungen gerechnet werden kann. Diesen Frühling hat Dominic dort eine Kurzzehenlerche entdeckt (Blogbericht). Weiter wurden schon zweimal Triele gesichtet und es existieren Nachweise von Rotkopfwürger, Mornellregenpfeifer, Goldregenpfeifer und Brachpieper.

 

So sollte auch heute wieder einer dieser Tage sein. Nachdem ich bereits eine Weile die Steinschmätzer auf den Feldern gezählte hatte, hörte ich plötzlich einen seltsamen Ruf. Sofort sah ich einen grösseren Vogel tief über den Feldweg fliegen. Sofort war mir klar, dass es sich aufgrund der Form um einen Regenpfeifer handeln musste. Ich verfolgte den Vogel mit dem Feldstecher und konnte eine goldige Oberseite erkennen. Glücklicherweise sah ich den Vogel hinter der Kiesgrube landen und ich begab mich dorthin. Auf einem grossen Acker wurde ich nach kurzer hektischer Suche schnell fündig. Der Goldregenpfeifer suchte aktiv nach Nahrung und liess sich, obgleich etwas weit, gut beobachten. Ich informierte andere Ornithologen, die den Vogel abends am gleichen Ort auch noch sehen konnten. Laut Ornitho ist dies der zweite Nachweis für die Kiesgrube. Was wird wohl als nächstes kommen?

von Sylvain

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So

04

Sep

2016

Bird Race 2016 - ein voller Erfolg!

Auch beim diesjährigen Birdrace waren zwei Bebbi Babbler Teams am Start: Einerseits das Jugendgruppen-Team mit Samuel, Jaro und Milan, anderseits das Leiterteam bestehend aus Valentin, Stefan, Frederik und mir. Während die Jugen ihre bewährte Seelandroute widerholten, wagten wir endlich das jahrelang thematisierte Vollprogramm Leuk (inkl. Waldbrandfläche und alpine Flächen) & Seeland!

 

Nach 24 äusserst spannenden Stunden gabs die super Ergebnisse:

 

Samuel, Jaro und Milan haben mit 124 Arten den alten Jugendgruppenrekord von 117 Arten regelrecht pulverisiert und gleichzeitig den 5. Rang unter allen Teams erobert!

 

Wir schafften mit 127 Arten einen neuen Bebbi Babbler Rekord und erreichten damit den Bronzerang! Mal schauen was mit dieser Route in Zukunft noch alles möglich ist...

 

Die ganze Rangliste findet sich hier:

http://www.birdlife.ch/de/content/bird-race-0

 

Mehr Details zu den Erlebnissen der beiden Teams kommen in Kürze!

von Nicolas

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So

21

Aug

2016

Heuschrecken-Exkursion

Heute trafen wir uns vor dem Jumbo in Allschwil. Unser Ziel waren heute weniger die Vögel, sondern die Heuschrecken. 

Wir liefen als erstes zu einem kleinen Naturschutzgebiet in Allschwil, wo wir ca. 2 Stunden alle Lebewesen sammelten, die wir finden und fangen konnten. Darunter konnten wir auch Geburtshelferkröten, eine Erdkröte, eine Mauereidechse, eine Wespenspinne, Langflüglige Schwertschrecken, westliche Beissschrecken, eine Schiefkopfschrecke und viele weitere Heuschrecken-Arten bewundern.

Nachdem wir dieses Gebiet gut abgesucht haben, gingen wir in ein anderes Gebiet, wo wir neu für unsere Liste noch eine Feldgrille und Lauchschrecken fanden. Als Schmetterlinge konnten wir noch einen Waldbrettspiel und ein Grosses Ochsenauge sehen.  Als wir Zmittag essen wollten, entdeckte uns Samuel einen Fischadler!

Nach dem Zmittag war ich motiviert ein bisschen Greifvögel zu beobachten, während sich die anderen noch kurz austobten und siehe da, es hat sich gelohnt, denn ich konnte zwei ziehende Schwarzstörche beobachten, doch leider flogen sie zu schnell und die anderen konnten sie nicht sehen. Kurze Zeit später konnte ich mit Jaro noch eine Turteltaube beobachten.

Nach einer Weile gingen wir zum Wasserturm von Allschwil und nach einer kurzen und erfrischenden Wasserschlacht stiegen wir auf den Turm. Vom Turm aus hatten wir eine Aussicht über ganz Basel und innerhalb von ca. 2 Stunden konnten wir 18 durchziehende Schwarzmilane, 51 durchziehende Wespenbussarde,einen durchziehenden Sperber, 6 durchziehende Baumfalken und noch vieles mehr beobachten.

Unser letzter Abschnitt der Exkursion widmete sich wieder den Heuschrecken. Wir liefen wieder in ein Biotop, wo wir mehrere Langfühler-Dornschrecken und eine seltene Grüne Strandschrecke bewundern konnten.

Es war wieder einmal eine gelungene Exkursion!

von Dominic

 

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Mo

01

Aug

2016

Schafstelzen: Bald geht es wieder los!

Schon in weniger als einem Monat werden die ersten Schafstelzen-Durchzügler wieder in der Schweiz rasten! Wir warten gespannt und werden erneut versuchen, so viele Beobachtungen wie möglich zu machen.

 

Im letzten Frühling haben wir uns schon einmal etwas "aufgewärmt". Im kleinen Rahmen haben wir geschaut, wie häufig die verschiedenen Unterarten im Frühling sind. Das Ergebnis: Von 44 Männchen konnten wir 41 einer Unterart zuweisen. Am häufigsten waren flava-Vögel (31), gefolgt von thunbergi (7) und cinereocapilla (3).  Vögel mit klassischen Merkmalen von cinereocapilla scheinen im Frühling als "Overshoots" also auch nördlich des Jura nicht allzu selten zu sein....

 

Dominic Eichhorn, Simon Hohl, Nicolas Martinez

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Mi

20

Jul

2016

Rotschwanz Mischsänger und Hybriden: Update

Die im 2015 beobachteten Vögel in Wenslingen und Ziefen sind leider nicht zurück gekehrt. Wir konnten also diesen spannenden Fällen keine weiteren Details mehr hinzufügen. In Laufen entdeckten aber Theo Walser und Josef Borer einen Mischsänger, den ich in den folgenden Wochen mehrfach beobachten und hören konnte. Zudem haben wir auf dem Internet weitere Hybrid-Beobachtungen aus dem Ausland entdeckt. Es wird also in den nächsten Monaten noch mehr dazukommen:-)

 

Bis dahin schon einmal ein paar Ton- und Bildaufnahmen des Laufener Mischsängers:

Tonaufnahme & Sonogramm:

http://www.xeno-canto.org/328197

 

von Nicolas

 

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So

17

Jul

2016

Alpensegler: Junge beringen

Nachdem wir beim ersten Besuch unserer Alpenseglerkolonie vom 20. Juni noch keine Nestlinge beringen konnten, gelang dies einen Monat später. Grund für diese Verspätung war wohl der nass-kalte Frühling. Mit insgesamt 21 beinahe flüggen Jungvögeln war das aber dennoch ein gutes Jahr für unsere Kolonie. Neben der Beringung der Nestlinge bekamen wir auch einige Altvögel in die Hände. Einige von ihnen spuckten ihren Futterballen aus, den wir in Alkohol konservierten und einem Entomologen übergeben werden. Wir sind gespannt darauf zu erfahren, was unsere Alpensegler alles aus der Luft holen.

von Frederik

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Mo

04

Jul

2016

Lachmöwen-Report

Der Bericht für das erste Jahr unseres Lachmöwen-Projektes ist jetzt online.
Wir konnten 91 Ringe ablesen, von 41 Individuen aus 10 Ländern! Es ist beeindruckend, aus welchen Richtungen die Möwen kommen!

 

Mehr zu den Hintergründen des Projektes hier.

 

Als kleiner Teaser aus unseren Daten:

Basel ist schön! Das finden auch die Möwen…
Der Beweis liegt in den Ringdaten: Einer der Vögel hat den ersten Winter in Strasbourg verbracht, der zweite in Zürich – Wo sind sie im nächsten Jahr gewesen? Genau! Z’Basel 

am mim Rhy! J

Lachmöwen-Report 2016.pdf
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Mo

20

Jun

2016

Jugendgruppe: Alpenseglerkolonie

Für den ersten Besuch dieses Jahr in der Alpenseglerkolonie machten wir uns nicht sehr grosse Hoffnungen: Das Wetter war schlecht, der Frühling verspätet. Vor ein paar Jahren hatten wir unter ähnlichen Umständen genau ein Nest. Die Alpensegler werden für Vögel relativ alt und können es sich darum leisten, auch mal eine Brutsaison ausfallen zu lassen. 

 

Dann gerade hinter der Tür zur Kolonie ein brütender Altvogel! Das machte Hoffnung, und zumindest teilweise wurden die erfüllt: mindestens 6 Nester mit Jungen, und einige andere mit Eiern. Die Jungen waren alle zu klein, um sie zu beringen, aber wir konnten immerhin einige Altvögel fangen, darunter auch ein paar Wiederfänge.  
Zum Glück nehmen es die Alpensegler ziemlich easy mit dem Beringen, und bleiben meist ruhig. Meist sogar ruhiger als die Jugendgrüppler, die sich mit den scharfen Krallen der Alpensegler herumschlagen müssen, wahrscheinlich eine Art Revanche ;)

Sobald wir die Alpensegler zu ihrem Nest zurückbringen (brütende Altvögel stören wir aber nicht), kehren sie sofort zum "Business as usual" zurück. 

Wie immer haben wir in der engen und staubigen Kolonie in den Nestern die Lausfliegen gezählt, zum Teil waren es über 20 Blutsauger.

 

Die meisten Alpensegler, die in die Kolonie zurückkehren, haben Futter für die Jungen dabei. Dieses wird als grosser Ballen, aus noch lebender Insekten, wieder hochgewürgt und verfüttert. Beim Fangen kann es vorkommen, dass die Elterntiere den Ballen verfrüht hochwürgen. Während wir in der Vergangenheit versucht haben den Ballen den Jungen von Hand zu verfüttern, dies klappt meist ganz gut, beschäftigten wir uns dieses Mal ein bisschen genauer mit dieser Alpenseglernahrung: Zu einem grossen Teil bestand sie aus Schwebefliegen, mit einigen kleinen Wespen und sogar einem Distelfalter. Sehr interessant! Vielleicht ergibt sich daraus sogar ein Projekt in der Zukunft.

von Valentin

Fr

27

Mai

2016

Jugendgruppe: Amphibien in der Herzogenmatt

Heute hatten wir einmal nicht Vögel, sondern Amphibien im Visier. Mit rekordverdächtigen 10 Personen fuhren mit dem Tram Richtung Allschwil und liefen dann
in die Herzogenmatt. Auf dem Weg versuchte wir noch, einen Waldkauz zu finden, der aber nicht da zu sein schien. Sobald wir am guten Ort angekommen waren, hörten wir schon von überall Laubfrösche, Seefrösche und Geburtshelferkröten. Über den Weg hüpfte ein Laubfrosch Männchen, das wir fangen und von Nahem bestaunen konnten. Im Teich nebendran fingen wir ein erstes Kammmolch Männchen, welches wir  ebenfalls in einem Behälter von Nahem anschauten.
Auf dem Weg zu anderen Teichen fanden wir noch eine letztjährige Erdkröte und im Hintergrund sangen Maulwurfsgrillen. Danach konnten wir Kammmolch, Fadenmolch, Bergmolch (alle im direkten Vergleich), Seefrosch, einen grossen Wasserkäfer, Wasserskorpione und  kleine Fische herausfischen und einer Libelle beim Schlüpfen zusehen. Nicolas erklärte uns u.a. die Bestimmung von See-/Teich-/und Wasserfröschen und von Amphibienlarven.
Bei kleinen Teichen im Wald, hofften wir, Gelbbauchunken zu finden, die wir aber leider nicht fanden. Dafür wurden wir mit einer ''neuen Tagesart'', dem Grasfrosch, belohnt. Auf einer geteerten Strasse fanden wir nochmals eine Erdkröte und die erste Geburtshelferkröte. Etwas weiter unten, für mich das Highlight des Tages (der Nacht), konnten wir zwei Geburtshelferkröten bei der Eiübergabe beobachten. Wenn wir das Licht dämmten oder ausschalteten, machten sie weiter mit der Übergabe. Am Schluss lief das Männchen mit den Eiern davon.
Auf dem Heimweg sahen wir noch einen ziemlich schönen Waldkauz und mitten auf der Strasse einen Igel.
Wir hatten nun in ca. 2-3 Stunden fast alle in der Region vorkommenden Amphibienarten gesehen und sogar alle von Nahem betrachten können! Nur die Gelbbauchunke blieb aus...
Wieder einmal eine sehr gelungene und lehrreiche BEBBI BABBLER Exkursion (wie immer:-)).

von Samuel

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So

21

Jul

2019

Alles was sie als Gartenrotschwanz Männchen wissen müssen!

Unsere Mitglieder Valentin Moser und Nicolas Martinez haben zusammen mit Reto Spaar und Kim Meichtry-Stier einen wissenschaftliche Arbeit veröffentlicht im Journal Bird Study. 

 

Valentin hat in seiner Maturarbeit Reviere von verpaarten und unverpaarten Gartenrotschwanz-Männchen verglichen. Nach viel zusätzlicher Arbeit (Auswerten, zusätzliche Daten sammeln usw.) konnte die Arbeit nun in einer englischsprachigen Forschungszeitschrift veröffentlicht werden:

 

Der Gartenrotschwanz Phoenicurus phoenicurus ist lokal gefährdet durch abnehmende Lebensraumqualität, speziell wenn dieser Langstreckenzieher im Brutgebiet auf Hochstammobstgärten angewiesen ist. Wir haben die Habitateigenschaften zwischen Revieren von verpaarten und unverpaarten Männchen in Hochstammobstgärten untersucht. Die Reviere von verpaarten Männchen wiesen mehr Nestmöglichkeiten und einen höheren Anteil an lückiger Vegetation auf. Diese beiden wichtigen Parameter sind bei Habitat-Aufwertungsmassnahmen zugunsten des Gartenrotschwanzes zu berücksichtigen.  

 

Also, falls sie ein verzweifeltes Gartenrotschwanz-Männchen kennen, dessen Revier aufgewertet werden soll, kann man ihn mit diesen Massnahmen unterstützen:

 

-lückiger Boden schaffen: Da wird das zukünftige Päärchen zusammen Jagdausflüge unternehmen können, um die Kinderschar zu füttern!

 

-Nestmöglichkeiten (= geeignete Nistkästen) bereitstellen: Am Besten gleich Mehrere aufhängen, damit ein Weibchen auch das Beste für die zukünftige Familie findet! 

 

Den englischen Originalartikel findet ihr hier: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00063657.2019.1637397

Do

30

Mai

2019

Auffahrtslager

Tag 1: Am Donnerstag um 7:00 fahren wir mit dem Zug ins Rhonental. Als wir um ca. 9:00 gerade aus dem Bus in Brentiong aussteigen, sehen wir einen Steinrötel. Wir laufen in die Waldbrandfläche, und sehen mehrere Zippammern, Gartenrötel und eine Klappergrasmücke. Die Sonne brennt und es ist warm, aber alle sind gut gelaunt und motiviert. Auf dem Weg hörten wir mehrere Berglaubsänger. Als wir eine Pause machen sehen wir weit oben einen Gänsegeier kreisen. Die Freude ist gross! Wenig später gleitet ein meiestätischer Bartgeier über uns. Auch mehrere Steinadler fliegen über uns. Weiter oben sehen wir noch einen Baumpieper. Als Nachtessen gibt es Couscous : - ) Als wir nach dem Essen auf einem Hügel liegen und es langsam dämmert, hören wir es plötzlich: ,,errrrrrrörrrrrrrörrrrrrerrr» Und da fliegt uns der Ziegenmelker über den Kopf. Ein unvergessliches Erlebnis!

 

Tag 2: Um 5:30 geht es weiter. Beim hinunterlaufen sehen wir u.a. Wiedehopf, Zaunammer, Neuntöter, Berglaubsänger und Gartenrotschwänze. Bei der Hohen Brücke entdecken wir Felsenschwalben und Alpendohlen. Nach dem Znüni gehen wir durch die Felsensteppe, die Sonne kennt keine Gnade. Vor allem die Jüngeren sind froh als wir endlich das Föhrenwäldchen erreichen und eine Mittagspause machen. Nach einer gemütlichen Mittagspause laufen wir zu den Bienenfressern. Unterwegs hören wir noch einen Drosselrohrsänger, Sumpfrohrsänger und aus der Wiese singt eine Wachtel. Bei den Bienenfressern essen wir Znacht.

 

Tag 3: Am Morgen gehen wir noch mal ein Stück in die Höhe und beim Morgenessen sehen wir einen Orpheusspötter. Wir wandern nach Leuk zum Bahnhof und mieten dort Velos. Mit dem Velo geht es  durch den Pfynwald wo wir Waldlaubsänger und Grauschnäpper finden. Nachher fahren wir in die  Felsensteppe, wo wir noch einmal Bienenfresser und einen Wiedehopf sehen. Das Lager war super und hat sehr viel Spass gemacht!

Bericht und Bilder von Michel

So

31

Mär

2019

Augster Stausee

Um 8:30 gingen wir mit dem Zug nach Kaiseraugst. Dort stiegen wir aus und sahen bzw. hörten die ersten Arten. Türkentaube, Ringeltaube und einige Haussperlinge. Plötzlich flog auch meine erste Rauchschwalbe in diesem Jahr über unsere Köpfe. An der Ergolzmündung angekommen erwartete uns schon eine Überraschung. Eine Knäkente schwamm nahe am Ufer. Zum Teil versteckte sie sich, aber wenn sie sich zeigte, dann sehr gut! Während dem wir einer Mönchsgrasmücke beim Singen zuhörten, flog plötzlich eine Rohrweihe über uns. Nach einer guten Weile an der Ergolzmündung liefen wir über das Kraftwerk nach Deutschland. Von dort aus kontrollierten wir das Gewässer und siehe da! Eine Schwarzkopfmöwe. Das war ziemlich cool, da wir diese nicht unbedingt erwartet haben. Wir wollten natürlich näher an sie heran und liefen ein bisschen Rheinaufwärts. In einem Hide konnten wir sie noch einmal gut sehen. Wir beschlossen auch gleich unser Picknick zu verspeisen. In diesem Moment wurden wir von zwei Eichhörnchen beobachtet. Wir suchten vom Hide aus noch die Schilfränder ab, was sich ziemlich lohnte. 7 Bekassinen, 3 Waldwasserläufer und ein Flussregenpfeifer spazierten gemütlich am Schilfrand umher. Leider war es aber schon Zeit langsam zurück zu kehren. Wir liefen alles zurück und kamen mit dem Bus von Kaiseraugst nach Basel.

 

Sa

02

Mär

2019

Eulenexkursion

Heute sind wir mit dem Tram nach Oberwil gefahren. Wir wussten noch nicht genau, was uns dort erwarten wird! Zuerst liefen wir zur Ziegelei. Dort suchten wir die Tümpel ab. Es hat sich gelohnt, denn neben einem Tümpel spazierte eine stolze Bekassine:) Natürlich war das nicht genug für uns, auch wenn einige Leute völlig aus dem Häuschen wegen der Bekassine waren. Wir wollten schliesslich noch mehr sehen. Mit dieser Einstellung liefen wir in den Wald. Es wurde langsam dunkel. Plötzlich hörten wir etwas:“ HUuuUUUuUuuu“. Es war ein Waldkauz. Natürlich suchten wir ihn mit Taschenlampen. Wir konnten ihn schliesslich auch wegfliegen sehen. Wie ein Geist flog er über uns. Ein paar Waldkäuze später liefen wir zu einer Scheune. Was konnte uns dort erwarten? Nichts. Somit gingen wir zurück in den Wald. Noch einmal ein paar Waldkäuze später liefen wir noch einmal zur Scheune. Und da flog unsere erhoffte Art aus der Scheune heraus. Fast schon blendend weiss flog die Schleiereule im Lichte der Taschenlampe über die dunklen Felder. So konnten wir voll und ganz zufrieden sein. Wieder einmal eine gelungene Bebbi Babbler Exkursion hätte ich gesagt.

 

Sa

08

Dez

2018

Lachmöwe

Um 9 Uhr trafen wir uns am Bahnhof, vor dem Suterbegg wie immer. Wir fuhren mit dem Tram bis zum Dreiländereck, wo wir mit Brot die ersten Lachmöwen anlocken konnten. Bereits beim ersten „Spot" konnten wir ein Individuum mit Metallring feststellen. Jaro machte von allen Seiten Fotos des Ringes. Beim Abgleich mit älteren Daten bemerkten wir, dass es sich um ein Individuum aus Estland (Estonia) handelte, welches wir bereits letzten Winter hier als Jungvogel beobachten konnten. Cool! Beringte Vögel aus Estland werden längst nicht so häufig abgelesen, wie zB Vögel aus Polen oder Tschechien.
Nebenbei konnten wir einige Sturmmöwen, Mittelmeermöwen, Gebirgsstelzen und Gänsesäger beobachten. An der Wiese bei Kleinhüningen hatte es wie immer ebenfalls sehr viele Möwen. Das Füttern von Brot an diesem Ort brachte uns gleich eine Lachmöwe aus Litauen (diesjährig) und eine aus Deutschland ein (Hamburg, ein wiederkehrender Vogel, der schon letztes Jahr da war). Vorne am Rhein konnten wir dann mit etwas Geduld auch noch eine Möwe aus der Slowakei ablesen (auch das ein Wiederkehrer). Währenddessen erreichte mich die Meldung eines Dunklen Sturmtauchers, der soeben am Sempachersee entdeckt wurde und wohl vom Sturm in die Schweiz geweht wurde. Nach einem kurzen Telefon an die jeweiligen Eltern der jungen Teilnehmer machten wir uns also auf den Weg zum Sempachersee und brachen die Ringsuche ab. Die Chancen standen zwar eher schlecht, da der Sturmtaucher bereits seit einiger Zeit laut anderen Beobachtern nicht mir auffindbar war, aber wie man doch so schön sagt: wer nicht wagt der nicht gewinnt. Angekommen am Sempachersee machten wir uns also auf die Suche und scannten den See von oben bis unten mit unseren Fernrohren. Der Dunkle Sturmtaucher blieb zwar aus, dafür wurden wir aber mit Schwarzkopfmöwe, Wanderfalke und gleich mehreren Sperbern belohnt. Erschöpft nach einem langen Tag fuhren wir zurück nach Basel und im grossen und ganzen war es doch ein Supertag mit tollen Arten und tollen Ringen.

So

25

Nov

2018

Bodensee

Heute fuhren wir als erstes nach Arbon, in die Steinacher Bucht. Gerade am See angekommen fiel uns ein riesiger Ententrupp auf, der direkt vor uns im Wasser war. Es war ein Kommen und Gehen, manchmal hunderte von Vögeln in der Luft und weitaus mehr im Wasser. Sofort machten wir uns ans Durchsuchen des Schwarmes und schon bald wurden wir fündig: 3 Bergenten hatten sich zwischen vielen Reiher- und Tafelenten versteckt. Auch Pfeif-, Krick- Schnatter- und Löffelenten zeigten sich. Nach und nach kamen viele weitere Arten auf unsere Tagesliste, wie zB die (in der Schweiz)eher seltene  Silbermöwe, zwei Singschwäne, Bergpieper, um die 150 Alpenstrandläufer (!) und sehr viele Bekassinen. Beim Durchsuchen der Lachmöwen konnten wir einen beringten Vogel aus Polen ablesen. Weiter gings Richtung Romanshorn. Hier hatte es ebenfalls einige Enten und Möwen und auch hier konnten wir Lachmöwenringe ablesen: Deutschland, Tschechien und Schweiz. Etwas weiter draussen auf dem See konnten wir Pracht- und Schwarzhalstaucher finden. Als letzte Station des Tages fuhren wir noch zum Ermatinger Becken. Hier waren viele Singschwäne (unter anderem 1 beringtes Ind aus Lettland und 1 aus Deutschland), Rohrweihe, Brandgänse, Spiessenten, eine Steppenmöwe und 2 Austernfischer (ziemlich selten!) zu sehen. Auf dem Rückweg zur Zugstation kamen dann auch noch Turmfalke und Sperber auf die Liste. Ja, der Bodensee hat immer irgendetwas Gutes zu bieten, sei es nur schon die grossen Individuenzahlen bei gewissen Vogelarten. 

So

23

Sep

2018

Zürichsee-Tag

 

Der Startpunkt des heutigen Zürichsee-Tag war Jona. Dort besuchten wir eine kleine Beringungsstation, wo wir Vögel wie Rotkehlchen, Teichrohrsänger, Mönchsgrasmücke und – das Beste zuletzt - Gelbbrauenlaubsänger von nächster Nähe betrachten konnten. In den Riedwiese konnten neben den Netzen noch Braunkehlchen und Schafstelzen entdeckt werden. Direkt am Seeufer setzten wir unsere Suche fort: Sandregenpfeifer, Schwarzhalstaucher, Zwergmöwe,… Während dem Weg in Richtung Rapperswil konnten wir zwei vorbeiziehende Rohrweihen beobachten. In Rapperswil angekommen, begaben wir uns auf den Seedamm. Dort gelangen uns schöne Beobachtungen von Zwergtauchern, Eiderenten und Trauerseeschwalben. Nach einem sonnigen Tag mit vielen schönen Beobachtungen traten wir den Rückweg an.

Fr

24

Aug

2018

Nachwuchs bei den Alpenseglern und der Jugendgruppe ;-)

Heute waren wir mit einem ganz jungen Bebbi Babbler Team zum letzten Mal im 2018 in der Alpensegler-Kolonie. Wir haben die letzten Jungen beringt. Die jüngsten beiden Jungen sind rund 30 Tage alt und werden erst mitte September ausfliegen. Alle anderen Jungvögel, die wir angetroffen haben sind flügge. Zudem haben wir alle Nester neu nummeriert. 

Mo

23

Jul

2018

Alpensegler: Kontrolle und eine kleine Analyse

Heute haben wir die zweite Kontrolle in „unserer“ Alpenseglerkolonie durchgeführt und die Jungen beringt, die im Juni noch zu klein waren. Nach wie vor hat es aber auch brütende Adultvögel und ein Junges ist erst vor wenigen Tagen geschlüpft! Sprich: die letzten Alpensegler werden voraussichtlich erst Ende August oder im September ausfliegen! Auf jeden Fall werden wir nochmals eine Kontrolle einplanen.Bei der Gelegenheit haben wir auch noch gleich etwas in den alten Daten (seit 1971!!!) gewühlt und geschaut, wohin in Basel geborene Alpensegler zum Brüten hingehen (wenn sie nicht zurück nach Basel kommen) und - umgekehrt - aus welchen Kolonien wir bei uns schon Vögel wiedergefunden haben. Am meisten „Wechsel“ gibt es zwischen Basel und den Kolonien aus Solothurn und Biel. Aber auch aus vielen anderen Schweizer Kolonien konnten schon Vögel bei uns in Basel festgestellt werden (und einer aus Freiburg im Breisgau). Wichtig: Dabei handelt es sich nicht immer um Brutvögel - viele Nachweise (die in Klammern auf dem Plan) stammen aus den herbstlichen Schlafplatzzählungen: Dann besuchen anscheinend im grösseren Stile Alpensegler aus anderen Kolonien das schöne Basel ;-)
von Milan und Nicolas

Bild 1: ein Alpensegler-Nest mit 5 Eiern auf einer Papiertüte….Die Eier werden nach wie vor bebrütet. Es handelt sich dabei laut Literatur um ein sehr grosses Gelege für die Art.

Bild 2: Flügger Alpensegler-Jungvogel neben einem Nest mit einem (tauben) Ei und einem wenige Tage alten Jungen —> grosse Altersunterschiede für einen Langstreckenzieher, der nur eine Jahresbrut macht…

Bild 3: Herkunft von in Basel kontrolierten, anderswo beringten Alpenseglern. Die Zahlen ohne Klammern beziehen sich auf Brutvögel, die Zahlen in Klammern stammen aus den Kontrollen im Herbst.

Bild 4: In Basel beringte Alpensegler, die in anderen Kolonien wiedergefangen wurden. 

So

06

Mai

2018

Bergfinken im Frühling

von Nicolas Martinez

Als ich am 2. Mai in Therwil BL nach Gartenrotschwanz-Nestern suchte, flog vor mir plötzlich ein Bergfinkenweibchen auf. Definitiv eine späte Beobachtung! Eine kurze Recherche auf ornitho.ch zeigte, dass Meldungen nach April selten, aber nicht ganz sooo selten sind:

Wenig verwunderlich eigentlich, denn in den Brutgebieten schaut es zur Zeit noch so aus:

Da wir bei unserer Bebbi Babbler Reise in Marokko bereits staunten, als wir Ende März in Oukaimeden neben africana-Buchfinken ein Bergfinken-Männchen entdeckten, habe ich weiter die Bergfinken-Meldungen auf observation.org etwas genauer unter die Lupe genommen. Es zeigte sich, dass der Winter 2017-18 in Südeuropa allgemein sehr gut für Bergfinken war: So gelangen u.a. auch Nachweise auf mehreren Kanarischen Inseln und im direkten Vergleich mit den vorangegangenen Wintern gab es 27-18 sowohl in Marokko, Portugal und Spanien deutlich mehr Nachweise (ähnlich verhält es sich übrigens auch beim Kernbeisser). Gut möglich also, dass der Bergfink aus Therwil deutlich weiter südlich überwinterte....

Übersichten der Winter

Bergfink und africana-Buchfink in Oukaimeden, 27.3.2018

So

12

Nov

2017

Mystery Rotschwanz

„Was hältst du von diesem Rotschwanz?“ Das war der knappe Inhalt eines Mails von Georges Preiswerk, welches ich am letzten Sonntag erhielt. Dazu ein Bild eines von ihm am 10.11. zwischen Riehen und Basel entdeckten Rotschwanzes. Viele Details waren nicht zu sehen, aber eines war sofort klar: ein 0815-Hausrotschwanz ist das nicht!  Die Flanken und auch der Bauch waren beim weibchenfarbigen Vogel orangerot, die Brust ebenfalls rötlich angehaucht, der Rücken wirkte dunkel braungrau.

 

Diese Merkmale, zusammen mit dem späten Datum, weckten natürlich wilde Überlegungen:

- Gartenrotschwänze sollten jetzt eigentlich in Afrika sein!

- Von Rotschwanzhybriden stammen die letzten Nachweise aus Mitteleuropa aus Mitte Oktober!

- November ist der Monat, in dem an den nordeuropäischen Küsten in den letzten Jahren vermehrt östliche Hausrotschwänze (rotbäuchige Unterart phoenicuroides) aufgetaucht sind!

 

Nichts wie los also!  Zusammen mit Dominic Bürgi (und nach einer guten halben Stunde suchen) entdecken wir den Vogel am Sonntag-Nachmittag wieder. Der erste Eindruck ist der eines dunklen Gartenrotschwanz-Weibchens. Das Wetter (Wind, Regen) und das Licht sind allerdings mehr als suboptimal, der Vogel ziemlich scheu. Je nach Licht und Position wirkt der Vogel extrem dunkel. Zu dunkel für einen Gartenrotschwanz? Mit ein paar schlechten Belegaufnahmen in der Kamera fliehen wir etwas später vor einer heranbrausenden Gewitterfront. Zu Hause und mit Hilfe der Fotos am Bildschirm verdichtet sich das Bild eines Gartenrotschwanzes: Der Vogel hat einen deutlichen Augenring, deutlich rotbraune Schirmfederränder, eine orangebeige Unterseite, eine kontrastierende helle Kehle und eine warmbraune Oberseite, zudem scheinen die Abstände zwischen den Handschwingen recht regelmässig zu sein (beim Hausrotschwanz ist der Abstand zwischen der 6. und 7. Handschwinge deutlich am grössten).

 

Je nach Foto wirkt die Brust aber dennoch relativ dunkel und ohne Rottöne, und auch der Rücken wirkt je nach Licht kälter und dunkler. Zudem haben wir den 

Vogel nicht rufen gehört. Um letzte Zweifel zu beseitigen (und um einen Hybriden ausschliessen zu können), kehre ich also am nächsten Mittag wieder zurück. Erneut  brauche ich rund eine halbe Stunde, bis ich den Vogel finde. Der Grund: Er wechselt immer wieder seinen Standort und pendelt zwischen einer Hecke, einer Lindenallee und den verschiedenen Blumenfeldern. Mit den vor Ort anwesenden Hausrotschwänzen interagiert er kaum. Das Licht ist heute sehr viel besser und schnell ist klar, dass es sich wirklich um einen Gartenrotschwanz handelt. Diesmal gelingen auch anständige Fotos, Rufe höre ich (und Samuel Büttler, der kurz noch vorbeikommt) jedoch auch diesmal keine.

 

Vorausgesetzt, der Vogel wird von der SAK angenommen, handelt es sich um einen der spätesten Gartenrotschwänze, die je in der Schweiz beobachtet worden sind: Seit 1992 gibt es erst zwei angenommene November-Dezember-Nachweise:

1. 1995: Breganzona TI, 20.12., Weibchen sterbend gefunden, Foto, Beleg in Privatsammlung, Lugano (A. Cereda).

2. 2009: Ruswil LU, 10.–11.11., Männchen ad. (G. Knüsel).

(http://www.vogelwarte.ch/de/projekte/monitoring/sak/)

Zudem laut ornitho.ch noch zwei aktuelle Beobachtungen: ein Männchen vom 1.11.17 aus dem Tessin (mit eindeutigem Foto) und ein weiterer Vogel vom 10.11.17 in Genf.

 

Wieder einmal hat Georges also eine super Entdeckung gemacht – herzlichen Dank an dieser Stelle dafür und für das Weitermelden!

 

Von Nicolas

 

Bild 1: Das Gartenrotschwanz-Weibchen (links) und ein weibchenfarbiger Hausrotschwanz vom selben Ort (sprich: gleiche Uhrzeit, gleiches Wetter, gleiche Kamera) -> die Färbungsunterschiede sind offensichtlich.

Bild 2: Wer es ganz genau wissen will (und auch einen Hybriden ausschliessen möchte) J

Bild 3: In einem der Blumenfelder...

Bild 4: Je nach Licht schaut der Vogel komplett anders aus! Bekannt ist das „Colour morphing“ bei Zilpzalpen (siehe z. B. hier: http://birdingfrontiers.com/2013/01/01/siberian-chiffchaff-and-common-chiffchaff-part-1/), bei Rotschwänzen ist uns das bisher noch nicht aufgefallen. Wahrscheinlich liegt es aber auch einfach daran, dass wir selten Gartenrotschwänze im Novemberlicht sehen;-)

 

 

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Mi

18

Okt

2017

Im Museum

Am Mittwoch waren wir wieder mal bei Raffael Winkler im Museum. Rasant ging es in den 5. Stock - des Kellers natürlich! Hier liegen 1000sende von konservierten Tieren. Zuerst schauten wir uns die Alkoholsammlung an. Ziemlich gruselig zum Teil, aber super spannend! Raffael erklärte uns viele spannende Sachen rund um die Sammlungsstücke.

Speziell faszinierten die Missbildungen: So hatte es ein Hühnchen mit 4 Beinen und eine Katze mit drei Augen. Nachher schaueten wir kurz ein paar Säugetiere an, unter Anderem lernten wir das einzige Säugetier kennen, das Eier legt und einen Schnabel hat: Das Schnabeltier aus Australien. 

 

Nach diesem kurzen Einstieg schauten wir endlich die Vögel an!
Und jedesmal ist die Vielfalt, die Farben und Formen erstaunlich. Mit Raffael reisten wir einmal um die Welt: Der Leiervogel aus Australien, Pinguine aus der Antarktis (und dem Zolli...) Papageien aus Südamerika und vieles mehr. Es hat viel Spass gemacht!  

Ein grosses Dankeschön auch an Raffael Winkler für die einzigartige Privatführung :)

 

So

04

Jun

2017

Pfingstlager

Das diesjährige Pfingstlager starteten wir in Habkern, oberhalb von Interlaken. Die 'Schwenndiallmi' war unser erstes Ziel: Schwer beladen, kämpften wir uns zur Alp hinauf, wo wir gleich das Lager für die Nacht aufstellten. Als dies erledigt war, begaben wir uns auf die Vogelsuche. Arten wie Zitronenzeisig, Ringdrossel und Steinbock liessen sich blicken. Während der Suche nach dem Spatzenkauz fing es an zu gewittern und regnen - Abbruch. Zurück im Lager liessen wir die Flammen lodern und kochten Spaghetti und grillierten Würste. Was haben wir gelernt? Wenn rohe Spaghetti über den Pfannenrand schauen, fangen sie schnell an zu brennen. Die Wetterlage verbesserte sich nicht, wir und unsere Kleider waren nass. Also suchten wir, bei der nahe gelegenen Alp, einen Stall für die Nacht auf. Kuhmist anstatt Nässe - diesen Kompromiss gingen wir ein. Am frühen Morgen: immer noch starker Regen. Um 9:00 Uhr sah es draussen freundlicher (schwacher Regen) aus, also gingen wir los Richtung Hohgant. Eigentlich hätten wir an diesem Tag mit dem Ranger des Gebietes abgemacht, dieser hat sich jedoch leider krankheitsbedingt abgemeldet. Einige Birkhähne präsentierten sich uns, Alpensalamander 'krochen' herum und Gämsen rannten über die Bergwiesen. Der letzte Teil des Aufstieges sah nicht vielversprechend aus: Neben dem anhaltenden Regen kam nun auch noch der Nebel dazu. War die Silhouette, welche durch den Nebel flog ein Mauerläufer? Wir gingen weiter... Und wurden belohnt! Kaum sind wir auf dem Hohgant angekommen, entdeckten wir auch schon ein Alpenschneehuhnpaar. Nach einer längeren Beobachtung der Vögel machten wir eine Mittagspause - die Sonne drückte den Nebel ein wenig auf die Seite und liess ihren Standort erkennen und ihre Wärme spüren. Gestärkt traten wir den Rückweg an. Die Euphorie der Schneehuhnentdeckung hielt noch eine Weile an: Die Sonne liess sich für 1-2 Stunden blicken, und ja, es war ein Mauerläufer. Der Vogel war sehr aktiv und flog einige Male umher. Die aussergewöhnliche Moorlandschaft des Gebietes durften wir während unserem Rückweg zum Lager bewundern. Leider hat der Regen wieder eingesetzt und auch dieses Mal brachen wir die Eulensuche ab. Während Einige das Risotto kochten, bauten die Anderen die Zelte ab. Auch die zweite Nacht verbrachten wir im Stall. Schon früh am Morgen hiess es aufstehen und packen. Nach dieser kurzen Nacht trotteten die Bebbi Babbler das Tal hinunter. Immer noch Regen, nasse Schuhe, Müdigkeit... Soll noch eine kleine Beobachtungstour angehängt werden? Nein. So beendeten wir das das regnerische Pfingstlager mit tollen Beobachtungen und der ein oder anderen neuen Erfahrung.

So

21

Mai

2017

Auf der Suche nach dem Gartenrotschwanz

Heute trafen wir uns um 8:30 in Allschwil. Wir waren 10 Teilnehmer, davon 3 Leiter, Nicolas, Stefan und Valentin.

Unser Ziel heute war es, möglichst viele Gartenrotschwanznester ausfindig zu machen.

Auf dem Weg zu den Gartenrotschwanz-Lebensräumen fanden wir bereits erste spannende Arten wie Grauschnäpper,

Sommergoldhähnchen und einige Girlitze. Schon kurz danach entdeckten wir ein Gartenrotschwanz-Weibchen und kurz darauf auch ein Männchen.

Wir konnten beobachten, wie sie Futter für die Jungen im Schnabel transportierten, also suchten wir das

Nest, welches sich ja in der nahen Umgebung befinden musste. Da sich die Vögel aber leider in einem abgesperrtem,

nicht allzu einfach einsehbaren Garten befanden, blieb die Nestsuche erfolglos. Etwas weiter

fanden wir einen Wespenbussard, welcher über dem Gebiet kreiste und einen männlichen Neuntöter. Wir suchten leider vergebens nach Gartenrotschwänzen in einem Obstgarten, der einer

Teilnehmerin gehört, doch schon wenige Schritte weiter war ein neuer Gartenrotschwanz zu hören. Wir fanden den Nistkasten

und fanden 5 kleine Junge darin. Nicolas stieg mit der Leiter hinauf und holte die Jungen runter, um sie

zu beringen. Gewicht, Datum und die Ringnummer wurden notiert und dann konnten die kleinen Vögelchen wieder in ihr

Heim zurück. Während wir weitere Gartenrotschwanz-Nistkästen suchten, konnten wir Mittelspecht, Habicht und ein Wintergoldhähnchen

sehen und letzteres hören. An einem kleinen Teich sang ein Teichrohrsänger und wir fanden auch noch

einen Seefrosch. Einige von uns konnten einen Pirol singen hören, doch leider war er nicht zu sehen und auch sehr

leise. Mittlerweile hatten wir wieder einen neuen besetzten Nistkasten eines Gartenrotschwanzes gefunden.

Es hatte 6 kleine Junge drin, welche aber noch zu klein waren, um beringt zu werden. Nun war es auch schon wieder

Zeit umzukehren. Die heutige Halbtagsexkursion war super verlaufen und wir konnten neben den vielen

tollen Gartenrotschwänzen auch einige Arten beobachten, welche man nicht immer antrifft, bspw. Neuntöter,

Wespenbussard oder Mittelspecht.

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Mi

03

Mai

2017

GEO-Tag der Artenvielfalt

Am 17 Juni findet der GEO-Tag der Artenvielfalt statt - natürlich mit den Bebbi Babbler! Unser Alpensegler hat sogar Platz auf dem offziellen Flyer der Merian Gärten zu diesem Anlass gefunden! Wir hoffen an dieser Exkursion viele Gesichter begrüssen zu dürfen.

Der gesamte Flyer und weitere Infos zum Tag der Artenvielfalt finden sich übrigens auf der Website der Merian Gärten unter folgendem Link: http://www.meriangaerten.ch/de/erleben/events/tag-der-natur.html

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Mo

01

Mai

2017

Raritätensuche Tessin 28.04.-01.05

Die Magadinoebene im Tessin ist insbesondere im Frühling wahrlich ein Hotspot für seltene Vögel. Die besondere topographische Lage und geeigneten Lebensräume veranlassen sehr viele Zugvögeln hier einen Halt einzulegen. Arten die in der Schweiz ansonsten nur sehr spärlich zu sehen sind, treten regelmässig in hoher Dichte auf. Zudem werden auch fast alljährlich echte Raritäten gefunden. Für dieses Wochenende wurde eine Raritätensuche durch den CHClub300 organisiert. Ziel: Möglichst viele Ornithologen aus der ganzen Schweiz sollten möglichst alle Ecken der Ebene aufsuchen, um möglichst viele Vogelarten zu finden. Dabei erhoffte man sich die einte oder andere Seltenheit zu entdecken. Soviel zur Einführung.

 

28.4.

 

Am Freitag stiegen vier Bebbi Babbler in den Zug. Die Aussichten waren nicht schlecht. In der Woche davor hatte es viel geregnet, was zu einem massiven Zugstau mit Spornpieper, Steppenweihe, Doppelschnepfe und Rötelschwalbe geführt hatte.

 

Direkt neben dem Bahnhof von Tenero entdeckten wir bereits erste Gartenrotschwänze, Braunkehlchen, Steinschmätzer und Trauerschnäpper, die nach dem Zugstau in der ganzen Ebene in kosmischen Zahlen vorkamen (Im Blog berichteten wir von einer Exkursion ins Leimental mit unglaublichen 64 Steinschmätzern. Hier waren laut ornitho.ch am 26. April bis zu 250 Individuen in einem einzigen Quadratkilometer anzutreffen! Auch wir haben am Samstag irgendwann aufgehört zu zählen). Schwer beladen radelten wir bis zum Campingplatz am See. Nach dem Aufstellen der Zelte stand noch eine spontane Nachtexkursion auf dem Programm. Unterhalb einer Brücke zeigte sich prompt ein adulter Nachtreiher aus kurzer Distanz. Im Hide in der Bolla Rossa lauschten wird in die Nacht hinein. Aus der Ferne ertönte der monotone Ruf der Zwergohreule. Erfolg!

 

29.4.

 

Nach einer kurzen Nacht standen wir bald wieder auf den Beinen. Kurz vor Sonnenaufgang standen wir am Bahnhof von Sant Antonino, bereit für die Raritätensuche. Sogleich begannen wir jede Hecke und jeden Acker gründlich zu kontrollieren. Bereits die erste Hecke brachte uns mehrere Feldschwirle, Braunkehlchen, Gartenrotschwänze, Nachtigall, Trauerschnäpper ein. Dann ging alles mehr oder weniger Schlag auf Schlag. Zwei kreisende Rotfussfalken eröffneten das Spektakel. Waldlaubsänger, Wendehälse, überall Schafstelzen, Steinschmätzer, Braunkehlchen. Etwas weiter landete ein Brachpieper direkt vor uns neben den Weg. Inzwischen sassen elf Rotfussfalken nebeneinander auf Pfosten. Der Ruf eines Rotkehlpiepers ertönte, Rohrweihen, Steinadler kreisten, ein Fischadler zog hoch über uns weg, ein Ortolan zeigte sich. Erstaunlicherweise entdeckten wir auch eine späte weibchenfarbige Kornweihe. Für richtige Aufregung sorgte die nächste Weihe. Zuerst war sie nur von hinten zu sehen. Steppenweihe oder Wiesenweihe kamen in Frage. Nach einer kurzen Nachsuche flog sie plötzlich wenige Meter neben uns vorbei. Nachdem wir sie gut von der Seite gesehen hatten und unsere Fotos zur Sicherheit begutachtet hatten stand fest: Steppenweihe im 2. Kalenderjahr! Etwas später schraubte sie sich in die Höhe und verschwand. Was für eine Beobachtung! Mit einem Schlangenadler und einer männlichen Wiesenweihe ging es im ähnlichen Stil weiter – zwischendurch Klapper-, Dorngrasmücken, Neuntöter und Baumfalken. Inzwischen hatten wir alle europäischen Weihen an einem Tag – und das in der Schweiz! Ein roter Punkt in einer Wiese erregte unsere Aufmerksamkeit. Ein kurzer Blick durch das Fernrohr zeigte, dass es sich um nichts anderes handelte als den Kopf eines Rotkehlpiepers. Der morgendliche Auftakt hätte wohl kaum besser laufen können!

 

Es war Zeit für ein Picknick. Am kleinen See Laghetto di Gudo gönnten wir uns ein vielfältiges gesundes Picknick (Cola, Chips, Schokomousse J ) ohne dabei Zwergdommel, Nachtreiher, Drosselrohrsänger etc. zu verpassen. Mit den Velos fuhren wir die Ebene in Richtung Lago Maggiore ab. Mit ins Gepäck nahmen wir einen männlichen Halsbandschnäpper und einen Rotkopfwürger. Beim Zeltplatz entdeckte Samuel in einem kleinen Schafstelzentrupp ein Individuum mit Merkmalen der Unterart flavissima in ihrem typischen Lebensraum, englischer Rasen.

 

Vor der Pizza wurde noch ein kurzer Abstecher in die Bolla Rossa unternommen. Wie selbstverständlich hüpfte ein Blaukehlchen neben dem überschwemmten Weg herum. Sozusagen die Kirsche auf der Sahnetorte. Ein Schilfrohrsänger sang direkt neben dem Hide, Zwergmöwen sassen weit aussen auf dem See. Nach einer kurzen Velofahrt erreichten wir die Pizzeria, wo wir uns nach diesem völlig verrückten Tag zurücklehnten und unsere Pizzen geniessten, während wir uns mit den übrigen Ornithologen austauschten. Etwas zu spät krochen wir in unsere Schlafsäcke.

 

30.4

 

Bei Sonnenaufgang standen wir wieder im Hide in der Bolla Rossa. Am Schilfrand zeigte sich bald ein erstes Kleines Sumpfhuhn. Etwas später ein zweites… und ein drittes! Drei Raubseeschwalben jagten auf dem See. Ein Stelzenläufer flog direkt vor uns vorbei. Von Ornithologen im Maggiadelta erhielten wir die Meldung, dass ein Rallenreiher in unsere Richtung flog. Wenige Minuten später erblickten wir ihn über den See fliegend. Dunkler Wasserläufer, Kampfläufer, Rotschenkel, Tüpfelsumpfhuhn und Zwergdommel versüssten uns den Morgen zusätzlich. Auch heute wieder ein Auftakt wie aus dem Bilderbuch!

 

 

Den Nachmittag widmeten wir wieder den Feldern in der Ebene. Aufgrund des schönen Wetters waren viele rastende Zugvögel weggezogen und es war etwas „ruhiger“(bezogen auf das Tessin in den letzten Tagen). Sprich: Rotfussfalke, Wachtel, eine wahrscheinliche Trauerbachstelze und ein zweiter Rotkopfwürger relativieren diese Aussage. Am Laghetto di Gudo zeigte sich abermals ein Stelzenläufer. Abgerundet wurde dies durch die Beobachtung zweier Ortolane in einem Acker.

 

 

Den Abend verbrachten wir an der Ticinomündung. Unter den hunderten Schwalben suchten wir vergebens nach einer Rötelschwalbe… Im Schein der Fantalampe assen wir schliesslich unser Picknick am See und liessen so den Tag ausklingen - wieder ein Tag den wir so schnell nicht vergessen werden.

 

1.5.

 

Auch am Montag standen wir wieder frühmorgens im Beobachtungshäuschen in der Bolla Rossa. Ein Kleines Sumpfhuhn zeigte sich auf wenige Meter. In den umliegenden Feldern trafen wir auf Arten wie Pirol, Dorngrasmücken und Turteltaube, die Kälte und Nässe erschwerte aber die Beobachtungsumstände. Auf einem Acker zeigten sich noch drei Grünschenkel, ein Dunkler Wasserläufer im Prachtkleid, Ortolan und Heringsmöwen. Nach diesen Beobachtungen kehrten wir zurück in unser Basislager, bauten die Zelte ab und verabschiedeten uns zufrieden vom schönen Tessin.

 

Wir hatten Glück! Es hätte wohl kaum besser laufen können. Die enorme Zahl an Seltenheiten aber auch die Massen an mässig häufigen Arten haben dieses Wochenende zu einem Wahnsinnserlebnis gemacht. Zumindest für mich der Höhepunkt meiner bisherigen Ornilaufbahn in der Schweiz! Wir freuen uns auf nächstes Jahr…

 

Von Sylvain

 

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So

02

Apr

2017

Einsteigerexkursion Sternenfeldbiotop

Um 9:00 trafen wir uns an der Tramhaltstelle Breite. Sechs motivierte Mädchen und Jungs waren da und Jaro und ich als Leiter. Unser heutiges Ziel war es, möglichst viele (und schöne) Arten zu beobachten und zu finden. Als erstes liefen wir auf der grossbasler Seite Rhein aufwärts, wo wir schon einige Arten wie z.B. Höckerschwäne, Gänsesäger, Star, Bachstelzen, Amsel, Buchfink und den sehr schön gefärbten Distelfinken sehen konnten. Auch ein Paar Nilgänse mit Jungen konnten wir beobachten.

 

Als wir zum Stausee ankamen, gingen wir rechts vom Stausee ins Sternenfeldbiotop, wo wir eine Znünipause am Teichrand machten und de schönen Gesängen der Mönchsgrasmücken, Zilpzalps und Fitis zuhören konnten. Andere Arten, die wir hier sahen waren die Misteldrossel, einen Grünfink, Elster, einige Hausrotschwänze, einen Weissstorch und noch einiges mehr.

 

Über die Schleusen führte unser Weg auf die Insel, wo Jaro sofort 7 Löffelenten sah. Weitere Arten im Stausee waren Haubentaucher, Stockenten, Teich- und Blässhuhn und Gänsesäger. Dann schauten wir noch auf der anderen Seite der Insel, wo wir ein Männchen der Mandarinente bewundern konnten. Hinter uns hörten wir immer wieder „QUIT“, was war das? Ein Buntspecht. Den sahen wir dann auch recht gut auf dem Baum.

 

Als wir auf die Uhr schauten, merkten wir, dass wir uns schon auf den Rückweg machen müssen. Auf dem Rückweg kamen dann noch Arten wie der Kleiber, Schwarz- und Rotmilan dazu.

 

46 Arten in drei Stunden in Basel! Eine gute Leistung.

von Dominic

 

Hier die Artenliste:

 

1.       Kohlmeise

2.       Blaumeise

3.       Sumpfmeise

4.       Zilpzalp

5.       Fitis

6.       Mönchsgrasmücke

7.       Hausrotschwanz

8.       Girlitz

9.       Amsel

10.     Star

11.     Rauchschwalbe

12.     Rabenkrähe

13.     Saatkrähe

14.     Haussperling

15.     Grünfink

16.     Buchfink

 

 

17.       Distelfink

18.       Rotkehlchen

19.       Ringeltaube

20.       Strassentaube

21.       Bachstelze

22.       Gebirgsstelze

23.       Mittelmeermöwe

24.       Stockente

25.       Löffelente

26.       Kernbeisser

27.       Misteldrossel

28.       Kormoran

29.       Gänsesäger

30.       Haubentaucher

31.       Teichhuhn

32.       Blässhuhn

33.       Türkentaube

34.       Zaunkönig

35.       Weissstorch

36.       Höckerschwan

37.       Nilgans

38.       Mandarinente

39.       Buntspecht

40.       Grünspecht

41.       Rotmilan

42.       Schwarzmilan

43.       Sommergoldhähnchen

44.       Gartenbaumläufer

45.       Kleiber

46.       Elster

 


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Fr

27

Jan

2017

Eulenexkursion

Gegen Abend ging es los: die Eulenexkursion konnte beginnen! Würden wir dieses Mal mehr Erfolg haben als andere Jahre? Wer weiss… Hoffnungsvoll stiegen wir ins Tram Richtung Rodersdorf. Am Zielort angekommen mussten wir unsere Sinne schärfen. Angespanntes Zuhören war angesagt. Anfangs war es nur der Autolärm der uns zu Ohren kam. Wann würde wohl ein erstes Mal das Buhen des Uhus ertönen? Es war nämlich genau diese mystische und seltene Art, die wir uns erhofften. Das stille Warten wurde plötzlich durch einen schauerlichen Gesang unterbrochen. Die Teilnehmer versetzte das nicht in Angst, sondern vielmehr in Freude. Denn sofort war klar, dass es sich um einen singenden Waldkauz handelte. Obwohl der Uhu an diesem Abend auch nach weiterem Warten nicht zu hören war, konnten wir zufrieden zurück ins Tram. Auf dem Weg konnten Samuel und ich noch ein Reh im Taschenlampenlicht entdecken.

 

 

Die Exkursion war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht beendet. Einige Stationen weiter stiegen wir wieder aus. In einer Tannenplantage suchten wir weiter nach der Waldohreule. Leider ohne Erfolg. Stattdessen liess sich ein Fuchs schön blicken. Nach einem kleinen Spaziergang liessen wir den Lichtkegel unserer Lampen über einen kleinen Fluss schweifen – und prompt flog ein schnepfenartiger Vogel auf! Obwohl wir die Art nicht sicher bestimmen konnten, erfreuten wir uns ab dieser interessanten Entdeckung und machten uns auf den Heimweg.

 

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Di

17

Jan

2017

Crazy Winter Twitch

 

Jeden Winter tauchen Ende Herbst / Anfang Winter an den nordeuropäischen Küsten besondere, seltene und immer wieder auch extrem seltene Vögel auf.  Ein Teil dieser Irrgäste stammt Asien. Sie sind auf dem Weg in ihre Winterquartiere in die falsche Richtung gezogen und so schlussendlich statt in Südostasien in Nordeuropa angekommen.

 

Zu den häufigeren solchen Irrgästen (ok, klingt etwas nach einem WiderspruchJ) zählen zum Beispiel Tienschan- und Goldhähnchenlaubsänger, Sporn- und Waldpieper oder Nonnensteinschmätzer. Daneben gibt es aber auch immer wieder echte Superseltenheiten zu bestaunen. Und manchmal, ja manchmal kommt es sogar zu regelrechten Einflügen von Arten, welche davor jahrelang kaum je in einmal Europa gesichtet wurden. Soviel zum Hintergrund – nun wird’s konkret: Nachdem die Bergbraunelle Prunella montanella bis und mit 2015 insgesamt nur knapp über 30 mal in Europa (ohne Russland) nachgewiesen werden konnte, tauchten dieses Jahr also plötzlich über 200 Vögel in Europa auf! In etlichen Ländern wurde die Art zum allerersten mal überhaupt nachgewiesen. Eine detaillierte Übersicht zu diesem Wahnsinnsereignis findet sich hier:

https://www.dutchbirding.nl/wpbirding/1318/unprecedented_influx_of_siberian_accentors_in_europe_-_a_monthly_summary

 

Nun handelt es sich bei der Bergbraunelle nicht einfach nur um einen seltenen Vogel und die in Sibirien beidseitig des Urals brütende Art kommt auch nicht nur aus einem spannenden Gebiet – sie ist auch noch richtig hübsch! Ok ok, wenn Du mehr auf sowas, sowas oder das da stehst, siehst Du das eventuell auch etwas anders.... Aber hey – dann kannst Du auch einfach in den nächstbesten Zoo :-). Wieder zurück zur Braunelle: Obwohl super selten, ist sie in allen besseren Vogelbestimmungsbüchern Europas abgebildet. Sprich: Die Art ist einem bekannt und bei jedem Durchblättern des Bestimmungsbuches denkt man, dass man diesen Vogel schon sehr gerne einmal sehen würde. Doch ohne eine grössere Reise ostwärts machen zu müssen, war das bisher alles andere als realistisch. Dieses Jahr aber.....

 

Extrem spontan (2 Stunden vor dem Flug) beschlossen wir (Peter Zeller* und ich) am 6. Januar unser Glück in Norddänemark zu suchen. Hier hielt sich seit längerem eine Bergbraunelle im Hafengelände von Hirtshals auf. Neben diesem Highlight erhofften wir uns auf unserem Kurztrip noch ein paar weitere nordische Besonderheiten. Unter anderem war im benachbarten Südschweden ein Rotkehlstrandläufer anwesend (noch sehr viel seltener als die Bergbraunelle, allerdings gerade im Winterkleid eine bestimmungstechnisch extrem harte Nuss...).

 

Nachdem wir also im letzten Moment die Flüge und ein Mietauto gebucht hatten, ging es ab zum Flughafen (schlechtes Gewissen betreffend ökologischem Fussabdruck und kritische Gedanken betreffend unserer Zurechnungsfähigkeit inklusive) und wir hoben in Richtung Kopenhagen ab.

 

Bekanntlich ist es im Winter in Skandinavien meistens dunkel – die Suche nach der Berbraunelle konnte dem entsprechend erst am nächsten Tag starten. Im Hafengelände angekommen, waren wir (wenig verwunderlich) nicht die einzigen Birder: Zusammen mit Schweden, Deutschen, Holländern und Österreichern machten wir uns in der Morgendämmerung auf die Suche nach dem Vogel. Da vor Ort ein paar Sanddornbüsche vielversprechend aussahen, konzentrierten wir uns (mittlerweile rund 20 Personen) auf diese Stellen. Nach rund einer Stunde hatten wir zwar ein paar Rotkehlchen, Amseln und diverse Finken darin entdecken können, von einer Braunelle fehlte jedoch jede Spur. Als daher ein paar weitere Ornis sehr gezielt eine Ecke des brach liegenden Areals mit alten Palletten aufsuchten, hofften wir auf ortskundige Dänen. Wir wurden nicht enttäuscht: Sekunden später war der Vogel auf einem Brett sitzend entdeckt!!! Tatsächlich – ein Wahnsinnsvogel! Im Laufe der nächsten Stunde konnten wir die Bergbraunelle aus nächster Nähe bewundern,  teilweise hüpfte sie in weniger als 3 Meter Entfernung vor uns am Boden herum. Die Reise hatte sich schon mal ganz eindeutig gelohnt!

 

Schliesslich verabschiedeten wir uns vom Vogel und den noch anwesenden Ornis. Weiter ging es mit der Raritätensuche! Ein Trupp Birkenzeisige in einem Nachbarort war das nächste Ziel: Der Trupp war zwar schnell gefunden – das Schwierigste folgte aber danach: Unter den rund 200 Birkenzeisigen galt es, den einen Polarbirkenzeisig zu finden! Nicht ganz einfach, vor allem, wenn der Trupp ständig von einer Erle zur nächsten fliegt...Schlussendlich entdeckte Peter den gesuchten Vogel. Und bevor er wieder verschwand, konnte auch ich noch einen kurzen Blick auf ihn werfen. Höchste Zeit auch – denn wir wollten noch am selben Tag mit der Fähre nach Schweden.

 

Nach schönen Beobachtungen während der Überfahrt von zwei Skuas, vier Dreizehenmöwen, vielen Basstölpeln und rund 40 Lummen (alle die nahe genug waren, erwiesen sich als Trottellummen) kamen wir so am Abend in Göteborg an.

 

Am nächsten Tag folgte eine erfolglose Suche nach dem Rotkehlstrandläufer (er ward seither nicht mehr gesehen...), ein erfolgreicher Twitch einer seit längerem anwesenden Dunkelente und zum Abschluss, gleich neben dem Flughafen, eine super Beobachtung einer jagenden Sperbereule!

 

Und dann? Ja, dann ging es schon wieder zurück in die Schweiz und der crazy-Kurztrip nach Skandinavien war Geschichte. Die Erinnerungen werden aber natürlich noch lange bleiben.

 

Von Nicolas

 

* ja klar, wir lachen gerne über die Natrixler – aber eigentlich mögen wir sie richtig gut ;-)

 

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Sa

10

Dez

2016

Abschlussabend in Rodersdorf

Heute war es wieder so weit. Der traditionelle Abschlussabend mit dem berühmt-berüchtigten Quiz stand bevor. Mit dem Trämli gings ab nach Rodersdorf. Die Rucksäcke wurden schnell bei Nicolas verstaut, bevor es zu einem wilden Fussballspiel kam. Nach vielen Steilpässen, Fouls, mehr oder weniger legendären Toren und hochunterhaltsamen Szenen, besannen wir uns und wurden erinnert, dass wir im Grunde eine ornithologische Jugendgruppe sind :-) So wechselten wir zu einer ernsteren aber umso spannenderen Angelegenheit, nämlich dem Erstellen des Programms für das nächste Jahr. Klar steht fest: Auch 2017 wird ein vielseitiges Jahr für die Jugendgruppe; viele spannende Exkursionen stehen bevor! Schon bald dürfte das endgültige Programm auf der Website auftauchen.

 

Nun stand dem Bestimmungsquiz nichts mehr im Weg. Mit Anspannung und Vorfreude wurden die Bestimmungsbücher gezückt und das hektische Blättern fing an. 25 Bilder hatte Nicolas vorbereitet, die es zu bestimmen galt. Ein bunter Mix aus häufigen und selteneren Arten, allesamt knifflig. Italiensperling, Trauerschnäpper, Rosenstar, Wüstensteinschmätzer… Am Ende stand fest: Es wird ein Stechen geben (Zwei Personen hatten die gleiche Punktzahl erreicht, somit würde es nach dem Nachtessen eine zweite Runde geben). Um die Spannung aufrechtzuerhalten wurden jedoch noch keine Namen verkündet, sondern leckere Spaghetti an verschiedenen Saucen gegessen.

 

Mit 17 Punkten waren Samuel und ich auf dem gleichen Stand. Zehn weitere Bilder mussten also bestimmt werden, um den (oder bei einem weiteren Gleichstand die) Sieger zu bestimmen. Natürlich konnten aber alle anderen ebenfalls miträtseln und so ging es in die zweite Runde. Ich konnte einen Punkt Vorsprung holen und wurde mit einer Klausmütze belohnt. Auch dieses Jahr waren wieder alle auf einem extrem hohen Niveau!! Nun konnten wir noch Glace mit Schokolade und Schlagsahne geniessen und schon wieder war ein Abschlussabend vorüber. Wir freuen uns aufs nächste Jahr und hoffen bei den Exkursionen einige neue Gesichter kennenlernen zu dürfen!

 Von Sylvain

 

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So

23

Okt

2016

Rheininsel

Um acht Uhr früh trafen sich sechs Bebbi Babblers mit dem heutigen Leiter Tobias vor der Dreiländerbrücke am Rhein. Eine kurze Velofahrt führte uns zum Märkter Stau, wo wir den Stausee nach Enten und anderen Wasservögel absuchten. Erwähnenswert waren hier vor allem einige Pfeifenten und ein Trupp Kernbeisser der rufend über unsere Köpfe zog. Unser eigentliches Exkursionsgebiet war aber die neulich renaturierte Rheininsel und so überquerten wir den Staudamm, wo wir einige Bergpieper beobachten konnten, die mit der kalten Jahreszeiten hier erscheinen. Von einem Hügel aus, hatten wir einen guten Überblick über die Rheininsel und ihre weitläufigen strukturreichen Lebensräume. Mit Fernrohr machten sich die einen daran, die vielen Wasserflächen abzusuchen, während andere nach ziehenden Kleinvögeln Ausschau hielten. Während immer wieder die Rufe durchziehender Feldlerchen erklangen, konnten wir neben den vielen Ringeltauben auch eine Gruppe der selteneren Hohltaube ausfindig machen. Löffelenten, Krickenten ein jagender Turmfalke, viele durchziehende Kleinvögel wie Wiesenpieper und eine grosse Ansammlung eleganter Silberreiher erfreuten uns ebenfalls. Später kamen auf einer grösseren Wasserfläche neben etlichen Pfeifenten ebenfalls die winzigen Zwergtaucher dazu. Bekassinen liessen zwar noch auf sich warten, allerdings konnten wir einen Waldwasserläufer entdecken, der sehr gut versteckt und fast regungslos zwischen Wasserpflanzen verharrte. Im Restaurant am Ende der Rheininsel spendierte uns Tobi eine warme Schokolade. Obwohl es für uns Bebbi Babblers natürlich auch gut ohne gegangen wäre, waren wir dann doch sehr erfreut als wir im Warmen eine kurze Pause einlegten. :-) Nachdem Samuel noch kurz das ganze Vogelbuch durchblättert hatte und alle Vogelarten erwähnte, die er schon gesehen hat, was ja inzwischen auch nicht mehr nur eine Handvoll ist, konnten wir uns wieder auf den Weg machen und fuhren zügig zu einem Hide, um dort unser Mittag zu geniessen. Eisvogel, Graugänse und Wasserrallen konnten hier noch gesehen werden. Es stach jedoch immer ein dezenter Geruch heraus, der vielleicht auf Jaros hausgemachten Extra-Knoblauch Salat zurückzuführen war. Geruch hin oder her mussten wir bald weiter, machten Halt beim grossen Turm in der Petite-Camargue Alsacienne, und besuchten schlussendlich noch eine letzte Beobachtungshütte. Hier konnten wir fünf Bekassinen sehr schön bewundern, ein ornithologisches Highlight dieser Exkursion. Nutria, Bisamratte und Eichhörnchen zeigten sich. Mit diesen Eindrücken fing die Rückfahrt an. Obwohl wohl bei den Arten noch etwas mehr möglich gewesen wäre, war es doch wieder eine gelungene Exkursion – mit viel Spass, Action und schönen Beobachtungen in einem sehr spannenden Gebiet!

von Sylvain

 

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Di

20

Sep

2016

Goldregenpfeifer in Hégenheim

 Die Kiesgrube und die umliegenden Äcker und Flächen in Hégenheim sind fast immer einen Besuch wert und ein Hotspot in der Region Basel. Das vor allem, weil hier jederzeit mit Überraschungen gerechnet werden kann. Diesen Frühling hat Dominic dort eine Kurzzehenlerche entdeckt (Blogbericht). Weiter wurden schon zweimal Triele gesichtet und es existieren Nachweise von Rotkopfwürger, Mornellregenpfeifer, Goldregenpfeifer und Brachpieper.

 

So sollte auch heute wieder einer dieser Tage sein. Nachdem ich bereits eine Weile die Steinschmätzer auf den Feldern gezählte hatte, hörte ich plötzlich einen seltsamen Ruf. Sofort sah ich einen grösseren Vogel tief über den Feldweg fliegen. Sofort war mir klar, dass es sich aufgrund der Form um einen Regenpfeifer handeln musste. Ich verfolgte den Vogel mit dem Feldstecher und konnte eine goldige Oberseite erkennen. Glücklicherweise sah ich den Vogel hinter der Kiesgrube landen und ich begab mich dorthin. Auf einem grossen Acker wurde ich nach kurzer hektischer Suche schnell fündig. Der Goldregenpfeifer suchte aktiv nach Nahrung und liess sich, obgleich etwas weit, gut beobachten. Ich informierte andere Ornithologen, die den Vogel abends am gleichen Ort auch noch sehen konnten. Laut Ornitho ist dies der zweite Nachweis für die Kiesgrube. Was wird wohl als nächstes kommen?

von Sylvain

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So

04

Sep

2016

Bird Race 2016 - ein voller Erfolg!

Auch beim diesjährigen Birdrace waren zwei Bebbi Babbler Teams am Start: Einerseits das Jugendgruppen-Team mit Samuel, Jaro und Milan, anderseits das Leiterteam bestehend aus Valentin, Stefan, Frederik und mir. Während die Jugen ihre bewährte Seelandroute widerholten, wagten wir endlich das jahrelang thematisierte Vollprogramm Leuk (inkl. Waldbrandfläche und alpine Flächen) & Seeland!

 

Nach 24 äusserst spannenden Stunden gabs die super Ergebnisse:

 

Samuel, Jaro und Milan haben mit 124 Arten den alten Jugendgruppenrekord von 117 Arten regelrecht pulverisiert und gleichzeitig den 5. Rang unter allen Teams erobert!

 

Wir schafften mit 127 Arten einen neuen Bebbi Babbler Rekord und erreichten damit den Bronzerang! Mal schauen was mit dieser Route in Zukunft noch alles möglich ist...

 

Die ganze Rangliste findet sich hier:

http://www.birdlife.ch/de/content/bird-race-0

 

Mehr Details zu den Erlebnissen der beiden Teams kommen in Kürze!

von Nicolas

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So

21

Aug

2016

Heuschrecken-Exkursion

Heute trafen wir uns vor dem Jumbo in Allschwil. Unser Ziel waren heute weniger die Vögel, sondern die Heuschrecken. 

Wir liefen als erstes zu einem kleinen Naturschutzgebiet in Allschwil, wo wir ca. 2 Stunden alle Lebewesen sammelten, die wir finden und fangen konnten. Darunter konnten wir auch Geburtshelferkröten, eine Erdkröte, eine Mauereidechse, eine Wespenspinne, Langflüglige Schwertschrecken, westliche Beissschrecken, eine Schiefkopfschrecke und viele weitere Heuschrecken-Arten bewundern.

Nachdem wir dieses Gebiet gut abgesucht haben, gingen wir in ein anderes Gebiet, wo wir neu für unsere Liste noch eine Feldgrille und Lauchschrecken fanden. Als Schmetterlinge konnten wir noch einen Waldbrettspiel und ein Grosses Ochsenauge sehen.  Als wir Zmittag essen wollten, entdeckte uns Samuel einen Fischadler!

Nach dem Zmittag war ich motiviert ein bisschen Greifvögel zu beobachten, während sich die anderen noch kurz austobten und siehe da, es hat sich gelohnt, denn ich konnte zwei ziehende Schwarzstörche beobachten, doch leider flogen sie zu schnell und die anderen konnten sie nicht sehen. Kurze Zeit später konnte ich mit Jaro noch eine Turteltaube beobachten.

Nach einer Weile gingen wir zum Wasserturm von Allschwil und nach einer kurzen und erfrischenden Wasserschlacht stiegen wir auf den Turm. Vom Turm aus hatten wir eine Aussicht über ganz Basel und innerhalb von ca. 2 Stunden konnten wir 18 durchziehende Schwarzmilane, 51 durchziehende Wespenbussarde,einen durchziehenden Sperber, 6 durchziehende Baumfalken und noch vieles mehr beobachten.

Unser letzter Abschnitt der Exkursion widmete sich wieder den Heuschrecken. Wir liefen wieder in ein Biotop, wo wir mehrere Langfühler-Dornschrecken und eine seltene Grüne Strandschrecke bewundern konnten.

Es war wieder einmal eine gelungene Exkursion!

von Dominic

 

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Mo

01

Aug

2016

Schafstelzen: Bald geht es wieder los!

Schon in weniger als einem Monat werden die ersten Schafstelzen-Durchzügler wieder in der Schweiz rasten! Wir warten gespannt und werden erneut versuchen, so viele Beobachtungen wie möglich zu machen.

 

Im letzten Frühling haben wir uns schon einmal etwas "aufgewärmt". Im kleinen Rahmen haben wir geschaut, wie häufig die verschiedenen Unterarten im Frühling sind. Das Ergebnis: Von 44 Männchen konnten wir 41 einer Unterart zuweisen. Am häufigsten waren flava-Vögel (31), gefolgt von thunbergi (7) und cinereocapilla (3).  Vögel mit klassischen Merkmalen von cinereocapilla scheinen im Frühling als "Overshoots" also auch nördlich des Jura nicht allzu selten zu sein....

 

Dominic Eichhorn, Simon Hohl, Nicolas Martinez

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Mi

20

Jul

2016

Rotschwanz Mischsänger und Hybriden: Update

Die im 2015 beobachteten Vögel in Wenslingen und Ziefen sind leider nicht zurück gekehrt. Wir konnten also diesen spannenden Fällen keine weiteren Details mehr hinzufügen. In Laufen entdeckten aber Theo Walser und Josef Borer einen Mischsänger, den ich in den folgenden Wochen mehrfach beobachten und hören konnte. Zudem haben wir auf dem Internet weitere Hybrid-Beobachtungen aus dem Ausland entdeckt. Es wird also in den nächsten Monaten noch mehr dazukommen:-)

 

Bis dahin schon einmal ein paar Ton- und Bildaufnahmen des Laufener Mischsängers:

Tonaufnahme & Sonogramm:

http://www.xeno-canto.org/328197

 

von Nicolas

 

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So

17

Jul

2016

Alpensegler: Junge beringen

Nachdem wir beim ersten Besuch unserer Alpenseglerkolonie vom 20. Juni noch keine Nestlinge beringen konnten, gelang dies einen Monat später. Grund für diese Verspätung war wohl der nass-kalte Frühling. Mit insgesamt 21 beinahe flüggen Jungvögeln war das aber dennoch ein gutes Jahr für unsere Kolonie. Neben der Beringung der Nestlinge bekamen wir auch einige Altvögel in die Hände. Einige von ihnen spuckten ihren Futterballen aus, den wir in Alkohol konservierten und einem Entomologen übergeben werden. Wir sind gespannt darauf zu erfahren, was unsere Alpensegler alles aus der Luft holen.

von Frederik

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Mo

04

Jul

2016

Lachmöwen-Report

Der Bericht für das erste Jahr unseres Lachmöwen-Projektes ist jetzt online.
Wir konnten 91 Ringe ablesen, von 41 Individuen aus 10 Ländern! Es ist beeindruckend, aus welchen Richtungen die Möwen kommen!

 

Mehr zu den Hintergründen des Projektes hier.

 

Als kleiner Teaser aus unseren Daten:

Basel ist schön! Das finden auch die Möwen…
Der Beweis liegt in den Ringdaten: Einer der Vögel hat den ersten Winter in Strasbourg verbracht, der zweite in Zürich – Wo sind sie im nächsten Jahr gewesen? Genau! Z’Basel 

am mim Rhy! J

Lachmöwen-Report 2016.pdf
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Mo

20

Jun

2016

Jugendgruppe: Alpenseglerkolonie

Für den ersten Besuch dieses Jahr in der Alpenseglerkolonie machten wir uns nicht sehr grosse Hoffnungen: Das Wetter war schlecht, der Frühling verspätet. Vor ein paar Jahren hatten wir unter ähnlichen Umständen genau ein Nest. Die Alpensegler werden für Vögel relativ alt und können es sich darum leisten, auch mal eine Brutsaison ausfallen zu lassen. 

 

Dann gerade hinter der Tür zur Kolonie ein brütender Altvogel! Das machte Hoffnung, und zumindest teilweise wurden die erfüllt: mindestens 6 Nester mit Jungen, und einige andere mit Eiern. Die Jungen waren alle zu klein, um sie zu beringen, aber wir konnten immerhin einige Altvögel fangen, darunter auch ein paar Wiederfänge.  
Zum Glück nehmen es die Alpensegler ziemlich easy mit dem Beringen, und bleiben meist ruhig. Meist sogar ruhiger als die Jugendgrüppler, die sich mit den scharfen Krallen der Alpensegler herumschlagen müssen, wahrscheinlich eine Art Revanche ;)

Sobald wir die Alpensegler zu ihrem Nest zurückbringen (brütende Altvögel stören wir aber nicht), kehren sie sofort zum "Business as usual" zurück. 

Wie immer haben wir in der engen und staubigen Kolonie in den Nestern die Lausfliegen gezählt, zum Teil waren es über 20 Blutsauger.

 

Die meisten Alpensegler, die in die Kolonie zurückkehren, haben Futter für die Jungen dabei. Dieses wird als grosser Ballen, aus noch lebender Insekten, wieder hochgewürgt und verfüttert. Beim Fangen kann es vorkommen, dass die Elterntiere den Ballen verfrüht hochwürgen. Während wir in der Vergangenheit versucht haben den Ballen den Jungen von Hand zu verfüttern, dies klappt meist ganz gut, beschäftigten wir uns dieses Mal ein bisschen genauer mit dieser Alpenseglernahrung: Zu einem grossen Teil bestand sie aus Schwebefliegen, mit einigen kleinen Wespen und sogar einem Distelfalter. Sehr interessant! Vielleicht ergibt sich daraus sogar ein Projekt in der Zukunft.

von Valentin

Fr

27

Mai

2016

Jugendgruppe: Amphibien in der Herzogenmatt

Heute hatten wir einmal nicht Vögel, sondern Amphibien im Visier. Mit rekordverdächtigen 10 Personen fuhren mit dem Tram Richtung Allschwil und liefen dann
in die Herzogenmatt. Auf dem Weg versuchte wir noch, einen Waldkauz zu finden, der aber nicht da zu sein schien. Sobald wir am guten Ort angekommen waren, hörten wir schon von überall Laubfrösche, Seefrösche und Geburtshelferkröten. Über den Weg hüpfte ein Laubfrosch Männchen, das wir fangen und von Nahem bestaunen konnten. Im Teich nebendran fingen wir ein erstes Kammmolch Männchen, welches wir  ebenfalls in einem Behälter von Nahem anschauten.
Auf dem Weg zu anderen Teichen fanden wir noch eine letztjährige Erdkröte und im Hintergrund sangen Maulwurfsgrillen. Danach konnten wir Kammmolch, Fadenmolch, Bergmolch (alle im direkten Vergleich), Seefrosch, einen grossen Wasserkäfer, Wasserskorpione und  kleine Fische herausfischen und einer Libelle beim Schlüpfen zusehen. Nicolas erklärte uns u.a. die Bestimmung von See-/Teich-/und Wasserfröschen und von Amphibienlarven.
Bei kleinen Teichen im Wald, hofften wir, Gelbbauchunken zu finden, die wir aber leider nicht fanden. Dafür wurden wir mit einer ''neuen Tagesart'', dem Grasfrosch, belohnt. Auf einer geteerten Strasse fanden wir nochmals eine Erdkröte und die erste Geburtshelferkröte. Etwas weiter unten, für mich das Highlight des Tages (der Nacht), konnten wir zwei Geburtshelferkröten bei der Eiübergabe beobachten. Wenn wir das Licht dämmten oder ausschalteten, machten sie weiter mit der Übergabe. Am Schluss lief das Männchen mit den Eiern davon.
Auf dem Heimweg sahen wir noch einen ziemlich schönen Waldkauz und mitten auf der Strasse einen Igel.
Wir hatten nun in ca. 2-3 Stunden fast alle in der Region vorkommenden Amphibienarten gesehen und sogar alle von Nahem betrachten können! Nur die Gelbbauchunke blieb aus...
Wieder einmal eine sehr gelungene und lehrreiche BEBBI BABBLER Exkursion (wie immer:-)).

von Samuel

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